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Augmented Reality Maschinen per Datenbrille steuern

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Auf der SPS IPC Drives 2013 präsentierte Beckhoff als Technologiestudie mit der Google Glass ein neues Konzept für die Maschinenbedienung. Die primär für den Consumerbereich entwickelte Datenbrille integriert unter anderem ein Head-Up-Display für Informationen sowie eine Digitalkamera.

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Datenbrillen für den Industrieeinsatz: Beckhoff zeigte auf der SPS IPC Drives eine Technolgiestudie.
Datenbrillen für den Industrieeinsatz: Beckhoff zeigte auf der SPS IPC Drives eine Technolgiestudie.
(Bild: Google)

Google Glass, der am Kopf getragene Miniaturcomputer von Google, blendet Informationen in das Sichtfeld des Nutzers ein. Diese Informationen können kombiniert werden mit dem aufgenommenen Bild, das eine in Blickrichtung des Trägers integrierte Digitalkamera live liefert. Dazu können Daten aus dem Internet unmittelbar bezogen. Der Automatisierungsspezialist Beckhoff hat auf der SPS IPC Drives 2013 ein Einsatzszenario im industriellen Umfeld als Ergänzung für das Bedienen und Beobachten in der Produktion gezeigt.

Datenbrille im Kontext von Industrie 4.0

So können Status- oder Dialogmeldungen oder Zusatzinformationen wie Dokumentationen, Webseiten oder Videos aufgerufen werden. Beispielsweise kann der Servicetechniker über das Einlesen eines QR-Codes am Motor oder Endschalter die Eigenschaften, Historie oder den aktuellen Status des Sensors oder Aktors einlesen. Andreas Thome, Produktmanager PC-Control, über den Einsatz der Google-Brille in der Produktion: „Google Glass hat das Potenzial, die Bedienphilosophie an der Maschine zu ändern bzw. mindestens zu ergänzen. Die Google-Brille kann ein gutes Beispiel für die Verschmelzung der Internettechnologie und der Automatisierungstechnik im Rahmen von Industrie 4.0 darstellen.“

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Das technische Prinzip

Die Brille verfügt über ein Projektionsdisplay, auf dem die Bilder in Form von Slides (Cards) dargestellt werden. Mit einer integrierten Kamera lassen sich in Blickrichtung Bilder aufnehmen, die auch für die Bildverarbeitung zur Verfügung stehen. Über ein seitliches Touchpad am Brillenbügel kann man zudem die Bildschirminhalte und die Dialoge steuern. Ebenfalls integriert ist ein Lautsprecher, um Toninformationen zu vermitteln oder mit anderen Nutzern zu kommunizieren.

Die auf dem Bildschirm erscheinenden Elemente werden deshalb Slides genannt, weil sie sich ähnlich wie bei einer Bildbetrachtungssoftware von links nach rechts scrollen lassen. Mit einer weiteren Berührung des Touchpads erhält man Zusatzinformationen zum ausgewählten Slide. So können beispielsweise für einen Maschinenbediener, wenn er direkt vor der Maschine steht, individuelle Informationen wie der Maschinenstatus oder zugehörige Datenblätter eingeblendet werden. Bei Bedarf kann der Bediener direkt vor Ort auch Kontakt zu einem weiteren Kollegen aufnehmen.

Einsatz in der Steuerungstechnik

In die Steuerungstechnik lässt sich Google Glass über die Automatisierungssoftware Twin-CAT einbinden. Im gezeigten Technologiebeispiel kommuniziert die Brille mit einem Webserver, der den Status der Twin-CAT-gesteuerten Maschine bereitstellt. Die Google-Brille empfängt und stellt diesen Maschinenzustand in Form von Signalwerten oder Fehlermeldungen dar und weist gegebenenfalls auf den genauen Fehlerort hin. Auch das Quittieren und Zurücksetzen der Maschinenzustände ist direkt an der Brille möglich. (mz)

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