Condition Monitoring Markt für Prüfung und Zustandsüberwachung von Windenergieanlagen wieder auf Wachstumskurs

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan erwirtschaftete der weltweite Markt für Condition Monitoring und zerstörungsfreie Prüfmethoden in der Windenergie im letzten Jahr Umsätze in Höhe von 60,7 Millionen US-Dollar, die bis 2015 auf 84,3 Millionen US-Dollar anwachsen sollen.

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Komponenten von Windkraftanlagen müssen geprüft, und lebenslang überwacht und inspiziert werden. (Bild: J.Pfeiffer)
Komponenten von Windkraftanlagen müssen geprüft, und lebenslang überwacht und inspiziert werden. (Bild: J.Pfeiffer)

Durch die verbesserte wirtschaftliche Lage weltweit und den verstärkten Fokus auf erneuerbaren Energien erhielt der Markt für Prüfung und Zustandsüberwachung von Windenergieanlagen im Jahr 2010 einen kräftigen Wachstumsschub. Der Trend in Richtung alternative Ressourcen und saubere Energie ist nicht mehr aufzuhalten, und Energie aus Windturbinen ist inzwischen der weltweit am schnellsten wachsende Energiesektor, der zunehmend höhere Energieleistung ermöglicht. Die immer dringlichere Notwendigkeit einer Zertifizierung und Überprüfung der einzelnen Komponenten von Windturbinen schafft hierbei zahlreiche neue Chancen für den Markt. Sowohl Komponentenhersteller als auch Betreiber von Windkraftanlagen sind zur Prüfung, Überwachung und Inspektion der Abläufe während der ganzen Lebensdauer eines Produkts verpflichtet.

Neue Turbinentechnologien werden Windkraftbranche wachsen lassen

„Die Einführung von neu entwickelten Turbinentechnologien wird vermutlich ein beschleunigtes Wachstum in der weltweiten Branche für Windkraft anregen“, erklärt Frost & Sullivan Industry Analyst Sivakumar Narayanaswamy. „Hoch entwickelte computerisierte Interpretationsverfahren und die analytische Erfassung gemessener Daten treiben das Wachstum des Marktes für Condition Monitoring an.” Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der weltweiten Kapazität von Offshore-Windfarmen liegt für den Zeitraum von 2009 bis 2015 bei 32 Prozent und die Einspeiseleistung soll bis zum Jahr 2020 auf 55 Gigawatt (GW) ansteigen. Eine der größten Herausforderungen für Anbieter in diesem Markt ist jedoch das Fehlen von entsprechenden Standards zur Definierung der Prüfverfahren. Eine möglichst rasche Ausarbeitung von verbindlichen Prüfstandards wird allen Interessensgruppen im Windenergiesektor von Nutzen sein und so die Umsätze ankurbeln.

Kosteneffiziente Prüf- und Überwachungslösungen für den Offshore-Markt gefragt

Obwohl der Windenergiesektor deutlich an Dynamik gewonnen hat, ebbt die Akzeptanz für Windkraft als Energiequelle zurzeit aufgrund der relativ hohen Betriebs- und Wartungskosten etwas ab. Diese spielen vor allem bei Windkraftanlagen eine erhebliche Rolle, bei denen aufgrund des Standorts enorme Distanzen zu überbrücken sind, wie zum Beispiel bei Offshore-Anlagen. Die Hersteller von Systemen zur Prüfung und Zustandsüberwachung, die den Windmarkt bedienen, stehen daher vor der Herausforderung, entsprechend kosteneffiziente Lösungen anzubieten, um Betriebs- und Wartungskosten möglichst gering zu halten. Im Segment der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung (engl. non-destructive testing - NDT) kommen bei Inspektionen an Windkraftanlagen sowohl Sichtprüfungen als auch Durchstrahlungs- und Ultraschallmethoden zum Einsatz und zwar bereits während der Planungsphase bis hin zur Wartung nach der Installation.

„Der Einsatz von Verbundwerkstoffen bei der Herstellung von Rotorblättern und Türmen für höhere Effizienz und Verlässlichkeit erfordert bessere NDT-Techniken und Geräte”, gibt Narayanaswamy zu bedenken. „In diesem Punkt sollten Anbieter verstärkt in den Bereich F&E investieren, um mit den aktuellen, sich entwickelnden Komponententechnologien Schritt halten zu können.“

(qui)

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