E-CAD M-CAD und E-CAD wachsen zusammen, Ziel: Integrierter Workflow

Autor / Redakteur: Birgit Hagelschuer / Karl-Ullrich Höltkemeier

In den Entwicklungsprozessen des Maschinen- und Anlagenbaus wachsen Elektrotechnik, Steuerungstechnik und Mechanik zusammen: Mechatronische Systeme sind der Trend der Zukunft. Auf diese Entwicklung ist die Strategie von EPLAN Software & Service im M-CAD-Bereich ausgerichtet.

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Es gibt sicherlich unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Zukunft des Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbaus aussieht. Außer Frage steht, dass Mechanik und Elektronik noch stärker zusammenwachsen. Das hat auch Auswirkungen auf den Engineering-Prozess, und die Anbieter von CAD-Systemen stellen sich darauf ein.

Aus der Sicht des führenden Anbieters von E-CAD-Lösungen heißt das: Neue Software-Generationen müssen nochmals offener für die Anbindung von M-CAD-Systemen sein. Das war eines der Entwicklungsziele für Eplan Electric P8, das zur Hannover Messe 2006 erstmals präsentiert wurde. Zuvor schon hatte Eplan Software & Service eine Kooperation mit Autodesk bekannt gegeben, da die Weiterentwicklung des eigenen M-CAD-Systems LOGOCAD TRIGA zum Jahresende 2007 eingestellt wird. Kunden werden seitdem bei der Migration auf Autodesk Mechanic und Autodesk Inventor unterstützt und auch das Neukundengeschäft mit den Autodesk-Produkten boomt.

Hinter dieser Entscheidung steht das Ziel, einen integrierten Workflow von der Mechanik über die Fluid- und Elektrotechnik bis zur Software-Entwicklung zu gewährleisten und dabei jeweils Systeme bereitzustellen, die in ihrem Bereich Benchmark-Qualitäten besitzen und zugleich optimal zusammenwirken für wirklich durchgängige Konstruktionsprozesse.

Beispiel 1: Vereinfachung der Verkabelung

Was zunächst abstrakt klingt, wird sehr viel anschaulicher, wenn man sich die Eigenschaften und Vorteile solcher Lösungen im Detail vergegenwärtigt – zum Beispiel bei der Verkabelung. Der Mechanik-Ingenieur sieht hier zunächst Sensoren und Aktoren vor, für die der Elektro-Ingenieur im zweiten Schritt die Verkabelung und Anschaltung plant.

Das bereitet in der Praxis oft Abstimmungsprobleme: Der Mechaniker achtet nicht auf die Erreichbarkeit der anzuschaltenden Komponenten, so dass der Elektro-Ingenieur zusätzliche Arbeit investieren muss, und der Kabelkonfektionierer hat dann oft immer noch Schwierigkeiten, das Ganze umzusetzen.

Diesen Ablauf kann man jetzt wesentlich vereinfachen: Mit der 3D-Cabling-Funktion werden Verdrahtungslisten direkt aus EPLAN Electric P8 an Autodesk Inventor übergeben. Der Kabelverlauf wird mit Inventor Professional im 3D-Modell gezeichnet; anschließend werden im „Reverse Engineering“ Informationen zu Kabellängen und –durchmessern wiederum an Electric P8 übergeben. So entsteht eine EPLAN-Kabelliste mit exakten Kabellängen, die z.B. an den Kabelkonfektionierer weitergegeben werden kann.

Klare Vorteile für den Konstrukteur

Das ist eine eigentlich ganz unspektakuläre Vorgehensweise, die aber nahezu jedes Maschinenbau-Unternehmen nutzen kann und die sich in der Praxis als höchst funktionell erweist: Man spart nicht nur Zeit in der Entwicklung, sondern man verkürzt auch die Produktionszeit, weil man sicher gehen kann, dass die Kabel passen: Vereinfachung der Verkabelung sowohl im Engineering als auch in der Produktion. Damit ist eine Entwicklungsrichtung vorgezeichnet, die ein engeres Zusammenarbeiten von CAE und M-CAD zum Ziel hat.

Beispiel 2: Schaltschrankbestückung einfacher gemacht

Auch bei der Bestückung von Montageplatten und Schaltschränken bietet die Interaktion von CAE und M-CAD klare Vorteile, die das neue Eplan Cabinet eindrucksvoll demonstriert. Bereits in einer frühen Phase der (Elektro-) Konstruktion liefert sie realistische Darstellungen des zu fertigenden Schaltschranks und erleichtert durch übersichtliche 2D-Ansichten die Bauteilplatzierung.

Im Anschluss werden aus diesen vereinfachten Darstellungen selbsttätig perfekte 3D-Layouts mit vollständigen Fertigungsinformationen erzeugt. Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der Fertigungsintegration. So kann man ohne zusätzlichen Aufwand Bohrschablonen generieren oder die Ansteuerung von Bohr- und Drahtkonfektionierautomaten realisieren.

Gewerkeübergreifender Workflow auf gemeinsamer Datenbasis

Die EPLAN-Familie basiert auf einer ganz neuen Plattform, bei der die verschiedenen Produkte wie EPLAN Electric P8, EPLAN PPE (für die EMSR-Technik) und EPLAN Fluid (für die Hydraulik- und Pneumatik) wesentliche Module wie Datenbank, Sprachversion, Benutzerrechte und Artikel gemeinsam nutzen. Das bietet den Vorteil, dass man mit einer integrierten Lösung arbeitet, die einen gemeinsamen, gewerkeübergreifenden Workflow im Entwicklungsprozess ermöglicht. Der Anwender muss also nicht mehr Daten zwischen verschiedenen Systemen austauschen.

Diesen Vorteil kann man auch bei der Arbeit mit EPLAN Cabinet nutzen, das ebenfalls auf die zentrale Artikeldatenbank der EPLAN-Plattform zurückgreift. Eine Besonderheit: Die artikelbezogenen Informationen sind zwar zentral verfügbar, aber sie werden dort gepflegt, wo sie benötigt werden. So lassen sich zum Beispiel elektrotechnische Artikeldaten in der Elektrokonstruktion pflegen, während fertigungsrelevante Daten von der Fertigung aktualisiert werden. So haben alle Beteiligten in Entwicklung und Fertigung immer aktuelle und einheitliche Daten zur Verfügung.

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Plattform auch für die Software-Entwicklung

Eine wichtige Eigenschaft der neuen EPLAN-Entwicklungsplattform ist ihre Offenheit gegenüber Fremd-Software: Auf bestimmten Standarddiensten dieser Plattform kann man Applikationen einfach „einstöpseln“ – das bietet entscheidende Vorteile z.B. für die Software-Entwicklung, die im Maschinen- und Anlagenbau einen immer größeren Teil der Engineering-Aufgaben ausmacht. Sie kann auf diese Weise ebenfalls in die zentrale E-CAD/ M-CAD-Entwicklungsplattform einer Konstruktionsabteilung oder eines Ingenieurbüros integriert werden. Maschinenbau, Elektrotechnik und Software-Entwicklung sind dabei gleichberechtigte Komponenten eines durchgängigen Engineering-Prozesses mit zentraler Datenbasis.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Strategie von EPLAN zu sehen, in der mechanischen Konstruktion auf Autodesk Inventor zu setzen: Dieses M-CAD System ist nicht nur besonders vielseitig und bietet eine hohe weltweite Marktdurchdringung. Es erlaubt auch, genau wie EPLAN Electric P8, vielfältigen Datenaustausch mit „benachbarten“ Systemen für andere Engineering-Disziplinen. (hö)

EPLAN Software & Service

Tel. +49(0)21 73 39 64 0

Birgit Hagelschuer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei EPLAN Software & Service

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