Linearführung Linearführungen in der Anwendung: Warenhandling in Apotheken

Redakteur: Ute Drescher

Wie es mit Hilfe von Linearführungssystemen gelingt, sowohl die Effizienz beim Medikamenten-Management als auch die Wirtschaftlichkeit im Anlagenbau zu forcieren.

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Allein in Deutschland laufen etwa 2000 Medikamenten-Kommissioniersysteme von Care-Fusion|Rowa, weltweit sind es etwa 4500.
Allein in Deutschland laufen etwa 2000 Medikamenten-Kommissioniersysteme von Care-Fusion|Rowa, weltweit sind es etwa 4500.
(Bild: Schaeffler)

Eine gute Idee kennt keine Grenzen – sie setzt sich immer durch!“ Dass dieser Satz früher wie heute Gültigkeit hat, lässt sich in unserer hoch technisierten Welt an vielen Beispielen in der praktischen Arbeits- und Freizeit-Welt belegen. Jedoch gibt es den einen oder anderen Bereich, dem eine gewisse Sensibilität zugrunde liegt und der deshalb nicht ohne weiteres mit einem wie auch immer gearteten Automatisierungs-Schema zu belegen ist. Oder doch?

Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens Care-Fusion|Rowa jedenfalls ist der eindrucksvolle Beweis dafür, dass man aus einer Idee ein international erfolgreiches Business entwickeln kann, wenn man das Ohr ganz nah am Markt hat. So geschehen vor gut 16 Jahren, als Rudolf Wagner, damals Inhaber der Firma WMK Maschinenbau, während einer langen Zugfahrt mit einem Apotheker-Ehepaar ins Gespräch kam. Diskutiert wurden Themen wie die Umsetzung der Gesundheitsreform und die damit verbundenen Veränderungen in den Apotheken sowie die Herausforderungen, die Arbeitsprozesse in den Apotheken rationalisieren zu müssen. Im Bewusstsein blieb, nicht nur die Arbeit in den Apotheken zu erleichtern, sondern das bekannt hohe Niveau in der Patienten-/Kundenberatung aufrecht zu erhalten bzw. weiter zu verbessern.

So entstand die Idee, ein Medikamenten-Kommissioniersystem zu bauen und dafür wurde im Jahr 1996 die Firma Rowa Automatisierungssysteme gegründet. Bis heute sind über 4.500 Automatisierungssysteme gebaut worden, die europaweit installiert und in Betrieb sind, davon allein in Deutschland über 2.000. Und weil der weitsichtige Unternehmer Rudolf Wagner rechtzeitig seine Nachfolge regelte, wurde Rowa Automatisierungssysteme GmbH im Jahr 2011 ein Teil der weltweit operierende Care-Fusion Corp., einem führenden Medizintechnik-Unternehmen, das weltweit in 130 Ländern aktiv ist.

Care-Fusion beschäftigt insgesamt rund 15.000 Menschen, davon 380 in Kelberg/Vulkaneifiel, wo Care-Fusion|Rowa bis heute ihren Sitz hat. Das Lieferprogramm repräsentiert aktuell die 3. Generation an Apotheken-Automatisierungssystemen zum Ein- und Auslagern bzw. zum Kommissionieren von Medikamenten.

Wer über 4.500 Systeme gebaut hat…

Die Baureihen Rowa-Smart, Rowa-Vmax und Rowa-iVmax unterscheiden sich wie folgt: Rowa-Smart ist in zwei Standard-Baugrößen mit einer Kapazität von wahlweise 9.000 bzw. 11.300 Packungen lieferbar; Rowa-Vmax ist modular konzipiert und bietet pro laufendem Meter bis zu 4.000 Packungen Platz, und in das ebenfalls modular aufgebaute System Rowa-iVmax ist eine vollautomatische Einlagerung unterschiedlichster Packungen ab Großhandelsbehälter integriert. Die Produkte werden ständig weiterentwickelt und in der Leistung verbessert und dafür ist in Kelberg eine rund 50 Personen starke Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung zuständig.

Als nun zum einen die Nachfrage größer wurde und zum anderen die Entwicklung der nächsten Anlagengeneration (Vmax-Baureihe = kompakter, schneller, dynamischer) anstand, setzte sich Dietmar Groß, Leiter Konstruktion bei Care-Fusion|Rowa Automatisierungssysteme, mit potenziellen Lieferanten für Maschinenelemente auseinander und formulierte einen Anforderungskatalog. Dieser beinhaltete sowohl die Leistungs- und Lieferfähigkeit als auch die konstruktive Unterstützung und das Serviceverhalten.

… stellt hohe Ansprüche an Lieferanten

Eine dieser Anfragen richtete sich an Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG ins zuständige Ingenieurbüro Wuppertal und dort nahm sich Jürgen Donath der Aufgabe an. Dazu Konstruktionsleiter Dietmar Groß: „Wir entwickeln, konstruieren und montieren die Anlagen, haben aber keine mechanische Fertigung. Folglich setzen wir, wann immer möglich und sinnvoll, auf am Markt in Leistung und Qualität passende Maschinenelemente und Baugruppen. Da wir in der Vergangenheit nicht immer zufrieden waren, suchten wir z. B. für die diversen Ein- und Mehrachsen-Positioniersysteme nach einem Lieferanten, der kompatible Linearführungssysteme im Programm hat. Zudem wollten wir eine umfassende Betreuung bis hin zur Berechnung und Anwendungs-Unterstützung gewährleistet haben. Da wir durch bestimmte Renner-Typen eine gewisse Standardisierung haben, jedoch allein zum Beispiel bei der senkrechten (Z-) Positionierachse auf 35 Varianten kommen, musste und muss der Lieferant, bezogen auf die rund 500 jährlich zu planenden und auszurüstenden Automatisierungssysteme, auch die nötigen Konfigurations-Kapazitäten haben und insgesamt sehr flexibel sein.“

Jürgen Donath und sein Kollege Klaus Nottebaum klärten bei einem Besuchs bei Care-Fusion|Rowa die technische Aufgabenstellung. Seitens Schaeffler folgte die Zusammenfassung zu einem Lastenheft und Klaus Nottebaum erstellte anschließend die Berechnungen und einen Einbauvorschlag. Nach Prüfung durch die Konstruktionsabteilung von Care-Fusion|Rowa wurde von dort ein Auftrag für die Lieferung mehrerer Musterachsen erteilt und nach weiteren Praxistests erhielt die Lineartechnik von Schaeffler die Freigabe und den Auftrag zur chargenweisen Belieferung in die Serienfertigung.

Lieferung just in time

Jürgen Donath meinte dazu: „Wir haben hier schnell zu einer vertrauensvollen Partnerschaft gefunden, weil die Anforderungen ganz klar waren und weil wir die Wünsche von Care-Fusion|Rowa umfassend erfüllen konnten und können. Wir liefern die zumeist unterschiedlich zu konfigurierenden Linearführungen- und -systeme als montagefertige Bausätze oder vormontierte Einheiten just in time, weil Care-Fusion|Rowa aus naheliegenden Gründen keine großen Lagerbestände vorhalten will.“

Mit den Linearsystemen von Schaeffler, werden heute in den Rowa Automatisierungslösungen aller Baugrößen sowohl die senkrechten Verfahrachsen (Z-Achse) als auch vor allem die Greifersysteme und nicht zuletzt die neuen vollautomatischen Prolog-Einlagerungssysteme ausgerüstet. Damit ergibt sich eine gewisse Standardisierung bei Linearführungen auf der Basis von Laufrollenführungen.

Für Care-Fusion|Rowa ist laut Dietmar Groß Schaeffler der ideale Partner. Dies kommt nicht zuletzt auch darin zum Ausdruck, dass Jürgen Donath und Kollegen den Kunden nicht nur kontinuierlich vor Ort betreuen, sondern auch von Anfang an involviert werden, wenn es um neue Herausforderungen und um neue Entwicklungen geht. (ud)

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