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Mensch-Maschine-Interface Leuchtdioden sollen weltweit steigenden Energiebedarf drosseln

| Redakteur: Stefanie Michel

Würde man von jetzt auf gleich alle Glühbirnen dieser Welt gegen LEDs austauschen, könnten etwa 200 Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Doch bisher strahlen die Dioden der LEDs nur blaues Licht ab. An der Fachhochschule Münster sollen neuartige Leuchtstoffe entwickelt werden.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Um die Dioden in möglichst natürliches, weißes Licht umzuwandeln, hat Merck ein Labor an der Fachhochschule Münster gegründet. Prof. Dr. Thomas Jüstel vom Fachbereich Chemieingenieurwesen leitet das Merck-Lab auf dem Steinfurter Campus.

Das Ziel: LEDs mit allen gewünschten Farbspektren des Lichts

Die Aufgabenstellung hört sich simpel an. Jüstel und seine fünf Mitarbeiter sollen neuartige Leuchtstoffe entwickeln, die nicht nur so langlebig und effizient wie die bisher in LEDs verwendeten sind, sondern auch alle gewünschten Farbspektren des Lichts zur Verfügung stellen. Eine LED hält in der Regel 50 000 Stunden. Wenn nur dieses blaue Licht nicht wäre! Der weltweit auf diesem Gebiet anerkannte Experte Jüstel sieht eine Lösung darin, das blaue Licht durch gelbes und rotes zu ergänzen.

Und das geschieht durch Schichten, die über die blaue Lichtquelle gelegt werden. Zum Einsatz kommen dabei anorganische Leuchtstoffe. Sie liegen zunächst in Pulverform vor und werden in einem Trägermaterial, beispielsweise Silikon, aufgebracht.

Die hohe Kunst ist es nun, die richtige Mischung zu finden, damit das blaue Licht ergänzt, verändert oder vollständig umgewandelt wird. Und außerdem müssen die Schichten genau so lange halten, wie die eigentliche LED. Bei Temperaturen von 100 bis 200 Grad kein leichtes Unterfangen. Jüstel: „Aber es könnte dazu beitragen, den ständig steigenden Energiebedarf weltweit deutlich zu drosseln.“

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