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Energieketten Leitungen in Energieketten – sichere Verseilung mit Bündel statt Lage

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Die Igus-Bündelverseilung sorgt seit einem Vierteljahrhundert für ein langes Leben von Leitungen in Energieketten. Nach einem intensiven Entwicklungsprozess haben sich diese Leitungen schon lange zum Standard etabliert und bringen viele Vorteile.

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Im inzwischen mit 1750 m² weltweit größten Testlabor der Branche werden die Energieketten und Leitungen getestet und aufeinander abgestimmt.
Im inzwischen mit 1750 m² weltweit größten Testlabor der Branche werden die Energieketten und Leitungen getestet und aufeinander abgestimmt.
(Bild: Igus)

Leitungen in E-Ketten – das war nicht immer eine harmonische Beziehung. In den späten 80er Jahren traten immer wieder Schäden an zugelieferten hochflexiblen Leitungen beim Einsatz in Energieketten auf. Vor allem in den schneller werdenden automatischen Regalsystemen kam es zu Stillständen in den langen Gassen, da sich die am Markt erhältlichen Leitungen nach und nach aufwickelten. Überlastungen und Zugbelastungen beim Biegevorgang verursachen so eine schraubenartige Verformung der Leitung, die als „Korkenzieher-Effekt“ bekannt ist. Grund dafür sind meist hohe Biegebeanspruchungen der Leitung oder ungünstige Konstruktionsaufbauten wie Lageverseilung, ein fehlender Kern oder auf „Schlauch“ extrudierte, lockere Mäntel. Zahlreiche Bemühungen der verschiedenen Leitungsanbieter, diesen Effekt zu eliminieren, führten nicht zum nachhaltigen Erfolg. Damit fiel der Startschuss für Igus, ein eigenständiger Anbieter von Leitungen auf dem Markt zu werden. Seitdem haben sich diese als Standard etabliert.

Eigene Fertigungsnormen entwickelt

Die Arbeit, flexible Leitungen für die Anwendung in Energieketten zu entwickeln, begann von Grund auf. Da es auf dem Markt keine verlässlichen Standards oder Normen für Leitungen in E-Ketten gab, definierte Igus als erstes eigene Fertigungsnormen und Versuchsstandards. „Gleichzeitig investierten wir in ein kleines aber einzigartiges Labor, das sich mit der Erforschung von Leitungen in dauerbewegten E-Ketten-Anwendungen beschäftigte“, so Rainer Rössel, Leiter des Geschäftsbereiches Chainflex-Leitungen bei Igus. „Als dieses fertig gestellt war, wurden zunächst die vorhanden, am Markt erhältlichen, hochflexiblen Leitungen getestet und die Ergebnisse ausgewertet.“ Diese zeigten, dass die vorhanden Verseilungskonzepte, wie auch die zumeist verwendeten Werkstoffe, nach den einschlägigen Normen nicht schlecht gewählt und für normale flexible Anwendungen durchaus ausreichend waren.

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Aber im dauerbewegten Einsatz in Energieketten kamen diese Leitungen deutlich an ihre Grenzen.

Eine Idee vom Stahlseil „geliehen“

Bei der Suche nach einer eigenständigen Lösung half der Aufbau von Stahlseilen. Ein interessanter Aspekt hierbei ist die Bündelverseilung. Dabei unterscheidet sich die Bündelverseilung deutlich von den bis dahin verwendeten und auch heute noch üblichen Verseilkonzepten, den sogenannten lagenverseilten Leitungen. Bei lagenverseilten Leitungen werden die Adern in mehreren Lagen um das Zentrum der Leitung verseilt, wobei häufig zwischen den Lagen noch Folien oder Vliese eingebracht werden.

Der Hauptnachteil dieses wesentlich kostengünstigeren Fertigungsverfahrens liegt darin, dass die Adern bei der Biegung innerhalb des Energiekettenradius besonderen Streck- und Stauchkräften ausgesetzt sind.

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