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Lineartechnik

Leitfaden für Konstrukteure – Schmiermittelauswahl für Kugelgewindetriebe

Unabhängig davon, ob der Konstrukteur eine gerollte oder präzisionsgeschliffene Kugelumlaufspindel einsetzt: das Schmiermittel muss sorgfältig ausgewählt werden. Nur dann können die Kugelgewindetriebe mit ihrem Hauptvorteil – der geringen Reibung – punkten.

| Redakteur: Ute Drescher

Unabhängig davon, ob der Konstrukteur eine gerollte oder präzisionsgeschliffene Kugelumlaufspindel einsetzt: das Schmiermittel muss sorgfältig ausgewählt werden. Nur dann können die Kugelgewindetriebe mit ihrem Hauptvorteil, der geringen Reibung, punkten.

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( Bild: Thomson Neff )

Verunreinigungen sind die Hauptursache für das vorzeitige Versagen von Kugelgewindetrieben. Vor der Schmierung und Nachschmierung muss der Kugelgewindetrieb daher sorgfältig von allen Verunreinigungen befreit werden. Eine ordnungsgemäße Schmierung kann eine Verunreinigung und die daraus resultierenden Schäden weitgehend vermeiden. Vor dem Aufbringen des gewählten Schmiermittels sollten zunächst das für den Versand und die Lagerung verwendete Rostschutzöl restlos von den Bauteilen abgewischt werden.

Sowohl für das Aufbringen des Schmiermittels auf den Kugelgewindetrieb als auch für das Zurückhalten des Schmiermittels in der Baugruppe bieten sich mehrere Methoden an. Eine fettgeschmierte Kugelumlaufmutter kann beispielsweise einen Schmiernippel am Flansch (sofern vorhanden) oder am Körper der Mutter aufweisen. Abstreifern oder Dichtungen halten das Schmiermittel im Inneren der Baugruppe und verhindern gleichzeitig das Eindringen von Schmutz. Ölgeschmierte Systeme benötigen eine Pumpe, ein Filtersystem und ein Verfahren zum Einbringen des Schmieröls.

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Schmiermittel gewährleistet ordnungsgemäße Funktion

Über Schmiermittel wird häufig nicht nachgedacht (es gibt Hunderte Varianten, von denen sich viele kaum unterscheiden; wenden Sie sich an einen Schmiermittelexperten oder den Kugelgewindetrieb-Hersteller, um die Auswahl einzugrenzen), aber erst die korrekte Auswahl für den jeweiligen Einsatzzweck gewährleistet eine ordnungsgemäße Funktion des Systems über die berechnete Lebensdauer. Sowohl Öl als auch Fett bieten Korrosionsschutz. Die Auswahl des Schmiermittels sollte jedoch von den jeweiligen Vor- und Nachteilen für die geplante Anwendung geleitet werden.

Öl lässt sich in geregelter Menge direkt an der Schmierstelle aufbringen. Es verdrängt zudem Feuchtigkeit und Verschmutzungen, während es durch die Kugelgewindemutter fließt. Darüber hinaus kann es zur Kühlung genutzt werden. Beachten Sie aber zugleich die Nachteile einer Ölschmierung:

  • Mögliche Verschmutzung des Systems durch überschüssiges Öl, z.B. ein Vermischen mit der Schneidflüssigkeit an Bearbeitungsmaschinen.
  • Kosten für Pumpe und Messeinrichtung zur korrekten Aufbringung des Öls.

Fett ist kostengünstiger aufzubringen als Öl, erlaubt längere Schmierintervalle und kann die Prozessflüssigkeiten nicht verschmutzen. Auf der anderen Seite ist anzuführen:

  • Es ist unmöglich, das Fett vollständig in der Kugelgewindemutter zu halten. Es neigt dazu, sich am Ende des Mutter-Verstellwegs zusammen mit Spänen und abrasiven Partikeln anzusammeln.
  • Die Unverträglichkeit des alten Fetts mit dem nachgeschmierten Fett kann zu Problemen führen. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass sich das neue Fett mit dem vorhandenen verträgt.

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