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Lasersintern als kostengünstiges Serienverfahren

| Redakteur: Dorothee Quitter

Kleine und mittelgroße Formteile mit komplexen Geometrien lassen sich mit der Lasersinter-Technologie auch in größeren Stückzahlen wirtschaftlich fertigen. Damit bietet sich das generative Schichtbau-Verfahren sowohl als Produktionsalternative für die Serienfertigung von Kunststoffteilen als auch für die kostengünstige Herstellung von Ersatzteilen an.

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Kunststoffteile mit komplexen Geometrien entstehen kostengünstig im Rapid-Manufacturing.
Kunststoffteile mit komplexen Geometrien entstehen kostengünstig im Rapid-Manufacturing.
( Archiv: Vogel Business Media )

Schon als die Lasersinter-Technologie Anfang der 90er-Jahre als Methode des Rapid Prototyping entwickelt wurde, sahen einige dieses generative Schichtbau-Verfahren auch als Alternative für die Serienproduktion. Im Kunststoffbereich ist diese Vision heute Realität.

Über verschiedene Innovationsstufen auf den Gebieten des Anlagenbaus und der Werkstoffkunde ist aus dem einstigen Modellbau-Verfahren eine Methode zur Produktion einbaufertiger Formteile aus Polyamid entstanden. Insbesondere bei kleinen und mittleren Losgrößen empfiehlt sie sich als wirtschaftliche Alternative zum Fräsen oder Spritzgießen.

Der mittelständische Modellbau- und Prototyping-Dienstleister FKM Sintertechnik gehört zu den ersten Unternehmen, die im Lasersintern Serien von bis zu 10.000 Stück produzieren. Es sind kleine bis mittelgroße Formteile wie Schutzkappen, Halte- und Steckelemente oder auch komplexe Gehäusekomponenten, die in wenigen Stunden oder über Nacht auf einer der elf EOS-Anlagen entstehen.Da für das Lasersintern kein teures Formwerkzeug benötigt wird, können die Kunststoffteile zu einem sehr günstigen Preis hergestellt werden. Diese niedrigen Kosten gepaart mit der Schnelligkeit des Verfahrens erlauben zugleich die bedarfsgerechte On-Demand-Produktion von Ersatzteilen.

Die steuerungstechnische Basis für die CO2-Laser der Sinteranlagen wird direkt aus den Geometriedaten etablierter 3D CAD-Konstruktionsprogramme (ProEngineer, Solid Works, AutoCAD etc.) gewonnen. Der Aufwand für die Anfertigung von Werkzeugen entfällt daher. Zudem verfügen die Anlagen heute über schnelle Doppelkopf-Laser und große Bauräume von bis zu 700 x 380 x 580 Millimetern. Vor allem kleinere Kunststoffteile lassen sich somit sehr wirtschaftlich in größeren Stückzahlen produzieren.

Das Lasersintern ist im Gegensatz zur Stereolithografie ein trockenes Verfahren und arbeitet ohne Stützgeometrien. Die lasergesinterten Bauteile bestehen vorwiegend aus weißem Polyamid 12, einem serientauglichen Standard-Werkstoff für viele technische Anwendungen. Getestet wird seit kurzem auch CarbonMide®. Dieses mit Carbonfasern gefüllte, schwarze PA-Compound verfügt über eine hohe Festigkeit bei geringem Gewicht und kommt derzeit vor allem bei Bauteilen für den Rennsport zum Einsatz.

FKM Sintertechnik

Tel. +49(0)6461 89887

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