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Innotrans 2016 Lapp liefert Bahnkabel schnell und flexibel

Die Lapp Gruppe präsentiert auf der diesjährigen Innotrans erstmals ihre Verbindungslösungen für die Bahnindustrie. Neu ist insbesondere das Logistikkonzept. Lapp liefert Standardprodukte – auch in Kleinmengen – innerhalb von 24 Stunden. Bei selten nachgefragten und auf Auftrag gefertigten Produkten unterbietet Lapp marktübliche Lieferzeiten um mehrere Wochen. Das Logistikkonzept soll nun auch auf die Bahnbranche übertragen werden.

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Aufgrund der Strahlenvernetzung, die auf der Anlage der Lapp Gruppe in Korea erfolgt, sollen die Bahnkabel des Stuttgarter Anbieters den hohen Belastungen standhalten.
Aufgrund der Strahlenvernetzung, die auf der Anlage der Lapp Gruppe in Korea erfolgt, sollen die Bahnkabel des Stuttgarter Anbieters den hohen Belastungen standhalten.
(Bild: Lapp)

Die Lapp Gruppe will auf der Innotrans 2016 mit ihrem Logistikkonzept überzeugen. Dabei verspricht das Unternehmen eine Lieferzeit von Standardprodukten – auch in kleinen Mengen – innerhalb von 24 Stunden. Auch bei selten nachgefragten Kabel- und Zubehörtypen, die nach Auftrag gefertigt werden, will Lapp marktübliche Lieferzeiten um mehrere Wochen unterbieten. Üblicherweise haben Hersteller und Konfektionäre von Leitungen für Lokomotiven, Waggons und Metros Lieferzeiten von vier Monaten. Anders als bei anderen Anbietern sollen Kunden bei Lapp auch Kleinmengen ab 100 m bestellen können. Größere Leitungslängen werden zudem nach Wunsch abgelängt. Bisher ist es für die Anwender in der Bahnindustrie oft schwierig, Kabel in kleinen oder nicht standardisierten Mengen zu beziehen. Die kleinsten Verpackungsgrößen sind bei vielen Anbietern, abhängig von den Leitungstypen, oft 1000 m oder größer. Aufgrund des maßgeschneiderten Ablängens von Lapp soll der Kunde Lagerkosten sparen.

Kurze Lieferzeiten auf Bahnbranche übertragen

Derart kurze Lieferzeiten will Lapp aufgrund einer ausgeklügelten Lagerhaltung auf allen Kontinenten sicherstellen und nun auf die Bahnbranche übertragen. Es soll ein Problem lösen, das alle großen Bahnhersteller kennen: Vor dem Liefertermin einer neuentwickelten Lokomotive oder neuer Waggontypen kommt es oft zu Hektik, weil im letzten Moment die Elektrik umgeplant wird. Wenn die Hersteller dann vier Monate auf neue Kabel warten müssen, sind die Liefertermine nicht zu halten. „Da sehen wir eine große Chance für Lapp“, sagt Thorsten Grünberg, der seit dem Frühjahr Marktmanager für den Bahnmarkt bei Lapp ist. Grünberg hat Branchenerfahrung: Zuvor war er 25 Jahre in verschiedenen Funktionen im Vertrieb von Verbindungstechnik in der Bahnindustrie tätig.

Bahnkompetenz in Südkorea

Während die Lapp Gruppe in Europa jetzt neu in den Bahnmarkt einsteigt, ist sie in Korea schon länger im Geschäft. Kabel von Lapp stecken in den Hochgeschwindigkeitszügen des südkoreanischen Herstellers Hyundai-Rotem, die auf der Linie des Korea Train Express (KTX) von Seoul nach Mokpo und Pusan fahren. In Seongnam befindet sich auch das Kompetenzzentrum und das Werk von Lapp Korea, in dem die Kabel hergestellt werden. Dort hat die Lapp Gruppe eine Anlage zur Strahlenvernetzung errichtet. Sie beschießt die Kabelmantel mit Elektronenstrahlen, wodurch die Kabel extreme Temperaturschwankungen von –40 °C bis 120 °C aushalten sollen.

Neue und modifizierte Kabeltypen

Lapp zeigt auf der Innotrans in Berlin Ölflex-Train-Leitungen Unitronic-Datenleitungen, Etherline-Datenübertragungssysteme, Epic-Industriesteckverbinder, Skintop-Kabelverschraubungen und Fleximark-Kennzeichnungssysteme, die speziell die strengen Brandschutzanforderungen nach EN 45545 erfüllen und damit in Schienenfahrzeugen für den Einsatz im Passagierverkehr verwendet werden können. (sh)

Innotrans 2016: Halle 10.1, Stand 103

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