Hydrauliköl-Diagnose Kontinuierliche Zustandsüberwachung von Hydrauliköl

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Öl-Zustandssensoren ermöglichen Instandhaltungskonzepte, mit denen sich Ölwechselintervalle verlängern, Probleme frühzeitig erkennen und Ausfallzeiten reduzieren lassen.

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Instandhaltungsstrategien
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(Bild: Argo Hytos)

In fluidtechnischen Systemen wird das Öl als konstruktives Element betrachtet, das verschiedenste Aufgaben erfüllt. Es überträgt Leistung, übernimmt die Schmierung, den Wärmehaushalt und transportiert den Schmutz zu den Filtern. Obwohl es vielfältige Ursachen für Ausfälle in fluidtechnischen Systemen gibt, rückt neben mechanischer Ermüdung oder Überlast einzelner Komponenten der Zustand des Öls in den Fokus.

Weithin bekannt ist dabei der negative Einfluss von Kontamination mit Partikeln. Diese können von außen z.B. durch Belüfter und Dichtungen in das System gelangen, oder sie werden durch Verschleiß im System selbst erzeugt. Folgen der Partikelkontamination sind ein erhöhter Verschleiß, der Ausfall von Komponenten und die Reduzierung der Systemleistung sowie -lebensdauer.

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Neben der Verschmutzung mit Feststoffen können aber auch flüssige Verunreinigungen in das System gelangen. Hier ist vor allem Wasser ein Problem, das aus der Luft oder durch Leckagen ins System gelangt. Dort verursacht es Korrosion und verringert die Leistungsfähigkeit des eingesetzten Öls. Ebenso kann eine Vermischung von Ölen zu einer kürzeren Standzeit und bei Inkompatibilität sogar zu schweren Schäden führen. Durch thermische oder mechanische Last wird das Öl im Betrieb beansprucht und verliert dabei an Leistungsfähigkeit oder gar Funktion. Dies lässt sich Anhand von Oxidation, dem Abbau von Additiven oder einer Veränderung des Säuregehalts erkennen.

Um auf Veränderungen des Ölzustands rechtzeitig reagieren zu können, ist es unerlässlich, den Ölzustand kontinuierlich zu überwachen. Hierzu bietet Argo-Hytos maßgeschneiderte und zuverlässige Condition-Monitoring-Lösungen an.

Online-Öl-Zustandsüberwachung

Online Condition Monitoring oder kontinuierliche Zustandsüberwachung bezeichnet hierbei die kontinuierliche Bestimmung und Interpretation von Zustandsinformationen von Maschinen, Systemen und ihrer Komponenten. Die Vorteile der Online-Überwachung zur herkömmlichen Laboranalyse liegen nicht nur in der einfacheren Handhabung und den geringeren Kosten, sondern speziell in der lückenlosen Zustandsüberwachung. Die Informationen aus der Onlineüberwachung spiegeln nicht eine beliebige Momentaufnahme wider, sondern erfassen die kontinuierliche Veränderung. Dadurch lässt sich eine zustandsabhängige, vorausschauende Instandhaltung realisieren.

Beim zustandsbasierten Instandhaltungskonzept werden die Sensormessdaten mit der Historie und dem aktuellen Betriebszustand abgeglichen und anschließend eine Zustandsbewertung durchgeführt. Die Bewertung selbst erfolgt automatisiert durch intelligente Algorithmen, die mittels Mus-tererkennung und Grenzwertbetrachtung, auf Basis voreingestellter oder erlernter Parameter, arbeiten.

In den vergangenen Jahren wurden unterschiedliche Messlösungen entwickelt, um den Ölzustand während des Betriebs kontinuierlich zu überwachen. Mit ihnen lassen sich Verschleiß, Kontamination, Leckagen, Öl-Vermischung und Öl-Alterung erkennen.

Systemintegration und Daten verwalten

Um die Handhabung der Öl-Zustandssensoren zu erleichtern, wurden auch die Möglichkeiten zur Informationsübertragung weiterentwickelt. Neben vielfältigen Schnittstellen für den mobilen und stationären Bereich werden verstärkt Remote-Lösungen zur Datenfernabfrage genutzt. Diese ermöglichen es Experten, zentral auf verteilte Systeme zuzugreifen und deren Zustand zu überwachen.

Eine große Herausforderung beim Fernzugriff ist eine sichere Kommunikation, besonders wenn die überwachte Anlage schwer erreichbar oder gar mobil ist. Heutige Remote-Lösungen verbinden die Zustandssensoren deshalb direkt über ein geeignetes Interface mit einer webbasierten Datenbank. Dieser Cloud-Service ermöglicht es, den Maschinenzustand ortsungebunden zu betrachten und zu analysieren. Jeder Benutzer kann auf die aktuellen und gespeicherten Daten, sowie die Statusmeldungen mit einem beliebigen internetfähigen Endgerät zugreifen. Das für die Kommunikation mit der Internetdatenbank verwendete Gateway leitet die Messdaten über ein internes Ethernet- oder GSM-Modul automatisch weiter. (qui)

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