Projekt „leiseres Auto“ Komponentenzulieferer stellt Geräuschtesteinrichtung in seiner „Echo-Chamber“ vor

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Sitzbaugruppen, die nicht quietschen; Autotüren, die nicht knirschen; Reduzierung und Beseitigung von Klapper- und Summgeräuschen in Autoteilen – diese und weitere Verbesserungen nimmt Saint-Gobain mithilfe seiner neuen, modernen echofreien Kammer in Bristol, GB, in Angriff.

Firmen zum Thema

Als einer der wenigen Tier 2 Automobilzulieferer verfügt Saint-Gobain über eine Geräuschkammer, die Tests zum Geräuschverhalten sowohl einzelner Komponenten als auch kompletter Baugruppen ermöglicht.
Als einer der wenigen Tier 2 Automobilzulieferer verfügt Saint-Gobain über eine Geräuschkammer, die Tests zum Geräuschverhalten sowohl einzelner Komponenten als auch kompletter Baugruppen ermöglicht.
(Bild: Saint Gobain)

Der Begriff „echofreie Kammer“ oder „reflexionsarmer Raum“ spiegelt bereits das Funktionsprinzip dieser Einrichtung wider, die Schallreflexionen absorbiert und von externen Geräuschquellen isoliert ist. Die Kammer bietet eine ideale Umgebung für Geräusch- und Schwingungstests in vielfältigen Anwendungsbereichen, z. B. für Sitze, Autotüren und Lenksysteme. Auf diese Weise gewinnen sowohl Saint-Gobain als auch seine Kunden – ob Automobilhersteller oder Systemlieferanten – nützliche Daten zur Identifizierung von Verbesserungspotenzial. Die echofreie Kammer von Saint-Gobain gehört nicht nur technisch zu den besten Einrichtungen ihrer Art in Großbritannien, sondern ist auch die einzige in der Branche der Komponentenzulieferer.

Rütteltest in der Echo-Kammer

Verbraucher achten heute sehr viel stärker darauf, welche Geräusche ihre Fahrzeuge entwickeln. Die fortschreitende Reduzierung von Motorgeräuschen führt dazu, dass von Sitzen, Türen, Lenksystemen usw. im Fahrzeuginnenraum erzeugte Summ-, Quietsch- und Klappergeräusche immer mehr die Aufmerksamkeit der Insassen wecken. Die echofreie Kammer bietet Saint-Gobain die Möglichkeit, das Geräuschverhalten einer Baugruppe bis zur Komponentenebene zu analysieren. Kleinteile wie Verbundlager und Toleranzringe können erhebliche Auswirkungen auf die Geräuschreduzierung der fertig montierten Baugruppe haben – diese Auswirkungen lassen sich jedoch nicht in isolierter Umgebung testen. Da kleine Komponenten auf Baugruppen- und Systemebene einen funktionellen Mehrwert schaffen können, nutzt Saint-Gobain die Kammer, um komplette Systeme zu testen – und zwar unter Einhaltung der Standards von Zulieferern oder Automobilherstellern.

Vor Errichtung der echofreien Kammer führte Saint-Gobain die Tests sechs Jahre lang in externen Einrichtungen lokaler Universitäten sowie bei einer externen Prüfstelle in Deutschland durch. Ermöglicht wurde die Realisierung der Kammer in Bristol auch durch die Unterstützung des Institute of Sound and Vibration Research (ISVR Consulting) der Universität von Southampton. Das Institut war an mehreren Entwicklungsprojekten im Bereich Schall und Vibration beteiligt und arbeitete dabei mit Brüel & Kjær, einem Anbieter von Schall- und Schwingungsmessgeräten, zusammen.

Simon Hughes, leitender NVH-Spezialist bei Saint-Gobain, erklärt: „Wir sind seit vier Jahren aktives Mitglied des „Squeak and Rattle“-Forums, das Experten, Entwicklern und anderen Interessengruppen aus Forschung und Industrie als gemeinsame Plattform dient, um Lösungen zur Reduzierung von Störgeräuschen und zur Verbesserung der Geräuschqualität zu erarbeiten. Die Geräuschreduzierung in bestimmten Systemen liegt unseren Kunden sehr am Herzen. Für die einen geht es darum, erwünschte Geräusche wie z. B. den Motor gezielt zu betonen, während andere schlicht und einfach eine angenehmere Fahratmosphäre schaffen möchten.“ (br)

(ID:44983361)