Gleitlager Kleinwagen aus Köln gleitet mit Tribo-Polymeren durch Asien

Projekt Iglidur-on-tour: Seit Beginn dieses Jahres befindet sich ein mit Polymer-Gleitlagern ausgerüsteter Kleinwagen von Igus auf einer Reise über vier Kontinente und drei Ozeane, durch Wüsten, Schnee und tropische Hitze. Mit der Fahrt will das Unternehmen das Potenzial und die Belastbarkeit seiner Kunststoffe für bewegte Anwendungen (Motion Plastics) unter Beweis stellen.

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(Bild: Igus)

Anlass des Weltreise-Projektes, das in Zusammenarbeit mit der FH Köln entstand, ist der 30-jährige Geburtstag des Iglidur-Werkstoffes und das 50-jährige Firmenjubiläum von Igus. 16.000 Kilometer sind bereits in den letzten fünf Monaten durch Indien, China, Korea und Taiwan zurückgelegt worden. Tausende weitere in Japan, Brasilien und den USA will das Team um den Bonner Politologen und Soziologen Sascha Laufenberg bis 15. Oktober 2014 bewältigen. Dann, pünktlich zur 50-Jahrfeier des Unternehmens, soll das Fahrzeug wieder auf dem Werksgelände in Köln Porz-Lind eintreffen. Anschließend beginnt die Europa-Tour. Auf dem heimischen Kontinent sollen Kunden, Messen und Events besucht werden um zu zeigen, was Kunststoffgleitlager heute leisten können.

Asien ist erste Teststrecke für Gleitlagertechnologie

Trotz aller Strapazen hat der Wagen mit seiner Kunststofftechnologie bisher allen Beanspruchungen getrotzt. Die Reduktion an Gewicht, Lärmentwicklung und Produktionskosten, die Kunststoff- im Vergleich zu Metalllagern ermöglichen, hat keineswegs die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs vermindert. „Im Gegenteil, alle Fahrten durch Wüsten, Bergpässe, Regenwälder sowie das Verkehrschaos von Asiens Megacitys haben wir gemeistert, zeitweise bei Temperaturen weit über 30 °C und extremer Luftfeuchtigkeit“, stellt Laufenberg heraus. Jeweils rund 5000 km haben durch Indien und China, je über 3000 km durch Taiwan und Korea geführt. Zurzeit steht Japan von Tokio bis zum Mount Fuji auf dem Programm. Die Reise führte bisher zu Asiens Sehenswürdigkeiten, Kundenniederlassungen und Messen. Dort konnten sich Besucher bei der Iglidur-Roadshow von den Eigenschaften des Wagens und der verbauten Kunststoffgleitlager überzeugen. Die Fortsetzung folgt demnächst beim WM-Gastgeber Brasilien. Dann steht für das Team die Durchquerung Süd- und Nordamerikas bevor, wobei der Startpunkt in den USA mit Alaska ein besonders anspruchsvoller sein wird.

Kunststoff-Gleitlager für die Automobilindustrie

Die jahrzehntelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit im branchengrößten Testlabor für Kunststoffkomponenten für bewegte Anwendungen, den Motion Plastics, haben zur Serienproduktion von 45 unterschiedlichen Iglidur-Werkstoffen geführt. In Form von Gleitlagern kommen diese über 200 Millionen Mal jährlich im Automobilindustrie zum Einsatz. Jedes zweite Gleitlager von Igus wird in Automobilen montiert. Die selbstschmierenden Kunststoffmischungen zeichnen sich laut Hersteller durch minimale Reibung und Verschleiß aus, sind zudem korrosions- und wartungsfrei und daher besonders langlebig. Da auf eine externe Schmierung mit Ölen und Fetten verzichtet werden kann, verschmutzen die Lager nicht und auch die Umwelt wird geschont. Die im Spritzguss hergestellten Gleitlager können jeder Lagerstelle angepasst werden. Auch für das Projekt Iglidur-on-tour mussten an den insgesamt 56 Lagerstellen des Kleinwagens Sonderlösungen am Computer entworfen und aus Halbzeugen gefertigt werden. Vom Bremspedal, über die Scheibenwischer, Fensterheber, Handbremse, Sitzkonsole, Startergenerator bis hin zur Drosselklappe, überall wurden Hochleistungskunststoffe eingebaut. Momentan beweisen sie auf den Straßen und im anspruchsvollen Klima Asiens Anwendungsvielfalt, Belastbarkeit und Lebensdauer. (sh)

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