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Schienenfahrzeuge Kilometerbasiertes Bezahlsystem für Radsatzlager geplant

| Redakteur: Katharina Juschkat

Schaeffler und Perpetuum planen ein neues Bezahlsystem für Radsatzlager: Statt kaufen sollen Betreiber jetzt ein Radsatzlager pro Kilometer erwerben. Damit können Kosten für die Betreiber reduziert und Wartungsintervalle verlängert werden.

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Die „Flatrate für Radsatzlager“ kommt (v.l.): Justin Southcombe, Kaufmännischer Leiter bei Perpetuum, Dr. Stefan Spindler, Vorstand Industrie der Schaeffler AG, Steve Turley, CEO von Perpetuum und Dr. Michael Holzapfel, Leiter Geschäftsbereich Bahn Industrie Europa bei Schaeffler.
Die „Flatrate für Radsatzlager“ kommt (v.l.): Justin Southcombe, Kaufmännischer Leiter bei Perpetuum, Dr. Stefan Spindler, Vorstand Industrie der Schaeffler AG, Steve Turley, CEO von Perpetuum und Dr. Michael Holzapfel, Leiter Geschäftsbereich Bahn Industrie Europa bei Schaeffler.
(Bild: Schaeffler)

Die Schaeffler AG und Perpetuum, Spezialist für Systeme zur Zustandsfernüberwachung in der Bahntechnik, wollen die Instandhaltung von Radsatzlagern neu gestalten: In einem Letter of Intent vereinbaren beide Unternehmen eine Zusammenarbeit mit dem Ziel, für Radsatzlager ein Kilometer- bzw. Meilen-basiertes Bezahlsystem anzubieten.

Betreiber erwerben mit dieser Lösung eine Verfügbarkeit von Radsatzlagern pro Kilometer beziehungsweise Meile sowie eine Gewährleistung bis zum vorgesehenen Wartungsintervall. So werden Betriebskosten reduziert, exakt planbar und die Verfügbarkeit der Schienenfahrzeuge erhöht. Als weiteren Vorteil versprechen die Unternehmen, dass mit der Zustandsüberwachung der Radsatzlager und der Wälzlager-Expertise von Schaeffler die bisherigen Wartungsintervalle verlängert werden können.

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Wartungsmaßnahmen auf ein Notwendiges reduzieren

Perpetuum bringt seine batterielosen Zustandsüberwachungssysteme in die Kooperation ein, die leicht in vorhandene Fahrzeuge nachrüstbar sind. Schaeffler als Wälzlager-Experte ergänzt den mit Perpetuum-Analytik digital generierten „Bearing Health Index“ um Aussagen zur verbleibenden Laufleistung der Lager unter anderem auf der Basis von Rückläufern aus dem Feld für die Radsatzlageraufarbeitung sowie zu tatsächlich notwendigen Wartungsmaßnahmen und organisiert die rechtzeitige Ersatzteilbereitstellung.

Dr. Stefan Spindler, Vorstand Industrie bei Schaeffler, betont zur Bedeutung dieser Kooperation: „Was sich in der zivilen Luftfahrt mit dem Verkauf von Betriebsstunden anstatt Triebwerken schon lange bewährt hat, führen wir gemeinsam mit Perpetuum nun auch in der Bahnindustrie ein. Die aktuellen Verhandlungen mit Betreibern zeigen uns, dass wir mit diesem Geschäftsmodell den Nerv der Branche genau getroffen haben.“

Steve Turley, Geschäftsführer bei Perpetuum, fügt hinzu: “Unser Fokus liegt auf der grundlegenden Umgestaltung der Bahnindustrie, indem wir Kunden helfen, ihre Leistung und Effizienz zu verbessern bei gleichzeitig deutlichen Kostenersparnissen, Störungen möglichst gering zu halten und Bahnreisenden ein reibungsloses Fahrerlebnis zu bieten.“

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