Arbeit 4.0 Innovationslabor macht Produktionsarbeit der Zukunft erlebbar

Redakteur: Julia Stemann

Die Fraunhofer-Institute IAO und IPA eröffnen mit dem „Future Work Lab“ in Stuttgart-Vaihingen ein Zentrum, das die Zukunft der Produktionsarbeit veranschaulicht. Mit greifbaren Demonstratoren, Angeboten zur Kompetenzentwicklung und Weiterbildung wird gezeigt, wie Arbeit 4.0 aussehen kann.

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Mit dem "Future Work Lab" entsteht auf dem Fraunhofer-Campus in Stuttgart-Vaihingen ein Zentrum, das die Zukunft der Arbeit erlebbar macht.
Mit dem "Future Work Lab" entsteht auf dem Fraunhofer-Campus in Stuttgart-Vaihingen ein Zentrum, das die Zukunft der Arbeit erlebbar macht.
(Bild: Fraunhofer IAO, Ludmilla Parsyak)

Wohin wird sich unsere Arbeit entwickeln? Sagen uns intelligente Maschinen künftig, was zu tun ist und bestimmen den Takt? Oder bestimmen Menschen die Abläufe und werden durch Maschinen optimal in ihrer Arbeit unterstützt? Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO entsteht daher auf dem Forschungscampus in Stuttgart-Vaihingen das „Future Work Lab“, ein Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik, welches sich mit diesen Fragen auseinandersetzt. Dazu bündeln die Fraunhofer-Institute IAO und IPA ihre Kompetenzen rund um die Industrie 4.0. Ziel ist es, produzierenden Unternehmen und deren Mitarbeitern eine Anlaufstelle für ihre Fragen rund um die digitale Fabrik zu bieten.

Future Work Lab richtet sich an Industrie, Verbände, Gewerkschaften und Politik

„Das Future Work Lab versteht sich als Ideengeber, wie die Arbeit der Zukunft in Unternehmen aussehen kann“, fasst der Institutsleiter des Fraunhofer IAO, Prof. Wilhelm Bauer, zusammen. „Dazu sprechen wir gezielt Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen, aber auch Verbände, Gewerkschaften, Politik und Forschung an“, erläutert Bauer. Der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Prof. Thomas Bauernhansl, sagt: „Die Digitalisierung unserer Wertschöpfung wird die Rolle der Mitarbeiter stark verändern. In den indirekten Bereichen werden viele Aufgaben automatisiert und der Mensch in der Fabrik wird zum Dirigenten der Produktion. Diesen Veränderungen tragen wir mit dem Future Work Lab Rechnung.“

3 Wege führen Unternehmen zur Arbeitswelt der Zukunft

Im Demonstrationszentrum zeigen drei Parcours zur Arbeitswelt der Zukunft, welche Technologien und Anwendungen heute schon möglich sind und wie künftige Szenarien der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik aussehen können. Die gesamte Breite der Industriearbeit der Zukunft wollen die Initiatoren darstellen. „Unternehmen können in diesen drei Parcours die Zukunft der Arbeit direkt erleben und identifizieren“, so Dr. Moritz Hämmerle vom Fraunhofer IAO, der das Future Work Lab leitet. Gleichzeitig sollen sie die Möglichkeit haben, mit potenziellen Partnern in Kontakt zu treten und von deren Erfahrung zu profitieren.

Die zukünftige Arbeitswelt erfordert andere Kompetenzen als heute. Daher bietet das Kompetenzentwicklungs- und Beratungszentrum „Fit für die Arbeit der Zukunft“ Seminare, Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von produzierenden Unternehmen. Darüber hinaus entwickeln Experten des Zentrums gemeinsam mit Unternehmenspartnern gezielt individuelle Schulungskonzepte für die Industrie 4.0.

Für den wissenschaftlichen Dialog und weitere Forschung rund um die Produktionsarbeit bietet das Ideenzentrum für Arbeitsforschung „Work in progress“ eine zentrale Plattform. Mit der Platzierung direkt im Future Work Lab wollen die Projektpartner den schnellen Transfer von der Akademie in die Umsetzung gewährleisten. „Ziel des Ideenzentrums ist, uns mit der nationalen und internationalen Forschungscommunity weiter zu vernetzen. Dabei dient das Future Work Lab einerseits als Anknüpfungspunkt für externe Partner und Forschungszentren, andererseits bildet es die Grundlage für ganz neue Forschungsvorhaben“, erklärt Thilo Zimmermann, der das Projekt seitens des Fraunhofer IPA koordinieren wird.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Offizielle Eröffnung ist voraussichtlich im Herbst 2016.

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