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Industrie 4.0 Industrie-4.0-Lösungen überwinden Landesgrenzen

| Redakteur: Jan Vollmuth

Bosch führt gemeinsam mit Partnern erstmals technische Standards der Plattform Industrie 4.0 und des Industrial Internet Consortium (IIC) zusammen und schafft damit nach eigenen Aussagen einen internationalen Durchbruch für die vernetzte Industrie.

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Im Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach arbeitet ein Mitarbeiter mit einem automatischen Fertigungsassistenten (APAS) zusammen. Der Roboterarm ist mit einer Sensorhaut überzogen, die einen sich nähernden Menschen erkennt. Daraufhin stoppt der Assistent sofort, ohne den Menschen zu berühren. Der APAS ist durch die deutsche Berufsgenossenschaft für die direkte und sichere Zusammenarbeit mit dem Menschen zertifiziert.
Im Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach arbeitet ein Mitarbeiter mit einem automatischen Fertigungsassistenten (APAS) zusammen. Der Roboterarm ist mit einer Sensorhaut überzogen, die einen sich nähernden Menschen erkennt. Daraufhin stoppt der Assistent sofort, ohne den Menschen zu berühren. Der APAS ist durch die deutsche Berufsgenossenschaft für die direkte und sichere Zusammenarbeit mit dem Menschen zertifiziert.
(Bild: Bosch)

„Industrie 4.0 ist kein nationales, sondern ein internationales Thema. Ihren vollen Nutzen kann die vernetzte Industrie nur entfalten, wenn sie weder am Werkstor noch an nationalen Grenzen durch unterschiedliche Regelwerke gestoppt wird“, sagte Bosch-Geschäftsführer Dr. Werner Struth auf der IoT-Konferenz Bosch Connected World in Berlin. Bislang verhindert die nicht vorhandene gemeinsame Sprache die international reibungslose Vernetzung von Fertigung, Logistik, Gebäude- und Energiemanagement. „Auf dem Weg hin zur vernetzten Industrie kommen jetzt zwei Welten zusammen. Das ist ein wesentlicher Fortschritt. Durch die Kombination beider Standards ergeben sich zahlreiche neue Geschäftsmöglichkeiten mit Industrie 4.0-Lösungen über Landesgrenzen hinweg sowohl für Bosch als auch für andere internationale Unternehmen“, sagte Struth.

Stromkosten reduzieren durch optimierte Fertigungsplanung

Auf dem internationalen Branchentreffen in Berlin wurde das Projekt vorgestellt, in dem die beiden Referenzarchitekturen RAMI4.0 und IIRA erstmals zusammengeführt werden. Im Bosch-Werk Homburg wird die Fertigung von Hydraulikventilen mit Hilfe von nun kombinierbaren Vernetzungslösungen so gesteuert und optimiert, dass der besonders teure Spitzenstromverbrauch vermieden wird. „Wir demonstrieren mit diesem Prototypen zum ersten Mal, wie die Standards der Plattform und des IIC in der vernetzten Fertigung erfolgreich zusammenspielen“, erklärte Struth, der in der Bosch-Geschäftsführung unter anderem den Unternehmensbereich Industrial Technology und das Produktionssystem des Technologieunternehmens verantwortet.

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Laufen alle energieintensiven Maschinen am Homburger Bosch-Standort gleichzeitig, entsteht in Spitzenzeiten ein sehr hoher Stromverbrauch. Die Stromkosten steigen und verteuern die Produktion der Hydraulikventile. Durch die softwarebasierte, möglichst vorausschauende Steuerung der Produktion und damit des Stromverbrauchs können der Energiebedarf optimiert und Spitzenlasten um bis zu 10 % gesenkt werden. Das senkt die Produktionskosten, stärkt so die Wettbewerbsfähigkeit und schont die Umwelt. Ermöglicht wird das durch das Zusammenspiel der Plattform Industrie 4.0-basierten Produktionsanlage mit dem IIC-basierten Energiemanagement. Am Homburger Projekt sind neben Bosch unter anderen die deutsche SAP, die französische Dassault Systèmes und die indische Tata Consultancy Services (TCS) beteiligt.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit ist Schlüssel zum Erfolg

Bosch erfasst kontinuierlich Daten aller Maschinen des Werkes und generiert so Informationen über den Stromverbrauch bei der Produktion der Hydraulikventile für Landmaschinen. Der 3D-Experte Dassault Systèmes liefert ein multidimensionales Abbild aller Maschinen und Funktionen im Werk, darunter auch starke Stromverbraucher wie große Werkzeugmaschinen oder Hydraulik-Prüfstände.

So entsteht ein digitaler Zwilling des Werks, in dem sowohl Produktionsprozesse als auch Stromverbräuche visualisiert sind. In der SAP-Datenbank werden alle Daten gespeichert und in Echtzeit ausgewertet. Bosch steuert Software für das Energiemanagement bei. TCS ist mit seiner Beratungsexpertise an der Integration aller Systeme beteiligt. Die Energiemanagement-Lösung basiert auf der IIC-Architektur IIRA. Die Ankopplung des Energiemanagements an die Produktionsanlage erfolgt mittels RAMI4.0 der Plattform Industrie 4.0. Der softwarebasierte Datenaustausch zwischen Produktionsanlage und Energiemanagement ist möglich, da die Standards von RAMI und IIRA jetzt aufeinander abgestimmt und kompatibel sind.

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