VDMA Industrie 4.0 ist im Maschinen- und Anlagenbau angekommen

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Neun von zehn Maschinenbauunternehmen sehen deutliche Chancen, sich mit der vernetzen Produktion (Industrie 4.0) am Markt zu differenzieren. Wer mit der Vernetzung und Digitalisierung der Produktion beginnt, ist vom wirtschaftlichen Nutzen überzeugt. Das sind einige der zentralen Botschaften der vorliegenden Studie „Industrie 4.0-Readiness“, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH (IW Consult) und das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen, im Auftrag der Impuls-Stiftung des VDMA, durchgeführt haben.

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„Industrie 4.0 ist ein Zukunftsthema. Im Maschinenbau wird dies als Chance erkannt und unsere Branche hat sich erfolgreich auf den Weg gemacht. Einige sind schon sehr weit, andere zögern aber noch und sind unsicher. Gerade diesen Unternehmen soll die Studie eine Orientierung bieten“, sagt Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein AG.
„Industrie 4.0 ist ein Zukunftsthema. Im Maschinenbau wird dies als Chance erkannt und unsere Branche hat sich erfolgreich auf den Weg gemacht. Einige sind schon sehr weit, andere zögern aber noch und sind unsicher. Gerade diesen Unternehmen soll die Studie eine Orientierung bieten“, sagt Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein AG.
(Bild: Wittenstein)

„Industrie 4.0 ist ein Zukunftsthema. Im Maschinenbau wird dies als Chance erkannt und unsere Branche hat sich erfolgreich auf den Weg gemacht. Einige sind schon sehr weit, andere zögern aber noch und sind unsicher. Gerade diesen Unternehmen soll die Studie eine Orientierung bieten“, sagt Dr. Manfred Wittenstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Wittenstein AG und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Impuls-Stiftung.

Im Maschinenbau befassen sich knapp 60 Prozent der Unternehmen mit Industrie 4.0, davon rund ein Drittel intensiv. Das sind doppelt so viele wie im gesamten Verarbeitenden Gewerbe.

Readiness-Modell zeigt nächste Schritte auf

Grundlage für die Bewertung der Industrie 4.0-Bereitschaft und 4.0-Fähigkeit von Maschinenbauunternehmen ist ein Readiness-Modell, das im Rahmen der Studie exklusiv entwickelt wurde. Im Modell werden die Vision von Industrie 4.0 geschildert, die Startlinie definiert und wichtige Schritte und Hemmnisse bei der Umsetzung beschrieben, sowie Charakteristika aktuell führender Unternehmen identifiziert.

Basis des Modells sind sechs wesentliche Dimensionen von Industrie 4.0 (Strategie und Organisation, Smart Factory, Smart Operations, Smart Products, Data-driven Services und Mitarbeiter), deren unternehmensspezifischer Reifegrad abgefragt wird. Daraus ergibt sich die Readiness-Einordnung der Unternehmen in „Neulinge“, „Einsteiger“ und „Pioniere“.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Industrie 4.0 im Maschinen- und Anlagenbau angekommen ist und als Chance wahrgenommen wird. Neun von zehn Unternehmen sehen deutliche Chancen, sich mit Industrie 4.0 am Markt zu differenzieren. Insbesondere die Mitarbeiter spielen eine wichtige und entscheidende Rolle bei Industrie 4.0. In dieser Dimension sind die Unternehmen auch schon am weitesten“, erläutert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Im Detail zeigt die Studie die Readiness-Unterschiede der Unternehmen in den einzelnen 4.0-Dimensionen auf und definiert kritische Schritte, um die jeweils nächste Stufe zu erreichen: So lassen sich derzeit knapp 6 Prozent der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus als Industrie-4.0-Pioniere klassifizieren, weitere gut 18 Prozent haben erste systematische Maßnahmen getroffen und zählen daher zu den Einsteigern.

Produkte senden Informationen über sich selbst

Zugleich zeigt die Betrachtung der Dimensionen im Rahmen der Untersuchung, dass Industrie 4.0 funktioniert und am Markt erfolgreich ist, wenn es umgesetzt wird. Beispielsweise bei den Smart Products, also physischen Produkten mit IKT-Zusatzfunktionalitäten. So können bereits bei 14 Prozent der Unternehmen die Produkte Informationen über sich selbst senden. Weitere 7 Prozent können dank integrierter IT-Komponenten jedes Produkt im Fertigungsprozess zu jeder Zeit genau lokalisieren.

Online-Selbst-Check bietet Mehrwert für Unternehmen

Das Readiness-Modell der Studie wurde mit einer repräsentativen Umfrage im deutschen Maschinen- und Anlagenbau validiert und ausgewertet. Es ist darüber hinaus Grundlage für eine Selbstbewertung und einen Vergleich, den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in Eigenregie vornehmen können. Die Studienpartner haben hierzu einen Online-Selbst-Check entwickelt. „Dieser Check ist eine Besonderheit der Studie. Er zeigt jedem Unternehmen nicht nur an, wo es auf dem Weg zu Industrie 4.0 steht, sondern auch, was es konkret tun kann, um die nächste Stufe im Reifegrad zu erreichen“, sagt Dr. Karl Lichtblau, Geschäftsführer der IW Consult.

Zentrale Erkenntnisse

Neben der 4.0 Readiness-Einordnung von Maschinenbauunternehmen liefert die Studie vier zentrale Erkenntnisse, die als grundsätzlich relevant für den Erfolg von Industrie 4.0 betrachtet werden können:

  • Industrie 4.0 muss stärker in der Unternehmensstrategie verankert werden. Entscheidend für die Etablierung von Industrie 4.0 ist, dass die Unternehmensleitung entsprechende Konzepte vordenkt und vorlebt.
  • Qualifiziertes Personal ist bereits Thema: Der Großteil der Unternehmen hat erkannt, dass eine breit qualifizierte Belegschaft ein wesentlicher Erfolgsfaktor zur Zielerreichung von Industrie 4.0 ist.
  • Data-driven Services und vernetzte Produkte ermöglichen neue Geschäftsmodelle: Die Sammlung und Auswertung anfallender Daten im Produktlebenszyklus bieten ein enormes Potenzial für Unternehmen, um künftig ihr Serviceportfolio oder ihr Geschäftsmodell zu erweitern und Erträge zu erzielen.
  • Finanzierung von Industrie4.0-Projekten muss gesichert werden: Vor allem Industrie 4.0-Pioniere sehen die Finanzierungsfrage als deutliches Hemmnis, noch vor einheitlichen Standards, der IT-Security oder der Klärung von Rechtsfragen.

(jup)

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