Hannover Messe 2016

Industrial Supply 2016: Niederländische Zulieferer präsentieren sich als innovative Entwicklungspartner

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Nijdra Group – Lieferant von Hightech-Baugruppen

Was haben Hightech-Kopfhörer mit Geräten zur zerstörungsfreien Materialanalyse zu tun? Ganz einfach: Entscheidende Komponenten stammen von der niederländischen Firma Nijdra mit Sitz in Middenbeemster, nördlich von Amsterdam. „Wir sind Lieferant von Hightech-Baugruppen und unterstützen unsere Kunden inzwischen von der Designphase bis hin zur Montage und vom Funktionstest bis hin zum Supply Chain Management“, erklärt Vertriebsleiter Dennis van Dijk. „Wir sind breit aufgestellt und für viele unterschiedliche Branchen tätig. Der große Vorteil besteht darin, dass wir die Erkenntnisse, die wir in der einen Branche gewinnen, auch in einem anderen Industriezweig anwenden können.“ Die Bandbreite reicht von medizinischen Produkten wie Implantaten oder Röntgenblenden über Komponenten für Mikrofone bis hin zu Spektrometeranalysegeräten. Dabei werden auch Hochleistungswerkstoffe wie Nickelbasislegierungen und Titan verarbeitet. Ein Musterbeispiel für die Kooperation mit Kunden ist die Verbindung von Nijdra und Sennheiser. Das Ergebnis ist einer der besten Kopfhörer und Verstärker der Welt: der Orpheus. „Bei diesem Prestigeprojekt, das unter direkter Leitung der Sennheiser-CEOs Daniel Sennheiser und Dr. Andreas Sennheiser stand, haben wir unsere Expertise auf dem Gebiet hochwertiger Zerspanung zur Reproduzierbarkeit verschiedener mechanischer Teile des Kopfhörers und des Verstärkers eingebracht“, berichtet Van Dijk. Nach mehreren Angebots- und Gesprächsrunden wurde Nijdra schließlich auf der Hannover Messe 2015 zum Produktionspartner für dieses Projekt ausgewählt. Mittlerweile liegen mehrere Bestellungen für die Hightech-Kopfhörer vor.

Vector Fabrics bietet Tools zur dynamischen Software-Analyse

Industrie 4.0, Internet der Dinge, 3D-Druck, Big Data, künstliche Intelligenz sind allesamt Entwicklungen, die in kurzer Zeit Unmengen an neuer Software benötigen und somit aber auch Fehlerquellen bergen. Das niederländische Unternehmen Vector Fabrics mit Sitz in Zaltbommel bietet eine innovative Lösung: Tools zur dynamischen Software-Analyse, die Bugs schon während der Entwicklungsphase aufspüren und dadurch das Risiko für kostspielige Rückrufaktionen oder verzögerte Markteinführungen minimieren. Somit können neue Produkte gleichzeitig schneller und sicherer auf den Markt gebracht werden. Am Niederlande-Pavillon auf der Hannover Messe zeigt das Unternehmen, wie die Lösung funktioniert. „Die NASA hat einmal ausgerechnet, dass die Reparatur eines Fehlers im Feld hundert Mal so viel kostet, wie die Behebung eines Bugs in der Entwicklungsphase“, verdeutlicht Dr. Martijn Rutten, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Vector Fabrics. Nicht in Zahlen zu fassen seien daraus folgende Imageschäden. Dennoch sorgen immer wieder Datenlecks, Sicherheitslücken und Rückrufaktionen für Schlagzeilen. Wie ist diese Entwicklung zu erklären? Rutten: „Die Anforderungen an Softwareprogrammierer sind enorm gestiegen. Bisher gibt es auf der einen Seite Software-Experten und auf der anderen Seite Hardware-Spezialisten. Da inzwischen fast alle Maschinen mit unterschiedlichsten Software-Anwendungen verknüpft sind, wird es immer wichtiger, die Interaktion zwischen Software und Hardware zu verstehen. In diesem Bereich gibt es einen riesigen Informationsbedarf.“ Ein spezielles Problem stellen die so genannten Heisenbugs dar. Fehler, die beim Zusammenspiel zwischen Software und Hardware nur in der Realität auftreten, aber in keiner Simulation festzustellen sind. An dieser Stelle setzt die Lösung von Vector Fabrics an. „Wir haben sieben Jahre lang an einem Analysetool gearbeitet, das solche Fehler schon in der Entwicklungsphase der Software entdeckt.“ Unter dem Namen Pareon Verify ist es gelungen: Mit einem Tool, das große Mengen Programmcode automatisch und dynamisch auf kritische Fehler durchforstet und Fehler aufspürt, die andere Verfahren nicht entdecken.

Fachvorträge ergänzen das Programm

Neben den Messepräsentationen bietet der Gemeinschaftsstand zahlreiche Vorträge, Diskussionsrunden und Netzwerkgelegenheiten. Thematisiert werden unter anderem Smart Industry, Social Innovation, Pitches von Start-up-Unternehmen, die Interaktion der drei Hauptakteure Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, Medizintechnik Holland, Flexible Manufacturing oder die digitale Fabrik. Am Mittwoch, 27. April, laden die Holländer ab 16 Uhr zum Dutch Industrial Supply Pavilion Netzwerk-Empfang. (jup)

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