Hannover Messe 2016

Industrial Supply 2016: Niederländische Zulieferer präsentieren sich als innovative Entwicklungspartner

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Die Kraft der Magneten

Vom Handelshaus zum Engineering-Partner: Goudsmit Magnetic Supplies mit Sitz im niederländischen Waalre hat sich in den vergangenen Monaten einer Metamorphose unterzogen. „Wir haben zwar schon immer mit unseren Kunden mitgedacht, jetzt aber entwickeln wir auch zusammen neue Produkte und Verfahren“, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer Jeff Hagelen die neue Ausrichtung. Modernste Maschinen, ISO-Zertifikate und Hightech-Prüflabore – die Magnetkomponenten und -systeme aus dem Hause Goudsmit erfüllen höchste Qualitätsansprüche. Eines der wichtigsten Anwendungsgebiete ist die Automobilindustrie. „Wir sitzen mit den Entwicklern deutscher Automobilkonzerne zusammen und erarbeiten gemeinsam die gewünschten Produkte“, berichtet Hagelen. Neben der Automobilindustrie sind Magneten von Goudsmit in fast allen Branchen zu finden, in denen magnetische Kräfte gefordert sind. Die Bandbreite reicht von Notbremsen in Zügen über die Turbinen von Windrädern und medizinische Geräte bis hin zu Maschinen für die Recyclingindustrie. Das Material für die Magneten kauft das Unternehmen in China ein. Dort befinden sich die größten Vorkommen an Seltenen Erden. „Die Magneten werden dann nach unseren Spezifikationen hergestellt“, berichtet Hagelen. Goudsmit Magnetic Supplies verfügt bereits über fast 30 Jahre Erfahrung in China – und kann somit eine konstant hohe Qualität garantieren. Deshalb vertrauen auch Kunden, die mittlerweile selbst in China fertigen, beim Einkauf ihrer Magneten noch immer dem niederländischen Zulieferer. Oder entwickeln mit Goudsmit-Ingenieuren neue Produkte.

Holland Innovative serviert Kaviar aus dem 3D-Drucker

Ein Kühlsäckchen, das komplett recyclebar ist. Unterschiedliche Materialien, die durch Magnetkraft miteinander verbunden werden. Innovative Armaturen für industrielle Laboratorien – Holland Innovative mit Sitz auf dem „High Tech Campus Eindhoven“ unterstützt Startups und knüpft Verbindungen zu großen OEMs. Das Ergebnis sind neue Produkte, die einen direkten Marktzugang haben. Ein Modell, das auch in Deutschland erfolgreich ist: Siemens, Bosch und MTU sind nur einige Beispiele für deutsche Partnerunternehmen. Auf der Hannover Messe managt Holland Innovative in Halle 4 einen Gemeinschaftsstand innovativer niederländischer Startups – und serviert Kaviar aus dem 3D-Drucker. „Wir sehen uns als Entwicklungspartner von Unternehmen. Wir helfen ihnen, schneller und mit einem besseren Produkt auf den Markt zu kommen“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Hans Meeske die Firmenphilosophie. Die Grundlagen von Holland Innovative bilden Knowhow und Erfahrung in den Bereichen Produkt- und Prozessentwicklung, Projektmanagement und Zuverlässigkeitsmanagement. Im Tagesgeschäft setzt Meeske auf offene Innovation. „Verbinden, Knowhow teilen und gemeinsam Ergebnisse erreichen. Auf diese Weise unterstützen wir Startups, Mittelständler und Konzerne.“ Außerdem will Holland Innovative die Umsetzung von Industrie 4.0, Smart Industries und nachhaltigen Lösungen vorantreiben. „Wir brauchen echte Game Changers“, sagt Meeske. „Wir müssen uns von alten Denkmustern lösen, nur dann können wir innovativ werden.“

Selektives laserinduziertes Ätzen

Aus massivem Quarzglas werden filigrane Bauteile: Die Marktreife der dafür erforderlichen laserbasierten Technologie ist das Ergebnis einer deutsch-niederländischen Hightech-Kooperation. Der Glasbearbeitungsspezialist Louwers Hanique aus dem niederländischen Hapert steuert Werkstoffe, Prozess-Knowhow und Marktzugang bei, das deutsche Startup Light Fab aus Aachen hat das Verfahren „Selektives laserinduziertes Ätzen (SLE)“ entwickelt. „Ein typisches Beispiel, wie aus 1 + 1 = 3 wird“, sagt Carel van de Beek, Vertriebsleiter von Louwers Hanique. Am Niederlande-Pavillon auf der Industrial Supply zeigt die Kooperation, wie sie durch Early Supplier Involvement ihre Kunden unterstützt. Louwers Hanique ist seit rund 60 Jahren in der Glasindustrie tätig. Das Unternehmen hat sich dabei zum Spezialisten für die Bearbeitung von industriell genutzten Gläsern entwickelt. Schwerpunkte bilden die thermische Umformung, das präzise Bearbeiten sowie innovative Verbindungstechniken. Im Laufe der Zeit hat LouwersHanique ausgezeichnete Beziehungen zu renommierten Kunden aufgebaut. „Mittlerweile werden wir schon in der Konzeptphase von vielen Kunden einbezogen, vor allem von großen OEMs“, berichtet Van de Beek. In Kreativteams entwickeln die Mitarbeiter der Kunden und des Zulieferers beispielsweise neue Produkte, verschlanken Verfahren und testen neue Werkstoffe.

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