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Normen Indien baut mit deutscher Hilfe Elektromobilität aus

| Redakteur: Katharina Juschkat

Indien will seinen öffentlichen Nahverkehr elektrisch machen und holt sich dazu Hilfe aus Deutschland. Vertreter des VDE arbeiten an fehlenden Normen und Standards und sehen große Chancen für die deutsche Industrie.

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Sogenannte Tuk Tuks, Drei-Räder, die als Taxi eingesetzt werden, dominieren die Straßen Indiens.
Sogenannte Tuk Tuks, Drei-Räder, die als Taxi eingesetzt werden, dominieren die Straßen Indiens.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Nicht nur in Deutschland und China, auch in Indien ist die Elektromobilität auf dem Vormarsch. Das will Indiens Premierminister Narendra Modi jetzt fördern, und zwar mit deutscher Hilfe. Die beiden Länder haben jetzt vereinbart, enger in den Bereichen (E-)Mobilität, Ladeinfrastruktur, Datenschutz und IT-Sicherheit zusammenarbeiten zu wollen.

Die Normungsexperten von VDE DKE unterstützen Indien dabei vor allem in Normungs-, Konformitätsbewertungs- und Zertifizierungsfragen. Der Indischen Regierung fehlt für den Durchbruch zur Elektromobilität vor allem Normen und Standards für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur, für Energiespeicher und für die Integration der Elektromobilität in das Indische Energieversorgungsnetz.

Öffentlichen Nahverkehr elektrisch machen

Ziel von Premierminister Modi ist es, die Mobilität seiner 1,3 Milliarden Bürger zu steigern. Damit ist weniger der Individualverkehr als vielmehr der öffentliche Nahverkehr wie Tuk Tuks, Zweiräder und Busse gemeint. Vor allem Tuk Tuks – Drei-Räder, die als Taxis eingesetzt werden – dominieren die Straßen in Indien. „Allein in Neu-Delhi fahren über 70.000 dieser Tuk Tuks“, berichtet VDE-Normungsexperte Thomas Sentko, der die indischen Stellen in Normungsfragen berät. Im Jahr 2018 würden weitere 15 Millionen Kleinstfahrzeuge für Kurzstrecken in den Städten benötigt.

„Die Normung hat diesen Markt bisher wenig bearbeitet. Somit ist Indiens Bedarf für Normen und dem kurzfristigen Setzen von Standards im Bereich der elektrifizierten Tuk Tuks sehr hoch“, erklärt VDE-Normungsexperte Thomas Sentko und ergänzt: „Zugleich wollen wir Handelsbarrieren abbauen und der deutschen Industrie den Weg auf den indischen Markt öffnen. Denn Tuk Tuks hatte auch hier keiner auf dem Radar.“

Technik aus Deutschland für die Tuk Tuks

Die Technik für diesen boomenden Markt könnte aus Deutschland kommen. „Die Fahrzeuge benötigen ein praktikables Batteriemanagement und eine funktionierende und IT-sichere Ladeinfrastruktur. Ebenso sollte es beim Laden der zigtausend Tuk Tuks, Zweiräder und Busse nicht zum Blackout kommen. Für deutsche Hersteller von Batteriesystemen, Ladeinfrastruktur und Antriebselementen ist das eine große Chance“, erklärt Sentko. Zunächst einmal müsse die internationale Normung und Standardisierung aber auf die speziellen indischen Verhältnisse eingehen. Und genau hier setzt die Arbeit der Normungsexperten von VDE DKE an. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die indischen Bedürfnisse in der internationalen Normung zu verankern. „Aufgrund der Energiewende genießt Deutschland in Indien einen exzellenten Ruf. Die indische Regierung setzt auf unsere Expertise in der Elektromobilität“, erklärt Sentko.

Mitte Januar fand das Jahrestreffen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der indischen Regierung statt. An dem Treffen nahm eine Delegation deutscher Industrievertreter, darunter Daimler, Siemens und Bosch sowie das CCS Konsortium und Vertreter des VDE DKE sowie dem DIN teil. Als Ergebnis präsentierten die Teilnehmer einen Maßnahmenplan mit messbaren, zeitlich befristeten Aktionen zur Verbesserung der bilateralen Zusammenarbeit und des Handels, zur Steigerung der Integration des indischen Marktes in die internationale Normung und Konformitätsbewertung.

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