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3D-Druck In wenigen Stunden zum Prototypen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Stratasys stellt mit dem J750 einen 3D-Drucker vor, der eine breite Palette verschiedener Materialien – von steif bis flexibel, von transparent bis undurchsichtig – mit einem Farbspektrum aus 360.000 verschiedenen Tönen kombiniert. Dadurch sollen realistische Prototypen ohne Nachbearbeitung in einem Druckvorgang entstehen.

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Dieser Sportschuh wurde mit dem 3D-Drucker J750 von Stratasys vielfarbig, mit glatten Oberflächen und einer gummiartigen Sohle hergestellt – in einem Druckvorgang.
Dieser Sportschuh wurde mit dem 3D-Drucker J750 von Stratasys vielfarbig, mit glatten Oberflächen und einer gummiartigen Sohle hergestellt – in einem Druckvorgang.
(Bild: Stratasys)

Der J750 soll realistische Prototypen und Produkte ohne Nachbearbeitung in einem Druckvorgang herstellen können. Darüber hinaus kann der Drucker laut Hersteller auch Werkzeuge, Formen oder Schablonen für die Fertigung produzieren. Prototypen sind so schnell und jederzeit verfügbar, was eine schnellere Entscheidungsfindung im Produktdesign ermöglichen und damit auch Entwicklungsprozesse und Markteinführungszeiten verkürzen soll. Da viele Prozesse durch diese Zeiteinsparung überflüssig gemacht und Ressourcen eingespart werden können, können mit dem Drucker die Kosten für die Fertigung authentischer Prototypen gesenkt werden.

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Einsetzbar ist der Drucker für Produktentwickler, Ingenieure, fertigende Betriebe und Serviceunternehmen. Schon wenige Stunden nach dem ersten Konzeptentwurf sollen die Produktentwicklungsteams eine realistische Einschätzung des fertigen Produkts in Bezug auf Aussehen und Funktion erhalten, um Verbesserungen bei Bedarf unmittelbar umzusetzen.

Durch schnelles Prototyping Zeit einsparen

Der J750 ist Teil der Objet Connex-Produktgruppe, in der Multimaterial- und Multifarb-3D-Drucker zusammengefasst sind. „Wir nutzen 3D-Druck schon seit Jahren, aber der J750 hat unseren Produktentwicklungsprozess verändert“, sagt Brycen Smith, Konstruktionstechnischer Leiter von Otter Box, amerikanischer Hersteller von Schutzhüllen für Mobilgeräte, ein Beta-Kunde des Druckers. „Mit Stratasys können wir Entwicklungen neu denken und die Zeit, die wir für die Entwicklung von Prototypen und die Markteinführung brauchen, verkürzen.“

Produktion mit sechs verschiedenen Materialien

Der 3D-Drucker ist eine Komplettlösung mit einem verbesserten Workflow, der auf der Software Polyjet Studio basiert. Mit der Benutzeroberfläche können Nutzer die Materialien auswählen. Sie sorgt zudem für die Abläufe bei der Druckerstellung sowie die Verwaltung laufender Druckaufträge. Mithilfe der Steuerungswerkzeuge kontrolliert der Anwender Farbzuweisungen, Transparenzen und Härtegrade; Farbtexturen kann er verlustfrei durch aus CAD-Werkzeugen importierte VRML-Dateien laden.

Die für Materialwechsel bedingten Ausfallzeiten sollen sich ebenso reduzieren. Der Drucker kann sechs verschiedene Materialien verwenden und verwaltet sowie priorisiert sie intelligent, indem er die am meisten genutzten für den sofortigen Druck bereitstellt. Mithilfe von Druckköpfen können simulierte Produktionskunststoffe wie Digital ABS doppelt so schnell wie mit anderen Stratasys Polyjet-Systemen verarbeitet werden. Und da die fertigen Modelle laut Hersteller aus authentischen Farben, Farbtexturen und Materialien bestehen, müssen sie nachträglich weder gefärbt noch zusammengesetzt werden.

„Die Einführung des J750 wäre ohne unsere 25 Jahre Erfahrung im 3D-Druck nicht möglich gewesen – jetzt profitieren wir davon”, sagt Josh Claman, Chief Business Officer bei Stratasys. „Der Drucker ermöglicht realistische Modelle in einem Druckvorgang. Authentische Farben, verschiedene Materialien und ein effizienter Workflow: Der Entwicklungsprozess wird durch die neue Lösung verändert.”

„Die Entwicklungen im 3D-Druck beeinflussen die Lieferkette“, sagt Michael Shanler, Research Director, und Pete Basiliere, Research VP beim amerikanischen Analysten Gartner. „Durch die neuen Technologien entstehen neue Möglichkeiten, Produkte zu designen und zu testen oder industriell zu fertigen.“

Breiter Anwendungsbereich

Der 3D-Drucker soll für verschiedene Produkte und Anwendungen eingesetzt werden können. Dazu gehören die Konsumgüterindustrie, Servicedienstleister, Designunternehmen, Universitäten und Ausbildungsstätten, Medizintechnikanbieter, Krankenhäuser oder medizinische Forschungseinrichtungen sowie Firmen im Special Effects- oder Animationsbereich. (kj)

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