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EMO 2017 In der Kombination doppelt spitze

Redakteur: Ute Drescher

Längst stehen nicht mehr nur die Einzelwirkungsgrade von Antrieben, sondern die Systemwirkungsgrade im Mittelpunkt ökologischer Betrachtung. Kaeser hat seine ASD-Kompressoren-Reihe daher jetzt mit Synchron-Reluktanz-Motoren ausgerüstet. So lassen sich Energiekosten deutlich sparen.

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Nachdem Kaeser nun alle Leistungsklassen von 30 kW bis 315 kW mit besonders energiesparenden IE4-Motoren ausgerüstet hat, folgt der nächste Ökologie-Schritt, der gerade im Teillastbereich die Energieeffizienz noch weiter steigert.
Nachdem Kaeser nun alle Leistungsklassen von 30 kW bis 315 kW mit besonders energiesparenden IE4-Motoren ausgerüstet hat, folgt der nächste Ökologie-Schritt, der gerade im Teillastbereich die Energieeffizienz noch weiter steigert.
(Bild: Kaeser Kompressoren)

Kaeser rüstet seine frequenzgeregelte ASD-Kompressoren-Reihe erstmals mit einem Synchronreluktanz-Motor aus, der gerade im Teillastbereich deutlich geringere Verluste gegenüber Asynchronmotoren aufweist. Der größte Vorteil dieser mit Systempartner Siemens entwickelten Gesamtlösung ist, dass sich der Wirkungsgrad im Teillastbereich um bis zu 10 % verbessert, jubelt das Coburger Unternehmen. Das seit Jahrzehnten bekannte Antriebsprinzip sei technisch nun so perfekt in Serienmotoren realisiert, dass Anwender weltweit davon profitieren.

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Häufig sind Druckluftstationen modular aufgebaut: Stetig laufende Kompressorsysteme mit IE3 und IE4-Motoren übernehmen dabei die Grundlastversorgung, während zusätzliche Spitzenlastkompressoren den erhöhten Druckluftbedarf flexibel abdecken, effizient im Verbund geregelt durch den Sigma Air Manager 4.0 des Coburger Unternehmens. Dies geschieht in Zukunft nun mit Synchronreluktanz-Antriebssystemen von Siemens, die mit besonders hohen Wirkungsgraden im Teillastbereich punkten.

Hintergrund ist die neue Norm EN 50598. Sie bezieht nicht nur die Einzelwirkungsgrade von Antrieben mit ein, sondern rückt die Systemwirkungsgrade in den Mittelpunkt der ökologischen Betrachtung und beurteilt somit frequenzgeregelte Antriebslösungen nach ihrer ganzheitlichen Wirksamkeit.

Die neue Standardmotorenreihe vereint die Vorteile von Asynchronmotoren und Synchronmotoren in einem Antrieb. Im Läufer wird weder Aluminium, Kupfer noch teure Seltene-Erden-Magnete verwendet, sondern Elektrobleche mit spezieller Profilierung aneinander gereiht. Das macht den Antrieb robust und servicefreundlich wie man es von Asynchronmaschinen her kennt.

Maximal Energie sparen

Dagegen sind die Regeleigenschaften mit denen von Synchronmotoren vergleichbar: Reluktanzmotoren weisen aufgrund der spezifischen Läuferkonstruktion eine hohe Dynamik auf und im Läufer findet keine zusätzliche Erwärmung aufgrund von Stromfluss statt. Entscheidend ist die optimale Anpassung des gesamten Antriebssystems, also von Frequenzumrichter und Motor. Diese Kombination ist aufeinander abgestimmt und schafft so die Möglichkeit der maximalen Energieeinsparung. Durchschnittlich könnten so rund 450 Euro pro Jahr an Energiekosten eingespart werden – gerechnet bei rund 6.000 Betriebsstunden und 10 Cent/kWh.

Das gibt Anwendern ein Maximum an Flexibilität hinsichtlich Einsatzfall oder Umgebungsbedingungen, aber auch bezogen auf das Lastverhalten. Und: Kaeser eine weitere Stufe der Energieeffizienzsteigerung und sorgt für ökologischen Wettbewerbsdruck. (ud)

EMO 2017: Halle 12, Stand A36

(ID:44786544)