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Energie 4.0

„In der Elektrotechnik geht die Post ab“

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Industrie 4.0 und Energie 4.0: Wo greifen die beiden Entwicklungen ineinander?

Mit Industrie 4.0 versucht man, die Produktionskosten zu senken. Wo ein hoher Automatisierungsgrad erreicht ist wie in Deutschland, haben die Energiekosten daran einen ganz wesentlichen Anteil. Jeder Prozentpunkt, der sich da senken lässt, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit. Und da kommt Energie 4.0 und damit auch die Erneuerbaren Energien ins Spiel. Mit der digitalen Transformation wachsen beide Entwicklungen zusammen.

Können Sie konkrete Industrie-4.0-Anwendungen nennen?

Beispiele gibt es dafür schon viele. Kleine wie große. Das Ganze scheint im Moment noch etwas unkoordiniert und die Ergebnisse sehen aus wie Insellösungen.

Einige Beispiele dafür sind dezentrale Energiespeicher, die auch zur Stabilisierung der Netze eingesetzt werden können, oder energieeffiziente Fabriken. Die Betonung liegt hier auf Fabrik als Gesamtsystem. Das funktioniert nicht ohne echtzeitfähige Vernetzung, was ein wesentlicher Baustein von Energie 4.0 ist. Das geht soweit, dass sogar am Industriestandort Stuttgart in leistungsfähige Glasfasernetze investiert wird. Ohne breitbandige Kommunikationsnetze sind viele energieeinsparende Potenziale nicht nutzbar.

Konvergenz der Netze – ein Faktor von großer Bedeutung?

Ja, das ist ein zentraler Punkt bei Energie 4.0. Wir haben die vier Netze, die müssen dafür zusammenspielen. Ein wesentlicher Punkt ist dabei das Voneinander-Lernen der einzelnen Disziplinen. Wir brauchen also auch eine Konvergenz der Disziplinen. Aus- und Weiterbildung des Einzelnen ist deshalb eine Schlüsselkomponente der Energiewende. Wir erleben an der TAE täglich, was es bedeutet, Elektrotechnik, Maschinenbau, Energiebranche, Baubranche & Co. einfach zusammenwachsen zu lassen.

Elektrotechnik interessiert inzwischen alle, weil hier in Zukunft eine ganz große Quelle für Innovationen sprudelt. Da wird die Post abgehen.

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Über den Autor

 Karin Pfeiffer

Karin Pfeiffer

Journalistin