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Energieeffizienz Immer weniger Unternehmen investieren in Energieeffizienz

| Redakteur: Katharina Juschkat

Eine Erhebung des Instituts für Energieeffizienz stellt fest, dass Energieeffizienz für Unternehmen gleichbleibend wichtig ist, sie aber immer weniger investieren. Grund könnte sein, dass viele einfache Maßnahmen schon umgesetzt sind und für aufwändige Maßnahmen häufig das Geld fehlt.

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Das Thema Energieeffizienz bleibt für Unternehmen wichtig, die Investitionsbereitschaft sinkt aber.
Das Thema Energieeffizienz bleibt für Unternehmen wichtig, die Investitionsbereitschaft sinkt aber.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Wie das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP mitteilt, ist der Energieeffizienz-Index (EEI) auf den tiefsten Stand seit Beginn seiner Erhebung im Jahr 2013 gesunken. Als wichtigsten Grund gibt das Institut an, dass Unternehmen weniger in Energieeffizienz investieren und die Energieproduktivität kaum noch steigern, obwohl für sie die Bedeutung der Energieeffizienz nicht gesunken ist.

Energieeffizienz bleibt wichtig, Investitionen sinken dennoch

Maßnahmen bei der Beleuchtung haben am häufigsten zu den größten relativen Einsparungen geführt.
Maßnahmen bei der Beleuchtung haben am häufigsten zu den größten relativen Einsparungen geführt.
(Bild: EEP Universität Stuttgart)

Bei den knapp 500 Befragten bleibt die Einschätzung nach der Bedeutung von Energieeffizienz stabil. Der Investitionsindex jedoch sank auf den halben Wert im Vergleich zur letzten Erhebung. Der Investitionsindex ist der Anteil von Energieeffizienz-Maßnahmen an den gesamten Investitionen, die Unternehmen im kommenden Jahr tätigen wollen. Am extremsten zeigt die Kurve nach unten, welche die erwartete Steigerung der Energieproduktivität beschreibt: Innerhalb eines halben Jahres sank dieser Wert von 1,74 auf 0,2 ab.

Der Leiter des Instituts EEP, Prof. Alexander Sauer, erklärt: „Obwohl Unternehmen die Bedeutung der Energieeffizienz konstant hoch einschätzen, setzen sie deutlich weniger Energieeffizienz-Maßnahmen um. Der Grund könnte sein, dass einfache Maßnahmen häufig bereits umgesetzt sind und für die schnelle Umsetzung komplexerer Maßnahmen die Ressourcen fehlen. Die aktuelle Hochkonjunktur sowie die politische Unsicherheit im Wahljahr haben diese Effekte noch verstärkt.“

Unternehmen erwarten mehr Hilfe von der Regierung

Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen – je größer die Unternehmen, desto höher der Anteil – erfasst seinen Energieverbrauch systematisch, bei den Großunternehmen ist es fast die Hälfte.
Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen – je größer die Unternehmen, desto höher der Anteil – erfasst seinen Energieverbrauch systematisch, bei den Großunternehmen ist es fast die Hälfte.
(Bild: EEP Universität Stuttgart)

Über 1000 Unternehmen aus 27 Branchen beantworteten auch die halbjährlich wechselnden Sonderfragen des EEI. Knapp die Hälfte wünschen sich von der Regierung mehr Anstrengungen in Sachen Energieeffizienz. Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen – je größer die Unternehmen, desto höher der Anteil – erfasst seinen Energieverbrauch systematisch, bei den Großunternehmen ist es fast die Hälfte. 45 Prozent der Unternehmen, die Energiedaten speichern, machen das, um Energieeffizienz-Potenzialen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu erkennen. Maßnahmen bei der Beleuchtung haben dabei am häufigsten zu den größten relativen Einsparungen geführt.

Drei Viertel aller befragten Unternehmen verfolgen einen systematischen Ansatz zur Energieeffizienz-Verbesserung, ein Drittel dieser Gruppe nutzt dabei ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Von den kleineren Unternehmen nutzen nur rund 40 Prozent einen systematischen Ansatz. Bereits 9 Prozent der befragten Unternehmen geben inzwischen an, einem Energieeffizienz-Netzwerk anzugehören.

Impulse zur Umsetzung fehlen

Das Institut EEP stellt fest, dass immer mehr Unternehmen selbst identifizierte Energieeffizienz-Maßnahmen umsetzen könnte, es aber aber die Impulse fehlen, um das zu tun. „Es ist daher weiterhin dringend notwendig, dass die Politik verbleibende Hemmnisse – wie Informationsdefizite oder hohe Bürokratie – abbaut, Unsicherheiten reduziert und die Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienz-Maßnahmen wieder erhöht. Gerade kleinere Unternehmen wünschen sich mehr Engagement von der Politik“, sagt Sauer.

Das Institut EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energieeffizienz. Der EEI wird unter anderem in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur, dem Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland erstellt. Weitere Ergebnisse der Erhebung.

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