Hydraulik Hydraulisches SyncHoist Systems zum Aufbau eines Marineschiffs

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Um den mehr als 600 Tonnen schweren Aufbau auf ein Marineschiff zu setzen, war anstatt der üblichen zwei Kräne nur ein Schwimmkran verfügbar. Mit der Kombination aus einem Schwimmkran und dem hydraulischen SyncHoist Positionierungssystem von Enerpac fand man eine Alternative.

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Nur ein Schwimmkran ... mit einem hydraulischen Synchoist System von Enerpac war für die Positionierung der Brücke ausreichend.
Nur ein Schwimmkran ... mit einem hydraulischen Synchoist System von Enerpac war für die Positionierung der Brücke ausreichend.
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf der Merwede-Werft in Hardinxveld-Giessendam, einer der führenden Werften der Niederlande und Teil der Produktionsbetriebe von IHC Caland NV, wird derzeit das ‘MRV’ im Auftrag der australischen Tenix Defence PTY, Ltd. gebaut. Tenix ist der Haupt-Contractor für eine Flotte von 7 Schiffen für das neuseeländische Verteidigungsministerium. Das ‘MRV’ ist ein neues, multifunktionelles Transport- und Patrouillenschiff für die neuseeländische Marine. Das Schiff wird auf der Merwede-Werft selbst fertiggestellt; Teile des Rumpfes, sowie der Aufbau und die Schornsteineinheit waren an die Maatschappij De Maas BV aus Rotterdam vergeben, die auf dem Gelände der ehemaligen RDM auf der Heijplaat niedergelassen ist. Dort mussten Aufbau und Schornsteineinheit auch auf den Rumpf des Schiffes gesetzt werden, sodass dieser erst zur Werft der Maatschappij De Maas geschleppt wurde.

Ein Kran und die passende Hydraulik

Für eine derartige Positionierung von schweren Schiffsteilen – der Aufbau des MRV wiegt mehr als 600 t – die geometrisch äußerst präzise erfolgen muss, sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Ebene, werden normalerweise zwei Schwimmkräne eingesetzt. Die Konstruktion besteht aus Flachstahl und beim Anheben muss deshalb dafür Sorge getragen werden, dass alle Teile der Konstruktion synchron bewegt werden, um zu verhindern, dass unzulässige Spannungen in der Konstruktion auftreten.

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“Das Gewicht des Aufbaus ist für einen Kran kein Thema. Es ist vielmehr das Volumen, das ein Problem darstellt”, meint Produktionsmanager Johan van Vuuren der Merwede-Werft. “Es lässt sich mit einer verformbaren Kartonschachtel vergleichen. Deshalb haben wir diese Konstruktion für die Beförderung mit zwei Kränen entworfen”.

In diesem Fall war jedoch nur ein Schwimmkran verfügbar, sodass für das Anheben und Positionieren des Aufbaus eine alternative Lösung gefunden werden musste. Enerpac lieferte mit seinem bewährten hydraulischen SyncHoist System die Lösung. Dieses SyncHoist System wurde von Enerpac entwickelt, um eine präzisere Positionierung zu ermöglichen. Mit Hilfe eines einzigen Krans lässt sich die Last auf diese Weise sowohl in vertikaler als auch horizontaler Ebene exakt manövrieren. Darüber hinaus können die Kräfte vollständig unter Kontrolle gehalten werden, um das Risiko des Durchbiegens und damit unerwünschte Spannungen auszuschließen.

Acht Hebepunkte, davon vier hydraulische Zugzylinder

Um den Aufbau mit Hilfe eines Krans in Kombination mit SyncHoist positionieren zu können, musste ein spezieller Heberahmen angefertigt werden. Johan van Vuuren sagt dazu: “Mit diesem Heberahmen können wir nämlich alle Vorrichtungen, die wir bereits konstruiert hatten, beibehalten.”

Insgesamt wurden acht Hebepunkte benötigt. Vier davon waren an zwei schweren Balken an der Unterseite des Aufbaus angebracht, über welche die Hebetrossen durch die Konstruktion verliefen. Weitere vier Trossen waren ganz außen am Aufbau befestigt und sollten die gesamte Konstruktion in Balance halten.

In die vier äußersten Trossen waren die doppeltwirkenden hydraulischen (Zug)Zylinder des SyncHoist Systems integriert. Die Doppelwirkung ermöglicht eine äußerst präzise Kontrolle sowohl der Hebe- als auch der Senkkorrekturen in den einzelnen Trossen. Diese vier Zylinder mit einer Kapazität von jeweils 85 t, wurden vor dem Heben in die korrekte Position gebracht sodass eine Art Vorspannung entstand. Beim Heben sorgte diese Vorspannung dafür, dass der gesamte Aufbau synchron angehoben werden konnte. Anschließend wurde während des Hebens und Positionierens des Aufbaus das gesamte Kräftespiel in den Zylindern und die Bewegung mit Hilfe von Sensoren und einem SPS-Steuerungssystem kontrolliert und bei Bedarf auf die vorab eingestellten Werte korrigiert. (hö)

Enerpac

Tel. +49(0)211 471 490

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