Klebstoff

Henkel zeigt auf der JEC 2016 Lösungen für die Automobilindustrie

| Redakteur: Katharina Juschkat

Beim Fahrwerk des Volvo XC90, einem Crossover-SUV, kommt eine Blattfeder aus einem faserverstärkten Verbundwerkstoff zum Einsatz. Das Hinterachskonzept dient als Plattformlösung für weitere Volvo-Modelle, wie S90 und V90.
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Beim Fahrwerk des Volvo XC90, einem Crossover-SUV, kommt eine Blattfeder aus einem faserverstärkten Verbundwerkstoff zum Einsatz. Das Hinterachskonzept dient als Plattformlösung für weitere Volvo-Modelle, wie S90 und V90. (Bild: Henkel)

Der Klebstoffhersteller Henkel zeigt auf der JEC World seine Konzepte zum Leichtbau bei Kraftfahrzeugen. Im Vordergrund sollen die Kostensenkung und die Großserienfertigungen stehen. Das Angebot richtet sich auch an Anwender in der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Vorschriften zur Reduzierung der CO2-Emissionen sind die Automobilhersteller bestrebt, jedes unnötige Gramm Gewicht zu vermeiden. Entsprechende Leichtbaukonzepte treiben den Einsatz fortschrittlicher Verbundwerkstoffe voran, die Gewichtseinsparungen gegenüber traditionellen Metallbauteilen bieten. Auf der JEC World 2016, der Fachmesse für Verbundwerkstoffe, die derzeit vom 8. bis 10. März in Paris stattfindet, zeigt auch der Klebstoffhersteller Henkel seine Lösungen zum Leichtbau in der Automobilindustrie.

Klebstoffe und Harze helfen bei Großserienanfertigungen

Hersteller in der Automobilindustrie sind ständig auf der Suche nach kostengünstigen Verfahren zur Großserienanfertigung von Teilen mit Stückzahlen von mehr als 10.000 pro Jahr. Dabei können anwendungsgerechte Klebstoffe sowie schnell härtende, zuverlässige Harze für kurze Produktionszyklen helfen.

Nützlich sind auch zuverlässige Partner mit eigenen Testkapazitäten. Aus diesem Grund hat Henkel mit seinem Komposit-Labor in Heidelberg kürzlich ein Testzentrum für Kundenversuche auf HP-RTM-Anlagen in Betrieb genommen.

Henkel zeigt Entwicklungen für Automobil-Leichtbauanwendungen

Henkel bietet Matrixharze und individuell gefertigte Klebstoffe zur Fertigung und Montage von Verbundwerkstoffteilen an, einschließlich hybrider Kunststoff/Metall-Konzepte. Der Automobilzulieferer Benteler-SGL entwickelte beispielsweise eine glasfaserverstärkte Blattfeder mit Loctite Max 2, einem Zweikomponenten-Matrixharzsystem für Polyurethan-Verbundwerkstoffe. Die Blattfeder wird in einem für mehr als 100.000 Teile pro Jahr ausgelegten RTM-Verfahren hergestellt und erschließt eine Gewichtsreduzierung von 4,5 kg für die Hinterachse. Volvo setzt die Feder als Teil der SPA-Plattform im aktuellen Volvo XC90 sowie in den Modellen Volvo S90 und V90 ein.

Henkel zeigt auf der JEC auch eine Leichtbautür für den Roding R1, die Henkel mit unterschiedlichen Klebstofflösungen und Loctite Max Harz fertigt und dessen gute Fließeigenschaften bei geometrisch komplexen Formteilen illustriert.

Klebstoff Loctite bietet hohe Festigkeit und Elastizität

Die Automobilhersteller ersetzen in zunehmendem Maße Stahl durch faserverstärkte Kunststoffe, was einen wachsenden Bedarf an Lösungen zum Verkleben hybrider Materialkombinationen schafft. Um die unterschiedlichen Wärmeausdehnungs-Koeffizienten in Leichtbaukarosserien zu bewältigen, braucht der Markt einen Klebstoff, der sowohl hohe Festigkeit als auch hohe Elastizität bietet. Henkel hat dafür den Klebstoff Loctite UK 2015 entwickelt, der auf einer 2K-Polyurethan-Technolologie basiert. Dieser Klebstoff eignet sich gut für tragende Karosseriebauteile, egal ob sie aus faserverstärkten Kunststoffen oder elektrolytisch beschichtetem Stahl bzw. Aluminium bestehen.

Henkel klebt Bart von Tutanchamun wieder an

Klebstoff

Henkel klebt Bart von Tutanchamun wieder an

12.01.16 - Es war ein Skandal, der durch die Weltpresse ging: Bei Reinigungsarbeiten wurde der zeremonielle Pharaonenbart von Tutanchamun abgebrochen und unsachgemäß wieder angeklebt. Mittlerweile wurde die restaurierte Totenmaske des jungen Pharao der Weltöffentlichkeit präsentiert. Dafür, dass der Bart jetzt hält, sorgt unter anderem ein eigens entwickelter Klebstoff von Henkel. lesen

Binder-Technologie für komplexe Formteile

Auf der JEC führt Henkel mit Loctite FRP 2000 außerdem eine neue Binder-Technologie ein, die eine gute Verträglichkeit mit Polyurethan- und Epoxid-Matrixharzen bietet. Der Binder kann im Preformprozess aufgrund seiner hohen mechanischen Festigkeit sparsam eingesetzt werden und eignet sich auch für komplexe Formteile.

Darüber hinaus zeigt das Unternehmen auf der Messe ausgewählte Produkte seiner Loctite Frekote Serie, einschließlich Werkzeugreiniger, Formversiegler und Trennmittel, die alle auf den Einsatz zusammen mit Loctite Max Harzen in Closed-Mold-Verfahren wie RTM abgestimmt sind.

Henkel zielt mit seinen leistungsfähigen Matrixharzen und Klebstoffen für Komposite auf eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen im Automobil- und anderen Industriesektoren. Die Beispiele reichen von Strukturbauteilen wie im Bereich der Karosserie, über lackierbare Außenteile wie Dächer, bis hin zu Fahrwerks- und Antriebsstrangkomponenten, einschließlich Räder und Gelenkwellen.

In einem technischen Vortrag während der Messe am Donnerstag, dem 8. März, spricht Frank Kerstan, Global Program Manager, Automotive Composites, über den Fortschritt bei Matrixharzen und Klebstoffen für die Automobilgroßserienproduktion. (kj)

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