Gleitlager Gleitlager nach ABEG klassifizieren

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Um Konstruktionen technisch und wirtschaftlich optimal auszulegen, bietet Findling auch für Gleitlager die Klassifizierung nach ABEG an.

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Findling Wälzlager erweitert sein Produktportfolio und bietet nun auch Gleitlager verschiedenster Ausführungen und Materialien an.
Findling Wälzlager erweitert sein Produktportfolio und bietet nun auch Gleitlager verschiedenster Ausführungen und Materialien an.
(Bild: Findling)

Findling Wälzlager erweitert sein Produktportfolio und bietet nun auch Gleitlager verschiedenster Ausführungen und Materialien an. Die geräuscharmen, stoßunempfindlichen und kompakten Gleitlager werden in nahezu jeder Branche eingesetzt. Ob Gleit- oder Wälzlager – wichtigste Maxime bei Findling ist nach wie vor eine umfassende Anwendungsberatung: Der Kunde soll immer eine technisch und wirtschaftlich optimale Lösung erhalten. Um das zu erreichen, setzt Findling auch bei den Gleitlagern die bewährte ABEG-Methode ein. „Das Konzept bietet eine umfassende und herstellerunabhängige Darstellung des Gesamtangebots und ermöglicht dem Kunden eine schnelle und zielsichere Auswahl“, so Klaus Findling, Geschäftsführer von Findling Wälzlager.

Bewährte Klassifizierung nach ABEG

Um das zu erreichen, werden die Lager im Vorfeld nach höchsten Anforderungen geprüft und in vier Leistungsklassen eingeordnet: Premium, Supra, Eco und EasyRoll. Dabei sind EasyRoll-Produkte für den Einsatz bei geringen Gleitgeschwindigkeiten und höchster Kostensensibilität geeignet, Gleitlager der Premium-Klasse sind aus High-End Materialien gefertigt, die höchsten Anforderungen bestehen. Eco und Supra decken den Bereich dazwischen ab. Die Bewertung zur Eingruppierung erfolgt in sieben Kategorien: Leistung & physikalisch-/chemische Merkmale, Herstellungstechnologie, Toleranzen, Material, Gleitschicht, Schmierung und Qualitätssicherung. Die Leistungskriterien basieren auf den Erkenntnissen der repräsentativen Bemusterungsergebnisse und den Vergleichen verschiedener Hersteller. „Auch im Gleitlagermarkt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Typen, Materialien und Ausführungen. Wie bei Wälzlagern ist es für Einkäufer wie Techniker nur begrenzt möglich, den Überblick über technische wie wirtschaftliche Entwicklungen zu behalten“, so Klaus Findling. „Mit ABEG ermöglichen wir dem Kunden, Angebote im Detail zu vergleichen und die individuell beste Lösung zu finden.“

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Als Optimierungswerkzeug macht ABEG die unterschiedlichen Leistungs- und Preislevel für den Anwender transparent. So lassen sich Auslegung und Konstruktion von vornherein unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchführen. Eine genaue Analyse beim Anwender hilft zudem, verborgene Kostenfaktoren beispielsweise durch technische Überdimensionierung aufzudecken. Hat ein Kunde Sonderlösungen im Einsatz, die nur mit hohem Aufwand zu beschaffen sind, kann ABEG helfen, die benötigten Lager aus einem weltweiten Netzwerk von Herstellern wirtschaftlicher zu beziehen. Auch bei wenig gefragten Lagern ergeben sich durch die Ausnutzung des Herstellernetzwerkes Versorgungssicherheit und Einsparpotenziale.

Eigens entwickelter Gleitlagerprüfstand

Um die Klassifizierung der Gleitlager nicht nur auf theoretische Grundlagen zu stützen, prüft Findling die angebotenen Produkte selbst unter realen Bedingungen. Das geschieht über einen Prüfstand, der eigens für diesen Zweck entwickelt wurde. „Um ein signifikantes Ergebnis über die Leistungsfähigkeit eines Lagers zu erhalten, bedarf es wesentlich mehr als Katalogangaben“, erläutert Klaus Findling. „Unser Prüfstand kann kundenindividuelle Szenarien und Betriebsbedingungen abbilden und auch Kriterien wie Einlaufverhalten, Grenzgleitgeschwindigkeit, Ölaufnahmefähigkeit, Temperaturstabilität und Reibmomente untersuchen.“

Am Ende der Testreihen steht unter anderem eine zuverlässige, statistisch belegbare Aussage darüber, wie viele Stunden ein Gleitlager unter bestimmten Betriebsbedingungen seine Leistungsfähigkeit behält und wann erste Ermüdungserscheinungen auftreten. Um die Reproduzierbarkeit der Lagerleistung zu dokumentieren, führt Findling kontinuierliche Testreihen durch und verfügt damit jederzeit über einen Ist-Wert für die Leistungsfähigkeit eines jeden Herstellers. Dieses Vorgehen sichert gleichbleibend hohe Qualitätsstandards über alle Leistungsklassen hinweg.

Umfassendes Gleitlager-Portfolio

Das Lieferportfolio von Findling umfasst die gesamte Bandbreite der Gleitlagertechnik: zerspante oder gerollte Modelle sowie massive Sinterlager in unterschiedlichsten Ausführungen – zum Beispiel aus Eisen oder Bronze oder einer Kombination von Werkstoffen; die Legierungen können auf Basis von Weißmetallen, Kupfer oder Aluminium erfolgen. Die Gleitlager sind als Zylinderbuchsen mit einem Innendurchmesser von 3 mm bis 300 mm und als Bundbuchsen mit einem Innendurchmesser von 3 mm bis 60 mm sowie als Anlaufscheiben und Streifen erhältlich.

Je nach Ausführung lässt sich eine Wartungsfreiheit bzw. -armut erzielen, zum Beispiel im Falle der selbstschmierenden Sinterlager: Die Porosität des Sinterwerkstoffes ermöglicht eine Tränkung und Durchströmung mit flüssigen Schmierstoffen oder die Füllung mit Festschmierstoffen. Das Porenvolumen von selbstschmierenden Sintergleitlagern beträgt bis zu 30 % des Gesamtvolumens. Diese Ölmenge reicht im Allgemeinen für die Lebensdauer eines Lagers aus. Das System miteinander verbundener Poren sorgt dafür, dass der flüssige Schmierstoff zuverlässig dorthin gelangt, wo er wirksam werden soll – bei diesen Lagern tropft kein Öl, die Lebensdauer ist durch den geringen Verschleiß signifikant erhöht. „Sinterlager sind ein gutes Beispiel dafür, wie moderne Werkstoffe die Leistungsfähigkeit immer weiter erhöhen.“, so Klaus Findling. „Sie bewähren sich seit Jahrzehnten in allen Bereichen der Technik und überzeugen unter anderem mit einem ruhigen Lauf, großer Betriebssicherheit und hoher Belastbarkeit.“

Verschiedene Materialien, Beschichtungen und Schmierstoffe

Im gesamten Gleitlager-Sortiment bietet Findling umfangreiche Optionen bezüglich des Trägermaterials. Eingesetzt werden beispielsweise Stahl, Edelstahl, Bronze, Stahl-/Aluminiumlegierungen oder eine Kombination von Werkstoffen. Außerdem werden Kunststofflager in verschiedenen Varianten und Ausführungen angeboten – unter anderem aus Verbundwerkstoffen und technischen Kunststoffen. Um eine Verbesserung der Reibwerte zu erreichen, werden vor allem Verbundgleitlager häufig beschichtet. Geeignete Materialien dafür sind zum Beispiel Polytetrafluorethylen (PTFE), Acetalharz (POM), Fluor-Polymere, carbonfaserverstärktes Polyetheretherketon (PEEK) sowie PTFE-Compounds mit Glas- oder Kohlefasern als Füllstoff.

Auch bei der Befettung gibt es zahlreiche Optionen: Mit einer Ölschmierung lässt sich durch die Zugabe von Graphit oder Molybdändisulfid (MoS2) die Haftfähigkeit erhöhen und die Gleitfläche glätten. Bei der Verwendung von Fett oder Festschmierstoffen ergibt sich durch die intensive Oberflächenhaftung eine sehr geringe Reibung. Auch Trockenschmierungen sind über Beschichtungen mit PTFE bzw. einen Zusatz von Teflon oder Graphit möglich.

„Auf Kundenwunsch bieten wir auch Sonderlager, die wir anwendungsbezogen entwickeln und produzieren“, so Klaus Findling. „Dabei sind unzählige Kombinationsmöglichkeiten möglich.“ Ob angepasste Werkstoffzusammensetzungen im Sinterpulver, eine veränderte Porosität, verschiedene Werkstoffpaarungen der Verbundgleitlager oder optimierte Gleitschichten – der Gestaltungsfreiheit sind kaum Grenzen gesetzt. (qui)

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