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Entlastung für das Pflegepersonal Freie Betten mit Sensoren schneller finden

Die Corona-Pandemie hat es uns vor Augen geführt: Personal in Krankenhäusern ist knapp und Zeit sollte nicht verschwendet werden. Im Interview mit MEDICA.de erklärt Steffen Geyer von der simplinic GmbH, wie Bettensensoren dem Klinikpersonal zeitintensive Arbeit beim Bettenwechsel abnehmen können.

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(Bild: Messe Düsseldorf GmbH)

Herr Geyer, was ist die Aufgabe der simplinic GmbH bei der Erprobung der Bettensensoren im Sana Klinikum Duisburg?

Steffen Geyer, Simplinic GmbH
Steffen Geyer, Simplinic GmbH
(Bild: Messe Düsseldorf GmbH)

Steffen Geyer: Wir integrieren die Sensoren. Die Sensoren, in diesem Fall das Bettgestell, kommen von der Firma Stiegelmeyer und werden jetzt von uns fit für das Internet-of-Things gemacht. Wir integrieren die Sensorik in unser System und empfangen dort ihre Daten: Der eingesetzte Sensor zeigt an, ob ein Bett besetzt ist oder nicht.

Wie funktionieren die Sensoren?

Geyer: Die Sensoren messen den Druck – wenn sich jemand darauflegt, senden sie ein Signal über Bluetooth. Diese Out-of-bed-Funktion wird herkömmlicherweise in Pflegeheimen als Sturzalarm genutzt. Wir benutzen diese Funktion für einen anderen Prozess, nämlich den Belegungsprozess. Wir empfangen dieses Signal mit unserer Infrastruktur, übernehmen die Information des Sensors, der bei uns in der Software mit einem Bett verknüpft ist, und stellen den Status des Bettes automatisch auf „belegt“.

Wie kann das Klinikpersonal durch diese Sensoren entlastet werden?

Geyer: Indem zunächst der manuelle Prozess wegfällt: Das Personal muss nicht mehr dafür sorgen, dass das Bett im System geblockt wird, das passiert vollautomatisch. Daraus resultieren Nebeneffekte, beispielsweise bei der Suche nach freien Betten.

Ein guter Vergleich für die Suche nach einem freien Bett ist das Carsharing: Der Fahrer sucht nicht nach einem bestimmten, sondern nach einem beliebigen Auto, das vollgetankt und verfügbar ist. So funktioniert es auch bei der Bettensuche: Durch die Belegungsdaten blocken wir die belegten Betten, das heißt, sie tauchen in der Suchanfrage nicht mehr auf. Dem suchenden Personal werden daher nur noch freie Betten angezeigt.

Welche Daten könnte man aus dem System noch ablesen?

Geyer: In unser System kann man grundsätzlich jeden Sensor integrieren, beispielsweise Umweltsensoren, zum Beispiel für Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, oder auch Wearables, die sich über Bluetooth integrieren lassen und dann die Herzrate, Blutdruck oder ähnliches übersenden. In unserer Infrastruktur können wir grundsätzlich alles aufnehmen – das macht sie so vielseitig. Wir nutzen sie für die Lokalisierung und Übernahme der Daten von Sensoren. Die Sensoren kommen nie von uns, aber wir bieten den herstellenden Unternehmen die Möglichkeit, unsere Infrastruktur mitzubenutzen, um so für den Endnutzer eine gute Prozesslösung zu finden.

Welche Erkenntnisse konnten Sie aus der ersten Erprobungsstufe ziehen?

Geyer: Die Infrastrukturen selbst laufen bei uns in der Form schon seit Jahren. Wir erproben an dieser Stelle also nur den Datenpunkt über die automatische Belegung eines Bettes. Wir haben im Sana Klinikum Duisburg mehrere Testbetten mit Sensoren ausgestattet und schauen jetzt, ob sie wirklich zuverlässig arbeiten. Das funktioniert bis jetzt alles wunderbar, die Technik läuft einwandfrei.

Jetzt gehen wir bald in die zweite Stufe und weiten das Portfolio an Betten im Klinikum aus, um dann in Richtung der Anwendungsfälle zu gehen. Dann werden wir auch Auslastungsanalysen durchführen und sehen, wie viele Betten wirklich benötigt werden, denn in der Regel werden zu viele Betten vorgehalten.

Zum Schluss erarbeiten wir mit der Klinik ein Konzept eines zentralen Belegungsmanagements. Dazu wird aber mehr gehören als nur die Anzahl der freien Betten, sondern beispielweise auch Patientenattribute wie Geschlecht oder Alter.

Was denken Sie, wie sich der Klinikalltag durch die fortschreitende Digitalisierung weiter entwickeln wird?

Geyer: Ich kann Ihnen sagen, wie er sich verändern muss: Wir müssen mit Hilfe der Digitalisierung mehr Zeit für die patientennahen Berufsgruppen schaffen, sodass diese sich um das wirklich Wichtige kümmern können, also Patienten zu behandeln und zu pflegen. Daher haben wir mit diesen integrierten Sensoren ein Paradebeispiel dafür, wie mehr Zeit gewonnen werden kann: Indem wir bestimmte manuelle Tätigkeiten möglichst automatisieren.

Wir verstehen Digitalisierung immer als Automatisierung, um dem Personal bestimmte wiederkehrende Tätigkeiten abzunehmen. Denn die reine Digitalisierung an sich könnte auch ein manueller Eintrag in einer Software sein – damit wäre dem Pflegepersonal aber noch keine Arbeit abgenommen und sie ginge handschriftlich vielleicht sogar schneller.

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