3D-Druck

Freidenker gesucht

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Kleinserie für Maschinenbauer

Gänzlich anders gestaltete sich ein Projekt von 1zu1 Prototypen für einen weltweit tätigen Maschinenbauer mit Sitz am Bodensee. Das Unternehmen entwarf einige Vorrichtungen, um seine Produktion zu optimieren. Fünf kompakte Kunststoffteile mit Filmscharnieren und Schnappverschlüssen wurden dafür je 20 Mal benötigt. Sie mussten für den Einsatz unter Wasser geeignet sein.

Auch dafür war 3D-Druck das Mittel der Wahl: „Hätten wir die Teile wie bisher üblich gefräst, wäre die Fertigung fünf Mal so teuer gewesen und hätte zehnmal so lange gedauert“, ist 1zu1-Kundenberater Hubert Kemmer sicher.

Auch hier waren mehrere Entwicklungsschritte bis zum fertigen Produkt nötig: Jeder dieser Schritte hätte beim Fräsen rund einen Monat gedauert. Dank 3D-Druck waren die Vorrichtungs-Bauteile hingegen schon nach jeweils drei Tagen wieder unterwegs zum Kunden. Der ganze Entwicklungsprozess verkürzte sich so von mindestens einem halben Jahr auf wenige Wochen.

Umdenken in der Entwicklung

Für den Geschäftsführer von 1zu1 Prototypen, Hannes Hämmerle, zeigen die beiden Projekte beispielhaft die Möglichkeiten des 3D-Drucks. Voraussetzung sei „ein komplettes Umdenken in der Konstruktion. Wir merken an vielen Anfragen, dass die Entwickler noch in den herkömmlichen Verfahren denken.“

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„Die Entwickler können sich von den Fertigungsverfahren lösen und sich komplett auf den Nutzen eines Bauteils konzentrieren“, ergänzt Vertriebsleiter Thomas Kohler. „Statt sich zu fragen, wie ein Teil konstruiert sein muss, damit es gefräst oder gegossen werden kann, stellt sich in der additiven Fertigung nur mehr die Frage: Was muss dieses Teil können und wie kann ich diese Funktion optimal erreichen?“

Dieses Umdenken braucht Zeit. Der genannte Maschinenbau-Konzern beispielsweise engagierte für einige Monate zwei externe Spezialisten für 3D-Druck, die sämtliche Produktionsprozesse auf Einsparungs- und Innovationspotenzial untersuchen sollen. Das zeigt auch, wie schwer sich gestandene Entwickler mit dieser neuen Herangehensweise tun.

1zu1-Geschäftsführer Hannes Hämmerle sieht die Additive Fertigung als Ergänzung zu bestehenden Produktionsverfahren wie Fräsen oder Spritzguss: „Wenn das Verständnis der Konstrukteure wächst, wird sie in der Serienfertigung deutlich an Bedeutung gewinnen.“ Sie ermögliche den Konstrukteuren eine viel größere Freiheit. Hämmerle: „Wer so konstruiert, kann mittels 3D-Druck echten Mehrwert schaffen.“ (qui)

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