Forschung Forschungsprojekt entwickelt material- und ressourceneffiziente Technologien

Redakteur: Katharina Juschkat

Das Forschungsprojekt „Amareto“ erhält 5,5 Millionen Euro für die Zusammenarbeit der drei Technischen Universitäten Dresden ,Chemnitz und der Bergakademie Freiberg sowie des Fraunhofer IWU. Das Projekt will die Forschungsbereiche verknüpfen und Entwicklungszeiten verkürzen.

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Fördermittelübergabe (v.l.): Prof. Matthias Putz von der TU Chemnitz und dem Fraunhofer IWU erhält von Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange 5,5 Millionen Euro an EFRE-Mitteln, ebenso wie Prof. Maik Gude von der TU Dresden und Prof. David Rafaja von der TU Bergakademie Freiberg.
Fördermittelübergabe (v.l.): Prof. Matthias Putz von der TU Chemnitz und dem Fraunhofer IWU erhält von Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange 5,5 Millionen Euro an EFRE-Mitteln, ebenso wie Prof. Maik Gude von der TU Dresden und Prof. David Rafaja von der TU Bergakademie Freiberg.
(Bild: TU Dresden)

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Sachsen fördert das Projekt „Sächsische Allianz für Material- und Ressourceneffiziente Technologien“ – kurz Amareto – in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat Ende Januar 2017 in Dresden die Fördermittelbescheide an die Projektverantwortlichen der TU Dresden, der TU Chemnitz, der TU Bergakademie Freiberg und des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU übergeben.

Werkstoffdesign, -gestaltung und Produktionstechnologie verknüpfen

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Das Hauptziel der drei sächsischen Universitäten und des Fraunhofer IWU ist die Schaffung intelligenter Verknüpfungen zwischen effizientem Werkstoffdesign, beanspruchungsgerechter Werkstoffsystem- und Bauteilgestaltung und optimierten Produktionstechnologien für die Maschinenbau-, Automobil- und Luftfahrtindustrie. Durch die Zusammenarbeit sollen schon bei der Werkstoffentwicklung die gewünschten Produkteigenschaften und ressourcenschonende Herstellungsprozesse berücksichtigt werden. Durch die überregionale Kooperation soll die Entwicklungszeit – angefangen bei der Materialauswahl bis hin zur Serienproduktion – verkürzt werden.

Die Forscher der TU Dresden entwickeln Mehrkomponentenwerkstoffe und mögliche Fertigungstechnologien (Smart Design). Die Kollegen an der TU Bergakademie Freiberg arbeiten an hochfesten metallischen Werkstoffen und an Hartstoffen, die ein Teil der Mehrkomponentenwerkstoffe darstellen bzw. die für die Herstellungstechnologien erforderlich sind (Smart Material). Die Forscher der TU Chemnitz und des Fraunhofer IWU entwickeln anhand von Visualisierungen und Simulationen datengetriebene Produktionsprozesse (Smart Production).

Anwendungsnahe und schnelle Forschungsergebnisse erhofft

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: „Die Forscher verschiedener Hochschulen und Institute im Freistaat Sachsen setzen international Maßstäbe bei der Entwicklung neuer Materialien. Deshalb ist es gut, wenn sich diese Experten zusammentun und ihre Forschungen vorantreiben.“ Die Entscheidung, das Projekt mit EU-Mitteln zu fördern, sei auch mit der Hoffnung verbunden, die Forschungsergebnisse so anwendungsnah aufzubereiten, dass eine industrielle Umsetzung bald möglich sei. „Deshalb ist das auf anwendungsorientierte Forschung gerichtete Fraunhofer IWU ein wichtiger Partner im Verbund der technischen Universitäten.“

Prof. Matthias Putz der TU Chemnitz und Institutsleiter des Fraunhofer IWU erklärt: „Forscher der TU Chemnitz und des Fraunhofer IWU entwickeln gemeinsam eine intelligente Produktionstechnik mit dem Ziel, die Prozessstabilität und -qualität zu erhöhen.“ Zudem soll zusammen mit den Forschern aus Dresden und Freiberg eine übergreifende Simulationsbasis aufgebaut werden, die durch neuartige Visualisierungs- und Simulationstechniken wie der Virtual-Reality-Technologie unterstützt wird. „Damit können wir den Wert produktionstechnischer Daten steigern. Wir verknüpfen alle relevanten Prozess- und Simulationsdaten im Forschungsaustausch in einem übergreifenden Modell, das parallel zum realen Bauteil entsteht und als virtueller Zwilling zur Verfügung steht.“

„Werkstoffe effizient für komplexe Produkte zu entwickeln, ist mit vielen Anforderungen auf die Werkstoffeigenschaften verbunden“, erklärt Prof. David Rafaja von der TU Bergakademie Freiberg. Die Werkstoffe müssen einerseits gewünschte Eigenschaften für jeweilige Anwendungen haben, andererseits müssen sie bearbeitbar und recycelbar sein. „Um darauf eine Antwort zu finden, müssen sich Spezialisteb aus komplementären Wissenschaftsbereichen austauschen. Das Projekt Amareto stellt eine gute Plattform für einen solchen Austausch dar.“ (kj)

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