Wälzlager Forschen für das Wälzlager von Morgen

Redakteur: Ute Drescher

Die Zusammenarbeit zwischen SKF und der Technischen Hochschule im nordschwedischen Luleå ist ein Gewinn für beide Seiten: SKF kann neue Möglichkeiten für Technologien erforschen und die Universität sammelt Erfahrungen bei der Lösung von praxisbezogenen Problemen. Gemeinsam arbeiten SKF und die Hochschule am innovativen SKF Insight-Lager.

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Auf der Schwelle vom Forschungsprojekt zur Serienreife: Das innovative SKF InsightTM -Lager mit integrierter Sensorik und Funktechnologie.
Auf der Schwelle vom Forschungsprojekt zur Serienreife: Das innovative SKF InsightTM -Lager mit integrierter Sensorik und Funktechnologie.
(Bild: SKF)

Luleå liegt an der Nordostküste Schwedens nur 120 km südlich des Polarkreises. In diesen Breiten sind die Winter lang, und im Sommer ist es fast rund um die Uhr hell. Die ursprünglich um die Bergbau- und Schifffahrtsindustrie errichtete Stadt ist heute auch ein florierendes Forschungs- und Technologiezentrum, das dank seiner hohen Investitionen in die Computer- und IT-Infrastruktur auch „The Node Pole“ genannt wird: „Node“ bedeutet im EDV-Fachjargon etwa so viel wie „Netzwerk-Knotenpunkt“.

Mitten in diesem Knotenpunkt, an der Technischen Universität Luleå (LTU), hat SKF im Jahr 2012 ein University Technology Centre (UTC) eröffnet – in der SKF-Welt inzwischen das fünfte seiner Art. Im Rahmen der intensiven Zusammenarbeit zwischen SKF und der Hochschule arbeiten Wissenschaftler an verschiedenen Projekten im Bereich der Zustandsüberwachung. Unter anderem geht es um die Untersuchung weiterer Möglichkeiten für die intelligente Lagertechnik SKF Insight, die im letzten Jahr auf der Hannover Messe erstmals vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Konzept, mit dem Lager fortlaufend ihre aktuellen Betriebsbedingungen kommunizieren können.

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Wie Jerker Delsing, Professor für industrielle Elektronik an der LTU, erklärt, profitieren alle Beteiligten von SKFs University Technology Centre. „Die Zusammenarbeit mit der Industrie verleiht unserer Forschung mehr Fokus“, sagt er. „Außerdem macht die Arbeit mehr Spaß.“ Auch Per-Erik Larsson, SKFs Verbindungsmann zum UTC, sieht einen Gewinn für beide Seiten. „Zwischen uns herrscht ein offenes und ehrliches Verhältnis. Schließlich haben wir das gemeinsame Ziel, die besten technischen Lösungen für bestimmte Probleme zu finden.“

SKF kann sich die Fachkompetenz der Wissenschaftler zunutze machen

Zurzeit arbeiten im UTC acht Wissenschaftler an unterschiedlichen Projekten. Sie werden unterstützt von sechs Doktoranden aus Finnland, Mexiko, Nepal, Schweden und den USA. Neben den eigenen Ressourcen nutzt das UTC Verbindungen zu drei weiteren Lehrstühlen der Universität: Maschinenelemente; Embedded Internet Systems Laboratory (EISLAB) und Betriebs- und Instandhaltungstechnik. Das heißt, SKF kann sich die Fachkompetenz von Wissenschaftlern zunutze machen, die nicht vom UTC finanziert werden. Andererseits hat das Engagement von SKF positive Auswirkungen auf die Universität – nicht nur in finanzieller, sondern auch in wissenschaftlicher Hinsicht.

Auch die Wissenschaftler profitieren von der Zusammenarbeit

Laut Delsing sind vor allem die praktischen Erfahrungen von großem Nutzen. „Das macht unsere Zusammenarbeit ja so interessant: Wir erfahren, was die Industrie für die Praxis braucht“, erklärt er. Manchmal sei einfach nicht auszuschließen, dass der Wissenschaftler als solcher gewisse praktische Belange schlicht übersehe. Zum Beispiel sei es weitaus komplizierter, ein Lager weiterzuentwickeln, das seine Betriebsbedingungen kontinuierlich kommunizieren kann, als einfach nur Wege zu finden, wie sich Informationen von Punkt A nach Punkt B übertragen lassen.

Bevor das UTC eingerichtet wurde, legte SKF der Universität in Luleå die Erwartungen und Bedürfnisse seitens der Industrie vor. Die LTU präsentierte daraufhin 16 verschiedene Projektvorschläge. SKF analysierte die Vorschläge und erstellte in der Reihenfolge ihrer Bedeutung eine Rangordnung. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Vorschläge der LTU sehr eng mit den Erfordernissen von SKF übereinstimmten“, erinnert sich SKF-Verbindungsmann Larsson. Im Moment gebe es zwar noch keine marktreifen Produkte, die aus dieser Zusammenarbeit hervorgegangen seien, aber der Tag sei nicht mehr fern.

Das UTC leistet u. a. auch einen Beitrag zu Europas größtem Automationsprojekt („Arrowhead“) und erhofft sich Vorteile davon. Das Projekt, an dem insgesamt 78 Unternehmen und Institutionen, darunter auch SKF, beteiligt sind, steht unter der Leitung der LTU. „Im Rahmen der Zusammenarbeit für Arrowhead testen wir intelligente Lager für Radsätze von Schienenfahrzeugen. Wir wollen feststellen, ob die Technologie auch unter realen Bedingungen funktioniert“, schließt Delsing.

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