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Automatisches Prüfsystem

Flugzeugturbinen zuverlässig prüfen

| Redakteur: Lea Ziegler

Ein automatisches Kontrollsystem unterstützt künftig Prüfer von Blisks: Das AMI4BLISK-System vereint die geometrische Vermessung und die Oberflächeninspektion.

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Prototypische Inspektion der Oberfläche einer BLISK (Bladed Integrated Disk) mit zwei Kameras und einer Beleuchtung.
Prototypische Inspektion der Oberfläche einer BLISK (Bladed Integrated Disk) mit zwei Kameras und einer Beleuchtung.
(Bild: Fraunhofer ITWM)

Turbinen in Flugzeugtriebwerken dürfen nicht die geringsten Fehler aufweisen. Um Defekte an den blade integrated disks, kurz Blisks, zu entdecken, sind Prüfer bislang auf ihr geschultes Auge angewiesen. Künftig unterstützt sie ein automatisches Kontrollsystem: Es vereint erstmals die geometrische Vermessung und die Oberflächeninspektion.

Damit Flugzeuge auch nach Jahren noch höchsten Sicherheitsansprüchen genügen, müssen die Turbinen in den Triebwerken hochpräzise gefertigt sein und dürfen nicht die geringsten Fehler aufweisen. Prüfer nehmen daher jede einzelne Blisk, die Turbinenscheiben mitsamt 30 bis 60 Schaufeln, sechs bis acht Stunden lang genau unter die Lupe, bevor sie in einen Flieger eingebaut wird. Dabei sind sie auf ihr geschultes Auge angewiesen.

Geometrie erfassen und Oberflächen analysieren

Künftig bekommen die Prüfer technische Unterstützung: Durch das AMI4BLISK-System (Automated Geometrical Measurement and Visual Inspection for Blisks). Das neue System vermisst die Geometrie der Blisk und untersucht sie zudem automatisiert auf Fehler. Entwickelt haben das System Forscher am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern in enger Zusammenarbeit mit ihren Kollegen von Hexagon Metrology und dem Hexagon Technology Center. AMI4BLISK ist als EU-Projekt Teil der Initiative Clean Sky. »Mit unserem System können die Prüfer die Blisks bei gleicher Genauigkeit etwa doppelt so schnell untersuchen wie bisher«, sagt Markus Rauhut, Abteilungsleiter am ITWM. »Zudem haben wir immer gleiche Erkennungsraten: Denn das System kennt keine Müdigkeit und auch Nachtschichten machen ihm nicht zu schaffen.«

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