Suchen

Servoantrieb

Flottere Fahrt für Fahrerlose Transportsysteme

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Kompatibel zu Feldbus-Schnittstellen gängiger FTS-Automatisierungssysteme

FTS-Antriebe sollen in einem großen Drehzahlbereich mit hohem Gleichlauf arbeiten, besitzen aber im Gegensatz zu industriellen Servoantrieben nur eine geringe Dynamik. Als Betriebsart wird üblicherweise eine Drehzahlregelung benötigt. Aus Geschwindigkeitsgründen ist ein echtzeitfähiger Feldbus somit nicht erforderlich. Da aber die Steuerung eines FTS oft mit einer SPS realisiert wird, muss der Antrieb kompatibel zu deren Feldbus-Schnittstelle sein. Um hier kommunikationstechnisch und damit steuerungsseitig offen zu sein, verfügt der der 2,5 kW Servoregler etwa über TCP/IP, Canopen, Ethercat und Profinet RT/IRT. Damit deckt er das breite Spektrum unterschiedlicher Automatisierungssysteme ab, wie sie auf fahrerlosen Fahrzeugen üblich sind.

Offen für skalierbare Sicherheit und vielfältige Fahrszenarien

Als Basis vieler Safety-Funktionen ist bei allen Simco Drive-Servoreglern die Antriebsüberwachungsfunktion STO (für: Safe Torque Off, sicher abgeschaltetes Drehmoment) nach IEC 61508 / SIL3 zertifiziert. Besonders performante Ausführungen mit sicherheitszertifizierten Komponenten lassen sich mit Sicherheits-Laserscannern der Produktfamilien S3000, S300 und S300 mini von Sick, sicherheitszertifizierten Encodern an jeder Fahrachse und der Sicherheitssteuerung Flexi Soft des gleichen Herstellers realisieren.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

In den Scannern lassen sich Warn- und Schutzfelder abhängig vom Streckenlayout und der Fahrgeschwindigkeit programmieren, aktivieren und umschalten, um beispielsweise eine sichere und zügige Kurvenfahrt zu ermöglichen. „Die Geschwindigkeit selbst wird durch Safety-Encoder wie den DFS60S Pro mit SIL2 und PL d erfasst und in der Flexi Soft mit Hilfe der Sicherheitsfunktionen Safe Speed Monitor SSM und Safety Limited Speed SLS sicher überwacht“, erklärt Mathias Ams, Produktmanager Motion Control in der Division Industrial Safety Systems bei Sick.

Beim Ansprechen von Warnfeldern leitet die Sicherheitssteuerung über den Servoregler automatisch eine sichere Reduzierung der Geschwindigkeit ein. „Beim Verletzen eines Schutzfeldes wird mit Blick auf den Antrieb die sichere Bremsenansteuerung SBC sowie die Safe-Stop-Überwachungsfunktionen SS1 und SS2 aktiviert, die dann über den Simco Drive einen Not-Stopp des Fahrzeugs auslösen und diesen sicher überwachen kann“, führt Mathias Ams weiter aus.

Beschleunigungssensor als Fahrtenschreiber und Kollisionsmelder

FTS bewegen sich anhand von Leitdrähten, Lasernavigation, Farbmarkierungen, Positioniersystemen mit Farbband, Data Matrix und Steuercodes oder mit Hilfe anderer Umgebungsmerkmale auf den Fahrwegen und Flächen eines definierten Parcours. Trotz eigener Kollisionsvermeidung durch Laserscanner, Ultraschallsensoren oder Bumper kann es dennoch zu einem Crash kommen, wenn z.B. ein Gabelstapler schnell auffährt. Die Servoregler bieten daher mit dem integrierten 3D-Beschleunigungssensor in MEMS-Technologie ein weiteres, spezifisch auf FTS-Anwendungen bezogenes Leistungsmerkmal.

Er erfasst alle Fahrzeugbewegungen in x-, y- und z-Richtung. Je nach dem Betrag einer absoluten Beschleunigung in einer oder mehreren Achsen erkennt er das Erreichen eines Grenzwertes und speichert dieses Ereignis zusammen mit einem Zeitstempel im EEPROM des Antriebsverstärkers.

Auf diese Weise lassen sich u.a. FTS-Kollisionen, die z.B. auf Fremdeinwirkung eines anderen Fahrzeuges zurückzuführen sind, zuverlässig nachvollziehen. Auch die in Kurven geschwindigkeitsabhängig auf das Fahrzeug wirkenden Kräfte oder die Neigung einer Rampe, die das FTS befährt, können über den Beschleunigungssensor erfasst und ausgewertet werden.

* Dr.-Ing. Oliver Barth, Assistent der Geschäftsleitung, Wittenstein Motion Control, Igersheim

(ID:43977797)