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CAD-Software Flexibel und effizient konstruieren mit NX 10

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Siemens hat die Version 10 seines CAD/CAM/CAE-Systems NX vorgestellt und verspricht mit Funktionen wie der Touchbedienung und einer neuen Lösung für die 2D-Konzeptentwicklung eine bis zu dreimal höhere Produktivität.

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Siemens verspricht mit der Version 10 seines CAD/CAM/CAE-Systems NX eine bis zu dreimal höhere Produktivität.
Siemens verspricht mit der Version 10 seines CAD/CAM/CAE-Systems NX eine bis zu dreimal höhere Produktivität.
(Bild: Siemens PLM)

Auf seiner Anwenderkonferenz PLM Europe Anfang Oktober stellte Siemens PLM Software die neue Version 10 seiner Software NX vor und sorgte mit einigen Neuerungen für Applaus im Anwender-Publikum: So zeigte sich das Auditorium besonders von den Erweiterungen im Modul NX Realize Shape, der Konzeptentwicklung in 2D und der neuen Touchfunktionalität begeistert.

„Ein großes Ziel bei der neuen Version von NX war es, die Anwender glücklich zu machen“, erklärte Robert L. Haubrock, Vice President NX Product Management bei Siemens PLM Software. Haubrock ist federführend bei der intensiven Zusammenarbeit mit der Daimler AG bei der Migration von Catia nach NX und bestätigt Vermutungen. „Die Zusammenarbeit mit Daimler hatte großen Einfluss auf die Weiterentwicklungen und neuen Funktionen in NX 10.“

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Dennoch lässt man bei Siemens PLM Software andere Branchen nicht aus den Augen, wie Jim Rusk, Senior Vice President Product Engineering Software bei Siemens PLM Software, auf der Anwenderkonferenz beteuerte: Mit einem Priorisierungssystem für Neuerungen wird unter anderem geprüft, welche Schlüsselbranchen von einer neuen Funktion profitieren – je breiter eine Neuerung wirkt, desto höher die Priorität in der Entwicklung.

Konzepte in 2D schnell erstellen

Hohe Priorität hat in jeder Branche die Effizienz der Anwender. Aufgrund der zunehmend komplexen Produkte ist 3D-Modellierung die bevorzugte Methode bei der Produktkonstruktion. In einigen Bereichen allerdings, wie beispielsweise im Maschinenbau oder bei komplexer Elektronik, ist es einfacher und schneller, die ersten Konstruktionskonzepte in 2D zu erstellen. Siemens PLM Software hat daher eine neue Lösung für die Konzeptentwicklung in 2D integriert, die laut Haubrock für traditionelle Anwender die wichtigste Neuerung in NX 10 ist. „Damit sparen Konstrukteure viel Zeit, weil Entwürfe in 2D schnell erfasst und überprüft werden können.“ NX Layout ist vollständig in NX integriert, sodass sowohl Benutzeroberfläche als auch Befehle die gleichen sind. Die in 2D konstruierten Teile sind parametrisch, editier- und wiederverwendbar. Ist die Konstruktion komplett, lässt sie sich unkompliziert in 3D umwandeln, um das Modell fertigzustellen. „Damit ist Konzeptentwicklung einfacher denn je,“ so Haubrock.

NX Realize Shape ermöglicht anspruchsvolle Formgebungen

Erweitert wurde in der neuen Version die Applikation NX Realize Shape für Freiformflächen, die Konstrukteuren mehr Kontrolle über die Geometriemodellierung bietet. Dadurch sind Produkte mit extrem anspruchsvollen Formgebungen oder komplexen Oberflächen möglich. Grundlage für NX Realize Shape ist die Subdivision-Modellierung. Dabei handelt es sich um einen mathematischen Ansatz, um 3D-Geometrien mit weichen, fließenden Formen zu erzeugen. Beginnend mit einem Grundkörper wird eine Fläche aufgespannt, die in Unterflächen geteilt wird. Indem die einzelnen Knotenpunkte verschoben werden, nähert sich der Anwender durch das Aufteilen der Fläche in Polygone schnell und einfach seiner Freiform. Die Technologie kommt ursprünglich aus der Entertainment-Branche. Durch die nahtlose Integration in NX beschleunigt das Tool die Produktentwicklung, weil eine Vielzahl an Arbeitsschritten wegfallen, die beim Einsatz verschiedener Werkzeuge für Freiformkonstruktion und Entwicklung nötig wären.

CAD-System ist jetzt touchfähig

Die spannendste Neuheit ist für Haubrock, dass die Benutzeroberfläche von NX 10 jetzt optional mit Touchmodus verfügbar ist. So bietet NX 10 die Freiheit, NX auf Tablets mit Microsoft Windows Betriebssystem zu nutzen. Dadurch wird es wesentlich einfacher, die Software immer dann einzusetzen, wenn es gebraucht wird, und zwar unabhängig vom Standort. Die Oberfläche ist sehr intuitiv zu bedienen, wie Anwender es von mobilen Endgeräten gewohnt sind. Angesichts der großen Verbreitung von Touchscreen- Mobilgeräten wird der durchschnittliche und an NX gewohnte Benutzer in nur wenigen Minuten zurecht kommen. Haubrock ist überzeugt, dass eine spannende Zeit für CAD angebrochen ist, denn „wir werden noch viel mehr davon sehen und Anwender werden feststellen, dass viele Funktionen von NX damit viel einfacher zu bedienen sind“. Durch diese Möglichkeit, die Information zu jeder Zeit an jedem Ort verfügbar zu haben, verbessert sich auch die Zusammenarbeit und die Produktivität steigt.

Das Video zeigt den Umgang mit NX 10 im Touchmodus.

Active Workspace ist komplett integriert

Als bedeutende Erweiterung wurde die Einbettung von Active Workspace, der Schnittstelle zur Teamcenter-Software von Siemens, angekündigt: Durch die Kombination aus einfachem Zugang zu NX und der direkten Einbettung in PLM durch Active Workspace wird die Suche nach relevanten Informationen beschleunigt, selbst in mehreren externen Datenquellen. Active Workspace kann von jedem Web-Browser eines beliebigen Gerätes von überall her aufgerufen werden. In diesem Zusammenhang wird auch die Relevanz der neuen Unterstützung mehrerer Monitore deutlich, von der sich die Teilnehmer des Anwendertreffens sehr beeindruckt zeigten. Denn damit lässt sich zum Beispiel das Active-Workspace-Fenster oder eine Renderansicht auf einen zweiten Bildschirm verlagern, sodass der Blick auf das Modell jederzeit erhalten bleibt.

Erweiterungen in der Multiphysik-Umgebung

NX 10 enthält außerdem Erweiterungen im Bereich CAD/CAM/CAE, u.a. die neue NX-CAE-Multiphysik-Umgebung. Sie erleichtert die Integration von Simulationen, indem zwei oder mehr Solver gekoppelt werden und so komplexe Simulationen schneller ablaufen. Die Multiphysik-Umgebung bietet eine konstante Oberfläche für die Durchführung von Simulationen. Dadurch können Ingenieure unkompliziert zusammenhängende Lösungen auf denselben Netzelementen aufbauen und dabei gängige Elementetypen, Eigenschaften, Randbedingungen und Solver-Funktionen nutzen.

NX 10 bietet darüber hinaus neue Funktionen für die Konstruktion von Produktionslinien für die Automobilmontage. Mit der neuen Applikation für die Produktionslinienkonstruktion können Ingenieure Entwürfe von Fertigungsstraßen in NX konstruieren und visualisieren. Mit Teamcenter und der Tecnomatix-Software von Siemens lassen sich die Konstruktionen anschließend verwalten, der Produktionsprozess kann ausgewertet und optimiert werden.

NX 10 wird ab Dezember 2014 verfügbar sein.

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