Prüfverfahren Fehlersucher für Offshore-Windparks und Weser-Wehre

Redakteur: Jan Vollmuth

Berufstaucher lernen an der Leibniz Universität Hannover unter Wasser nach Schäden an Windenergieanlagen zu fahnden und aktuelle Prüf- und Schweißverfahren anzuwenden. Eines davon wurde dort gerade erst entwickelt.

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Sie werden gerufen, wenn off-shore eine Windenergieanlage beschädigt ist: Die Berufstaucher und Schweißer, die im Unterwassertechnikum des Produktionstechnischen Zentrums Hannover das Unterwasserschweißen lernen. (Bild: PZH)
Sie werden gerufen, wenn off-shore eine Windenergieanlage beschädigt ist: Die Berufstaucher und Schweißer, die im Unterwassertechnikum des Produktionstechnischen Zentrums Hannover das Unterwasserschweißen lernen. (Bild: PZH)

Der Bedarf an Experten, die unter Wasser nach Schäden an Windenergieanlagen fahnden oder bereits entdeckte Risse direkt schweißen können, steigt mit jeder Windenergieanlage, die vor den Küsten errichtet wird. Verhängnisvolle Fehler unter Wasser kann es aber auch andernorts geben, beispielsweise in der Weser: Wenn dort ein Wehr repariert werden muss, halten Absperrvorrichtungen das Wasser im Bereich des Wehrs fern. Sie werden mit tief im Boden verankerten Halterungen befestigt.

Diese Halterungen, die so genannten Sohleverankerungslaschen, halten seit mehr als einem halben Jahrhundert den Kräften stand, die das Wasser während solcher Reparaturen auf sie ausübt. Täten sie es nicht, wären Menschen im Wehrbereich während der Reparaturen gefährdet.

Speziellen Unterwasser-Wirbelstromprüfsensor entwickelt

Mitte 2011 veranlassten deshalb das Wasser- und Schifffahrtsamt Verden und das Bundesamt für Wasserwirtschaft in Karlsruhe erstmals eine Überprüfung dieser kiloschweren Stahl-Laschen. Beauftragt wurde das Institut für Werkstoffkunde (IW) von Professor Friedrich-Wilhelm Bach. Der Leiter des Bereichs „Zerstörungsfreie Prüfverfahren“ am IW, Wilfried Reimche, entwickelte für dieser Aufgabe mit seinen Mitarbeitern einen neuen, wasserdichten Sensor:

Sein Unterwasser-Wirbelstromprüfsensor, den man auf kleinen Rollen auf der Oberfläche des Stahlteils entlangführt, erzeugt im Stahl ein Magnetfeld. Gleichzeitig registriert er, wie das tatsächlich wirkende Magnetfeld durch Fehlstellen beeinflusst wird. Aus diesen Abweichungen können die Ingenieure des IW sehr genau auf oberflächennahe Risse oder Fehlstellen im Bauteil schließen. Verschiedene Ausführungen des Sensors erlauben es, auf gekrümmten Flächen genauso wie in engen Rundungen zu messen.

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