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FTS Fahrerloses Transportsystem soll beim Einkaufen helfen

Redakteur: Katharina Juschkat

Ein Konsortium unter Führung des Austrian Institute of Technology untersucht anhand des Projekts Sally, inwiefern fahrerlose Transportsysteme im öffentlichen Raum eingesetzt werden können. Die Idee ist, dass solche Systeme Menschen im Alltag entlasten und unterstützen sollen.

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Das fahrerlose Transportsystem Sally orientiert sich an seiner Umgebung und benötigt keine Spurführung.
Das fahrerlose Transportsystem Sally orientiert sich an seiner Umgebung und benötigt keine Spurführung.
(Bild: Fleischmann)

Fahrerlose Transportsysteme werden in einigen Logistikprozessen schon heute eingesetzt, da sie helfen, Industrie-4.0-Anlagen umzusetzen. Die Fahrzeuge können eigenständig ihre Fracht von A nach B bringen und finden auch in Krankenhäusern schon Einsatz. Das Projekt „Sally“ unter Führung eines Konsortiums des Austrian Institute of Technology (AIT) ist ein solches Transportsystem, das sich fahrerlos durch Werkhallen bewegen kann und keine Spurführung benötigt. Jetzt soll Sally nicht nur in Werkhallen, sondern auch auf der Straße eingesetzt werden.

Zu Fuß statt mit dem Auto

Sally soll beim Tragen von Gepäck oder Einkäufen helfen und sich dabei frei zwischen Menschenströmen bewegen.
Sally soll beim Tragen von Gepäck oder Einkäufen helfen und sich dabei frei zwischen Menschenströmen bewegen.
(Bild: Nikolaus Korab)

Hintergrund des Projekts ist, dass die Menschen im innerstädtischen Verkehr nicht gerne zu Fuß gehen, sondern auf ihr Auto zurückgreifen, um bequem die Einkäufe oder das Gepäck zu transportieren. Sally soll den Anreiz bieten, wieder mehr Wege zu Fuß zu gehen, indem sie den Einkauf oder das Gepäck trägt. Als persönliche Assistentin soll sie damit, so der Gedanke des Projekts, bewegungsaktive Mobilitätsformen fördern. Zum ersten Mal untersucht das Projekt nach eigenen Angaben das Navigieren autonomer Fahrzeuge innerhalb frei fließender Menschenströme wissenschaftlich.

In dem bis Herbst 2018 laufenden Projekt sollen zunächst zielgruppenspezifische Nutzungsmotive und –barrieren sowie das Bewegungsverhalten von Personen bei ihrer Interaktion mit autonomen Fahrzeugen untersucht werden. Dynamische 3D-Physiksimulationen und die Ausstattung der Transportplattform mit einer „künstlichen Haut“ für die Navigation mit physischem Kontakt sollen die Entwicklung von Bewegungsstrategien unterstützen. Wesentlicher Teil des Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines für die Mensch-Roboter-Interaktion geeigneten Transportgutträgers für Sally sowie dessen Implementierung und Erprobung in realer Umgebung.

„Äußere Einflüssen lassen sich kaum berechnen“

„Sally bringt’s, wenn auch bisher nur in definierten Umgebungen wie Werkshallen oder Krankenhäusern. Es freut uns, Teil einer Forschungsinitiative zu sein, die erstmals die Interaktion zwischen autonomen Fahrzeugen und Menschenströmen untersucht. Vielleicht schaffen wir damit den Sprung in öffentliche Räume“, sagt Dr. Richtsfeld.
„Sally bringt’s, wenn auch bisher nur in definierten Umgebungen wie Werkshallen oder Krankenhäusern. Es freut uns, Teil einer Forschungsinitiative zu sein, die erstmals die Interaktion zwischen autonomen Fahrzeugen und Menschenströmen untersucht. Vielleicht schaffen wir damit den Sprung in öffentliche Räume“, sagt Dr. Richtsfeld.
(Bild: DS AUTOMOTION)

Die DS Automotion GmbH entwickelt und produziert seit 1984 fahrerlose Transportsysteme. Seit Herbst 2016 forscht das Linzer Unternehmen als Teil des Konsortiums an Technologien für autonome Fahrzeuge, die Personen entlasten sollen, die ihre Besorgungen zu Fuß erledigen.

„Im Gegensatz zur wohldefinierten Einsatzumgebung in industriellen Produktionsstätten müssen dabei äußere Einflüsse berücksichtigt werden, die sich kaum vorausberechnen lassen“, erklärt Dr. Andreas Richtsfeld, Technologie- und Produktentwickler bei DS Automotion. „Das abgeschlossene Vorläuferprojekt ‚Transit Buddy‘ hat den Forschungsbedarf vor allem bezüglich des autonomen Fahrens unter Menschen aufgezeigt.“ Deshalb hat sich das Unternehmen dem Konsortium unter Führung des AIT angeschlossen, das diese Problemstellungen erforschen und klären soll. Weitere Mitglieder sind das Institute of Computer-aided Automation der TU Wien, Blue Danube Robotics und die BKM Design Working Group. (kj)

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