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Additive Fertigung

Fachmesse Rapid.Tech + FabCon 3.D feiert 15-jähriges Jubiläum

| Redakteur: Dorothee Quitter

Ab heute ist es soweit: Vom 5. bis 7. Juni 2018 stellen in Erfurt auf dem Messedoppel Rapid.Tech + FabCon 3.D über 200 Aussteller die neuesten Entwicklungen bei additiven Technologien vor. Mehr als 5.000 Fachbesucher und Kongressgäste werden aus dem In- und Ausland erwartet.

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Das Projektteam von Rapid.Tech + FabCon 3.D weist auf die Jubiläumsveranstaltung hin, die in diesem Jahr zum 15. Mal stattfindet.
Das Projektteam von Rapid.Tech + FabCon 3.D weist auf die Jubiläumsveranstaltung hin, die in diesem Jahr zum 15. Mal stattfindet.
(Bild: Messe Erfurt)

Die Begriffe 3D-Druck oder additive Fertigung waren vor 15 Jahren im Wirtschafts-Wortschatz kaum vertreten. Man sprach allenfalls von Rapid Prototyping und bezeichnete damit Technologien, mit denen direkt aus Daten werkzeuglos Modelle oder Anschauungsobjekte hergestellt werden konnten. Für diese Nische organisierte die Messe Erfurt 2004 erstmals eine Konferenz mit begleitender Ausstellung. 170 Teilnehmer und 30 Aussteller kamen zur ersten Rapid.Tech in die thüringische Landeshauptstadt, um sich über die Potenziale dieser Technologien auszutauschen, die damals noch weit weg vom Einsatz in der industriellen Serienproduktion waren. Aus diesem zarten Pflänzchen hat sich in den letzten 15 Jahren eine der bedeutendsten internationalen Veranstaltungen für additive Technologien entwickelt.

Das Gremium, das die inhaltliche „Marschrichtung“ festlegt, ist der Rapid.Tech-Fachbeirat. Die Mischung aus Anwendern, Technologieanbietern, Dienstleistern sowie Forschern garantiert, dass die richtigen Themen gesetzt werden. Beirat und Messe haben über die Jahre das Programm kontinuierlich ausgebaut. Zur praxisorientierten Anwendertagung und dem wissenschaftlichen Forum AM Science kamen branchen- und prozessspezifische Einzelveranstaltungen hinzu. In diesem Jahr finden die Foren Automobilindustrie, Luftfahrt, 3D gedruckte Elektronik & Funktionalität, Werkzeug-, Formen- & Vorrichtungsbau sowie Additive Lohnfertigung, 3D Metal Printing und Konstruktion statt. Das Thema Medizin wird neu aufgelegt mit dem Forum Medizin-, Zahn- & Orthopädietechnik. Ganz neu auf der Agenda ist das Forum Recht, denn mit Fortschreiten des 3D-Drucks in Richtung industrielle Serienfertigung gewinnen juristische Aspekte an Bedeutung.

Forum Konstruktion

Das Forum Konstruktion thematisiert am 5. Juni den Paradigmenwechsel vom fertigungsgerechten Design zur designgerechten Fertigung. Die Anpassung der Konstruktionsmethodik an die Möglichkeiten der additiven Verfahren bildet einen thematischen Schwerpunkt in den Vorträgen. Aufgezeigt wird das Vorgehen u. a. für die Technologie des Laserstrahlschmelzens. Ebenso steht die Bündelung des in jüngster Vergangenheit rasant gewachsenen Wissens aus der Anwendung additiver Technologien auf der Agenda. Ein weiteres Themenfeld ist auch in diesem Jahr die Topologieoptimierung. Sie gilt als wesentliche Methode, um Konstruktionskonzepte für die additive Fertigung zu generieren. In mehreren Vorträgen werden Vorgehensweisen bei der Bauteilauslegung dargestellt. Diese eröffnen neue Möglichkeiten, um Produkte leichter zu machen, neue Funktionen zu integrieren sowie medienführende Systeme zu optimieren.

Anwendertagung

Die Anwendertagung präsentiert am 6. und 7. Juni neue Material-, Produkt- und Prozesslösungen sowie ein immer breiteres Einsatzspektrum des Additive Manufacturing in der Praxis. Ein Themenblock rückt neue Materialien und Technologien in den Fokus. Vorgestellt wird mit Figure 4 von 3D Systems eine skalierbare additive Hochgeschwindigkeits-Fertigung für automatisierte Produktionsumgebungen, mit der produktive Großserien möglich werden. Dass 3D-Druck und Großserienproduktion kein Widerspruch mehr sind, belegt auch die Schweizer Exentis Group mit einem patentierten 3D-Siebdruckverfahren, das individualisierte Geometrien in Großserie bei freier Materialwahl erlaubt. Mit einem innovativen Pulvergenerierungsprozess eröffnet EOS neue Möglichkeiten zur Entwicklung neuartiger Kunststoffmaterialien für Lasersintersysteme.

Forum Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau

Das Forum Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau beleuchtet am 5. Juni den Trend zu immer größeren Produkten und zu hybriden Prozessen sowie weitere Entwicklungen im Additive Tooling. Wissenschaftler der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften berichten z.B. über ihre Resultate zur additiven Fertigung dynamisch temperierter Werkzeuge. Hybride Prozesse sind auch Gegenstand des Vortrags von Gefertec. Der Maschinenbauer und Verfahrensentwickler für generative Fertigungstechnik zeigt auf, wie das Leistungsvermögen der lichtbogenbasierten additiven Fertigung mit dem 3DMP-Prozess durch integrierte subtraktive Bearbeitungseinheiten erheblich erweitert werden kann.

Forum 3D Metal Printing

Das Forum 3D Metal Printing stellt am 6. Juni jüngste Technologieentwicklungen und neueste Anwendungsbeispiele aus dem Bereich des metallischen 3D-Drucks vor. So auch die Bound Metal Deposition-Technologie (BMD). Mit ihr lassen sich komplexe Bauteile aus Stahl, Edelstahl, Kupfer und weiteren Legierungen schneller und kostengünstiger herstellen als mit anderen additiven Technologien. Eine technische Einschränkung des Additive Manufacturing (AM) ist die derzeitige Größenbegrenzung bei Bauteilen. Die FIT AG löst diese Beschränkung durch den Einsatz des Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM) auf und nutzt dieses additive Aufschweißverfahren für die Herstellung großvolumiger Metallteile. Den aktuellen Forschungsstand zur Multimaterialverarbeitung von Metallen mittels additiver Verfahren präsentiert die Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV. Das Institut hat einen Pulverauftragsmechanismus entwickelt und hard- sowie softwareseitig in eine Laserstrahlschmelzanlage integriert, sodass damit der Aufbau von 3D-Multimaterialbauteilen in einer kommerziell verfügbaren Anlage möglich wird.

Forum Recht

Das neue Forum Recht feiert am 5. Juni Premiere. Für die inhaltliche Gestaltung des Forums konnte die Messe mit Marco Müller-ter Jung einen ausgewiesenen Fachmann gewinnen. Der Partner und Fachanwalt für IT-Recht in der internationalen Wirtschaftskanzlei DWF engagiert sich in Rechtsfragen bei der Entwicklung innovativer Technologien, so u. a. als stellvertretender Vorsitzender des VDI-Fachausschusses „Rechtliche Aspekte der additiven Fertigung“. In den Vorträgen stehen rechtliche Aspekte, die aus der Digitalisierung der Produktion resultieren, im Mittelpunkt. Wem gehören Konstruktionsdaten, wie wird sichergestellt, dass notwendige Datenwandlungs- und -übertragungsprozesse sicher erfolgen und nicht zu Veränderungen am zu druckenden Produkt führen und wer haftet, wenn es zu Fehlern kommt? Auf diese Fragen sollen im Forum Antworten gefunden werden. (qui)

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SEMINARTIPP Im Seminar „3D-Druck in der direkten digitalen Fertigung“ der konstruktionspraxis-Akademie lernen die Teilnehmer verschiedene Verfahren des professionellen 3D-Drucks kennen und erhalten einen umfassenden Überblick zu den Entwicklungen, Möglichkeiten und Grenzen dieser Direct-Manufacturing-Technologie.
Anmeldung: www.b2bseminare.de/konstruktion/3d-druck-in-der-direkten-digitalen-fertigung

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