Verbindungselemente aus China EU-Zölle auf Schrauben sollen ab Februar 2022 kommen

Die Europäische Kommission beabsichtigt, ab Februar 2022 einen Antidumpingzoll von bis zu 86,5 Prozent auf Verbindungselemente aus China zu erheben. Der Fachverband des Schrauben-Großhandels (FDS) sieht darin ein dauerhaftes Versorgungsproblem für die deutsche Wirtschaft.

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(Bild: angelo.gi - stock.adobe.com)

Am 14. Dezember 2021 hat die Europäische Kommission ihre Schlussfolgerungen aus der Antidumpinguntersuchung offengelegt: Auf die Einfuhren von Schrauben und anderen Verbindungselementen aus Eisen und Stahl mit Ursprung in der Volksrepublik China sollen bis zu 86,5 Prozent Zölle erhoben werden. Die Kommission hatte die Untersuchung im Dezember 2020 auf Antrag der europäischen Hersteller eingeleitet.

Nach Angaben der Kommission sollen die Zölle bis spätestens 17. Februar 2022 eingeführt werden. Für eine begrenzte Gruppe chinesischer Exporteure ist ein Zoll von 39,6 Prozent vorgesehen. Der allgemeine Zollsatz soll jedoch 86,5 Prozent betragen. Bevor der Antidumpingzoll in Kraft tritt, müssen die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten über die endgültige Maßnahme abstimmen, darunter auch die Bundesregierung.

FDS befürchtet dauerhaftes Versorgungsproblem

Der Fachverband des Schrauben-Großhandels (FDS) sieht die Einführung des Zolls kritisch. Er befürchtet ein dauerhaftes Versorgungsproblem von Verbindungselementen für die deutsche Wirtschaft und sieht die Herstellung von Endprodukten in Gefahr. Der 1. Vorsitzende des Fachverbands, Dr. Volker Lederer, sagt: „Die übermäßig hohen Zölle treffen die deutschen Unternehmen zu einem Zeitpunkt, an dem sie bereits unter massiven Lieferproblemen leiden. Es ist völlig unverständlich, dass die Europäische Kommission die Versorgungslage unter diesen außerordentlich schwierigen Bedingungen noch weiter verschärfen will.“

Wie der FDS mitteilt, liegen die Lieferzeiten für Verbindungselemente derzeit zwischen acht und 14 Monaten. Die Kosten für Seecontainer seien zehnmal höher als im Jahr 2019, und auch die Preise für Rohstoffe wie Stahl sind explodiert. Die pandemiebedingten Arbeitsniederlegungen in Fabriken auf der ganzen Welt erschwerten die Situation zusätzlich. Dies hat nicht nur zu einer Verknappung von Verbindungselementen geführt, sondern auch deren Kosten drastisch in die Höhe getrieben, heißt es.

Europäische Kapazitäten sind überlastet

Bereits von 2009 bis 2016 gab es Zölle auf chinesische Verbindungselemente. Laut FDS brach während dieses Zeitraums der Importfluss aus China vollständig zusammen. Die heimischen Hersteller waren trotz gegenteiliger Zusicherungen gegenüber der Kommission nicht in der Lage oder nicht willens, die Lücke zu schließen, heißt es. Sie wurde fast vollständig durch die Verlagerung der Importeure in andere asiatische Herstellerländer ersetzt.

Mit den geplanten Zöllen befürchtet der FDS eine erneute Versorgungslücke, die nicht durch ein Ausweichen auf Hersteller in Europa oder anderswo auf der Welt geschlossen werden kann. Denn: In anderen ostasiatischen Märkten wie Taiwan, Thailand oder Vietnam seien die Produktionskapazitäten bereits erschöpft, seit US-Unternehmen hier – als Reaktion auf die protektionistischen Zölle der Trump-Administration auf chinesische Importe – Ressourcen beanspruchen. Auch die deutschen und anderen europäischen Hersteller von Verbindungselementen stünden nicht als Ersatz zur Verfügung. Ihre Kapazitäten sind schon jetzt überlastet, und eine Besserung ist nicht in Sicht, so der FDS.

Deutschland produziert hochwertige Spezialteile

Deutsche Hersteller produzieren fast ausnahmslos hochwertige Spezialteile, z.B. für die weltweite Automobilindustrie, während die Importe aus China die einfacheren Standardteile betreffen. Für diese Standardteile werden die heimischen Hersteller nach Ansicht des FDS nicht ausreichende Produktionskapazitäten bereitstellen können.

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