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Lüfter Ersten Ventilator aus Biowerkstoff entwickelt

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Mit Biowerkstoff-Ventilatoren hat ebm-papst eine Weltneuheit entwickelt. Diese setzen einen neuen Meilenstein im Bereich Umweltschutz und Ressourcenschonung.

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Der Ventialtor aus Biowerkstoff besteht aus Verbundwerkstoffen auf Holzbasis.
Der Ventialtor aus Biowerkstoff besteht aus Verbundwerkstoffen auf Holzbasis.
(Bild: ebm-papst)

Bereits seit vielen Jahren agiert ebm-papst als Schrittmacher im Bereich der Energiesparventilatoren. Angefangen mit der Marktreife von elektronisch geregelten EC-Ventilatoren, der Anwendung intelligenter Materialeigenschaften, über aerodynamische Verbesserungen bei den Ventilatorflügeln, bis hin zur ressourcenschonenden Materialauswahl: ebm-papst denkt grün. Diese Entwicklung spiegelt sich in den diesjährigen Umsatzzahlen wider. Die Position als Technologieführer baute das Unternehmen durch Investitionen von 68,5 Millionen Euro (+11,9 Prozent zum Vorjahr) in Forschung und Entwicklung an den deutschen Standorten Mulfingen, St. Georgen und Landshut aus. "Wir haben unseren Umsatzanteil an Energiesparventilatoren mit rund 850 Millionen Euro weiter ausgebaut. Weiterhin arbeiten wir daran, die Abhängigkeit von knapp werdenden Rohstoffen, wie beispielsweise Erdöl zu verringern. Damit sichern wir unsere Zukunftsfähigkeit und reduzieren CO2", fasst Hans-Jochen Belke, Vorsitzender der Geschäftsführung der ebm-papst-Gruppe, die enorm gestiegene Nachfrage an energiesparenden Produkten zusammen. Daher ist es das erklärte Ziel des Unternehmens, bis zum Jahr 2015 den Anteil innovativer Verbundwerkstoffe innerhalb des Produktportfolios auf 15 Prozent zu erhöhen.

Biowerkstoff-Ventilator aus Verbundwerkstoff auf Holzbasis

ebm-papst entwickelt und produziert seit vielen Jahren energiesparende Ventilatoren für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche in der Luft-, Klima- und Kältetechnik. Die Ventilatoren erreichen durch effiziente Motorkonzepte sowie strömungsstechnisch optimierte Laufradgeometrien hohe Wirkungsgrade. Bei den Materialien verwendet das Unternehmen bereits seit einigen Jahren verstärkt Hybridkonstruktionen, wie beispielsweise Aluminiuminlet kombiniert mit Hochleistungskunststoff. Die neuen Materialien sind leichter, formbarer und in der Herstellung wesentlich ressourcenschonender als Ventilatorräder/flügel aus Alu-Druckguss. Um weitere Energieeinsparungen bei der Herstellung zu erreichen und die Abhängigkeit von knapp werdenden Rohstoffen, wie beispielsweise Erdöl, zu reduzieren, wurden jetzt erstmals Energiesparventilatoren aus Biowerkstoffen entwickelt. Diese Rohstoffe werden zudem umweltfreundlich produziert d.h. ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel, möglichst in Mischkulturen und kleinen Produktionseinheiten. Bevozugt werden Pflanzen, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen, also beispielsweise Holz aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wälder. So bestehen die Biowerkstoff-Ventilatoren aus einem Verbundwerkstoff auf Holzbasis. Dieses Material entspricht einer Vielzahl von Kriterien, wie hohe Temperaturbeständigkeit und eine nur geringe Schwindung und Verzug. Die Biowerkstoff-Ventilatoren wurden entsprechenden Industrieanforderungen entwickelt, u.a. hinsichtlich Lebensdauer, Belastbarkeit, Stabilität und Temperaturschwankungen. Die Ventilatoren profitieren zudem von einem verbesserten Dämpfungsverhalten und sind auch ohne Lackierung korrosionsbeständig. Funktionen wie antibakterielle oder Easy-to-Clean-Beschichtung sind außerdem möglich.

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Kostenneutraler Ventilator mit vergleichbaren Materialeigenschaften

Sind die neuen Biowerkstoff-Ventilatoren durch diese Eigenschaften kompostierbar? "Der Wandring des Ventilators besteht zwar aus einem Composite-Werkstoff, der 50 Prozent Holzfasern aus nachhaltiger Bewirtschaftung enthält, ist aber nicht kompostierbar. Das war auch nicht unser Ziel, da wir langlebige technische Produkte erzeugen. Darin unterscheiden wir uns deutlich von zum Beispiel der Verpackungsindustrie", verrät Rainer Müller, Abteilungsleiter Entwicklung Produktionsbereich EA-1 bei ebm-papst. Ziel der Entwicklung war und ist es, einen kostenneutralen Ventilator mit vergleichbaren Materialeigenschaften anbieten zu können. Das Unternehmen ermöglicht sich zudem mit dem Einsatz von Biowerkstoffen, sich teilweise von der künftigen Preisentwicklung der erdölbasierten Werkstoffe zu entkoppeln.

Ressourcenschonung beim Rohöl

Auch in anderen Produktbereichen will ebm-papst neue Materialien einsetzen. "Aufgrund der Produktvielfalt und der damit verbundenen Fülle an Anforderungen an die Bauteile und Materialien prüfen wir auch bei allen weiteren Anwendungen sehr sorgfältig die Eignung der Biowerkstoffe, bevor wir sie dann auf den Markt bringen", sagt Rainer Müller. Primäres Ziel des Unternehmens ist es, die Ressourcenschonung sowohl beim Rohmaterial Rohöl als auch bei der Weiterverarbeitung in Form von Energieeinsparung. Um alle Kunststoff-Bauteile aus Biowerkstoffen herzustellen, sind allerdings noch umfangreiche Untersuchungen notwendig. "Sicher ist, dass der Anteil an Bauteilen aus Biowerkstoffen bei ebm-papst steigen wird, da zum Beispiel durch neue Materialentwicklungen Substitutionen in der Zukunft möglich sein werden, die heute noch nicht darstellbar sind", so Müller weiter. Auch über den Einsatz von Ventilatoren aus Biowerkstoff ist sich Rainer Müller sicher: "Im Rahmen unserer bisherigen Entwicklungen haben gezeigt, dass Biowerkstoffe schon heute ein gleichwertiger Ersatz für einige erdölbasierte Kunststoffe darstellen. Daher ist es nur naheliegend, die positiven Effekte auf die Ökobilanz und die künftige Verfügbarkeit zu nutzen, wenn außer dem Entwicklungsaufwand keine Nachteile damit verbunden sind."

Der Biowerkstoff-Ventilator kommt bei den Kunden gut an - bereits seit dem 1. Quartal 2012 wird der Ventilator aus Biowerkstoff in Serie produziert. (jup)

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