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IE2 bis IE5 Energieeffizienz: Es geht um mehr

| Autor / Redakteur: Klaus Sirrenberg* / Ute Drescher

Mit der EU Verordnung EC 640/2009 stehen heutzutage die Energieeffizienzklassen IE2 und IE3 im Fokus. Seit kurzem definiert die IEC 60034-30-1 nun auch die Kriterien für IE4, und IE5 ist bereits im Gespräch. Für viele scheint das alles immer noch Zukunftsmusik. Doch eine Investition in energieeffiziente Antriebe zahle sich in vielen Fällen schon heute aus, meint Klaus Sirrenberg, Director Low Voltage Products bei der WEG Germany GmbH.

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Klaus Sirrenberg, Director Low Voltage Products bei WEG in Deutschland.
Klaus Sirrenberg, Director Low Voltage Products bei WEG in Deutschland.
(Bild: WEG )

Mit dem Termin Januar 2015 steigt der Druck auf die Industrie, energieeffizientere Antriebslösungen einzusetzen. Denn ab diesem Zeitpunkt müssen für einen Großteil der Anwendungen zwei- bis sechspolige Asynchronmotoren mit Nennleistungen zwischen 7,5 und 375 kW entweder die Effizienzklasse IE3 erfüllen oder den Anforderungen an IE2 gerecht und gleichzeitig mit Drehzahlregelung betrieben werden. Zwei Jahre später gilt diese Regelung auch für kleinere Antriebe mit Leistungen ab 0,75 kW.

Schlupflöcher sind keine Lösung

Zum einen fragen sich viele Unternehmen heute, wie sich die gesetzlichen Vorgaben zu den Wirkungsgraden am besten erfüllen lassen, zum anderen unter Umständen auch, wie diese sich umgehen lassen. Dabei steht fest: Schlupflöcher sind keine Lösung. So ist am 27. Juli 2014 eine neue Verordnung (EU) 4/2014 in Kraft getreten, die nun unter anderem auch Motoren für den Gebrauch in größeren Höhen (bis 4.000 m NN) und erweiterten Umgebungstemperaturen (-30° bis 60° C) mit einschließt. Dennoch wird es auch in Zukunft noch viele Anwendungen geben, die von der Regelung nicht betroffen sind, z.B. Motoren auf Transportmitteln wie Schiffen, Bremsmotoren oder Motoren für explosionsgefährdete Bereiche.

Energieeffizienz ist jedoch ein Thema, dass alle Beteiligten nicht nur aus den normativen Zwängen heraus ernst nehmen sollten. Es ist aus ökologischen und ethischen Gründen der richtige Ansatz und lohnt sich auch aus wirtschaftlicher Sicht für viele Unternehmen. Daher sind Endanwender und Maschinenbauer aufgefordert, sich mit dem Gedanken der Umrüstung bzw. Neuausrüstung zu beschäftigen, denn in der elektrischen Antriebstechnik steckt enormes Energiesparpotenzial. Innerhalb der industriellen Fertigung machen elektrische Antriebe mit etwa zwei Drittel der verbrauchten elektrischen Energie den Löwenanteil aus. Daher kommt der Effizienzsteigerung durch die Wahl der richtigen Antriebstechnik besondere Bedeutung zu.

Der Markt ist noch nicht reif für IE5

Auch wenn die IE5-Motoren, die WEG in Hannover vorgestellt hat, großes Interesse geweckt haben, ist sich WEG bewusst, dass der Markt noch nicht wirklich reif für IE5 ist. Vornehmlich sind derzeit vor allem IE3-Motoren gefragt. Aber das Interesse der Industrie hinsichtlich der IE4-Motoren steigt. Das gilt insbesondere für Kunden aus der Pumpen- und der Kompressoren-Branche. Wenn ein Unternehmen ohnehin gezwungen ist, seine Motoren aufgrund der gesetzlichen Lage zu modernisieren, kann es sich – abhängig von der Anwendung – lohnen, direkt auf IE4-Motoren umzustellen. Dabei sollte man sich klar darüber sein, dass die Energiekosten mit etwa 90 % den bei Weitem größten Teil der Gesamtlebenszykluskosten eines Elektromotors ausmachen. Die Anschaffungskosten fallen im Vergleich dazu relativ gering aus. Motoren laufen normalerweise Tausende von Stunden pro Jahr. Durch die erhöhte Energieeffizienz und die damit verbundenen Kostensenkungen amortisieren sich solche Investitionen oft innerhalb weniger Jahre, in manchen Fällen sogar bereits nach Monaten. Darüber hinaus haben Anwender, die auf IE4-Motoren setzen, heute die Chance, eine gewisse Vorreiterrolle im Markt in Sachen Energieeffizienz einzunehmen.

W22 Super Premium Asynchronmotoren, die bis IE4 reichen, lohnen sich vor allem für energieintensive Anwendungen und Anwendungen mit konstanter Last bzw. Drehzahl, bei denen nicht mit Umrichtern gearbeitet wird. Generell sollte es allerdings darum gehen, die Energieeffizienz der gesamten Anlage zu betrachten. Welche Lösung für den Kunden jeweils die beste ist – ob IE2, IE3, IE4 oder IE5 sowie Betrieb mit oder ohne Frequenzumrichter – muss immer abhängig von der Anwendung entschieden werden. Hier steht WEG dem Markt mit einem der breitesten Portfolios an energieeffizienten Antriebslösungen sowie mit einem erfahrenen Team zur Seite, sodass Anwender den größtmöglichen Kosten-Nutzen-Effekt erzielen können. (ud)

* Director Low Voltage Products bei WEG in Deutschland

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