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CAD-Daten Elektronische Produktkataloge schützen vor Produktpiraterie

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Produktpiraterie stellt für viele Industrieunternehmen ein zunehmendes Problem dar. Laut einer Umfrage des VDMA ist im Jahr 2015 im Maschinen- und Anlagenbau ein geschätzter Schaden von 7,3 Mrd. Euro entstanden.

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Wie so oft liegt auch beim Schutz des geistigen Eigentums der richtige Weg in der Mitte.
Wie so oft liegt auch beim Schutz des geistigen Eigentums der richtige Weg in der Mitte.
(Bild: Cadenas)

Ein gefälschtes Produkt kann die Erwartungen, die an das Original gestellt werden, nicht erfüllen. In diesem Fall können die Konsequenzen verehrend sein: Der Imageverlust sowie Kunden- und Gewinnrückgang sind nur der Anfang der Misere für Hersteller, deren Produkte kopiert wurden. Am gravierendsten sind die Sicherheitsrisiken für ihre Kunden, wenn man beispielsweise an ein Auto mit billigen Bremsbelägen von minderer Qualität denkt. Deshalb hat die Bekämpfung von Produktpiraterie bei vielen Komponentenherstellern hohe Priorität.

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Was vermeidbar ist

Viele Unternehmen versuchen sich zu schützen, indem sie überhaupt keine digitalen Produktdaten zur Verfügung stellen. Gefahr ist aber nur dann gegeben, wenn sämtliche Fertigungsdaten inklusive Fertigungs- und Lagetoleranzen als Download angeboten werden. Manche Hersteller gehen deshalb auch dazu über, zu wenig Informationen bereitzustellen. Sie bieten beispielsweise nur einfache 3D-Hüllenmodelle an, die lediglich die Umrisse eines Produkts zeigen. Diese Vorgehensweise erweist sich, so Cadenas, jedoch als allzu vorsichtig, da Konstrukteure tiefergehende Informationen benötigen, um ein Bauteil in ihre Konstruktion integrieren zu können. In der Folge schöpfen Hersteller auf diese Weise nicht ihr komplettes Absatzpotenzial aus.

Entscheidungsgrundlage für Konstrukteure schaffen

Das Goldlöckchen-Prinzip besagt, dass die beste Lösung meist zwischen zwei Extremen liegt – nach diesem Prinzip arbeiten auch die E-Catalog-Solutions von Cadenas. „Wir zeigen nur so viele Informationen wie notwendig, aber nicht genug um kopierbar zu sein“, erklärt Jürgen Heimbach, Geschäftsführer bei Cadenas. „Die 3D-CAD Modelle in unseren Elektronischen Produktkatalogen verfügen über alle Informationen, die Ingenieure und Konstrukteure benötigen, um eine qualifizierte Entscheidung über den Einsatz von Komponenten zu treffen. Informationen zu Materialien, Kinematik und Geometrie sind nur einige der Daten, die bei 3D-Hüllenmodellen nicht zu sehen sind, die aber von Konstrukteuren trotzdem benötigt werden.”

So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Konstrukteure sind damit zufrieden gestellt, denn sie bekommen aus dem E-Catalog-Solutions Herstellerkatalog alle Daten, die sie brauchen. Und wie sieht es mit dem geistigen Eigentum des Herstellers aus? „Wir veröffentlichen keinerlei Produktgeheimnisse über unsere Modelle. Neben dem Zugriff auf alle notwendigen Informationen für Konstrukteure hat der Schutz des geistigen Eigentums der Hersteller für uns höchste Priorität. Bevor wir Inhalte publizieren, werden sie vom Hersteller genehmigt und zertifiziert“, erklärt Colin Johnson, Cadenas UK in einem exklusiven Interview mit dem Eureka Magazine. Mehr zum Thema Produktpiraterie finden Sie auf www.eurekamagazine.co.uk (mz)

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