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Wankstabilisator

Elektromechanischer Wankstabilisator gewinnt Deutschen Innovationspreis

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Jury des Deutschen Innovationspreises zeichnete den Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler für die Entwicklung des elektromechanischen Wankstabilisators in der Kategorie „Großunternehmen“ aus. Die Preisverleihung fand am 8. April in München statt.

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Für den Serienanlauf des elektromechanischen Wankstabilisators hat Schaeffler an seinem Standort Schweinfurt eine neue Fertigungslinie aufgebaut.
Für den Serienanlauf des elektromechanischen Wankstabilisators hat Schaeffler an seinem Standort Schweinfurt eine neue Fertigungslinie aufgebaut.
( Bild: Schaeffler )

„Schaeffler ist ein entwicklungsfreudiges Unternehmen, das zeigen auch die jüngsten Zahlen mit über 2300 Patentanmeldungen im Jahr 2015“, sagt Automotive-Schaeffler-Vorstand Prof. Peter Pleus. „Mit dem elektromechanischen Wankstabilisator konnten wir die Jury des Deutschen Innovationspreises überzeugen.“

Accenture, EnBW, Evonik und die Wirtschaftswoche haben sich 2010 zu der Initiative „Der Deutsche Innovationspreis“ zusammengeschlossen, um Jahr für Jahr herausragende Entwicklungen von deutschen Unternehmen auszuzeichnen. Dieses Jahr ging der Preis unter anderem an Schaeffler für seinen elektromechanischen Wankstabilisator.

Wankstabilisator sorgt für Sicherheit, Komfort und Dynamik

Die Technologie des elektromechanischen Wankstabilisators passt das Fahrwerk schnell an jede Fahrsituation an, absorbiert Unregelmäßigkeiten in der Fahrbahn und verkleinert so Wankbewegungen des Fahrzeugs. Das soll den Komfort, die Sicherheit und die Dynamik steigern. Gegenüber hydraulischen Systemen hilft die Entwicklung dabei, Sprit zu sparen und Emissionen zu reduzieren sowie die Montage in Fertigungswerken zu vereinfachen. Zum ersten Serieneinsatz kam der Stabilisator in einer Oberklasse-Limousine sowie in einer leistungsstarken SUV-Klasse, bei letzterem sogar mit 48-Volt-Spannungslage.

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Drehmoment sorgt für eine präzise Regelung des Aktuators

Der Wankstabilisator setzt sich aus einem Getriebe, Lenkungsmotor mit Elektronik sowie integriertem Drehmomentsensor zusammen. Der Lenkungsmotor mit hochübersetztem dreistufigem Planetengetriebe verdreht die beiden Stabilisatorhälften gegeneinander und erzeugt so ein Drehmoment, das stabilisierend auf die Karosserie einwirkt. Das Drehmoment wird mithilfe eines berührungslosen Momentsensors exakt erfasst und für eine schnelle und präzise Regelung des Aktuators verwendet. Um den Komfort zu steigern, verfügt der Stabilisator über ein Entkopplungselement aus einem hochfesten Elastomer.

Eine schnelle Datenübertragung und die Software-Architektur sollen außerdem den Einsatz im Bereich des vernetzten Fahrens möglich machen.

Wankstabilisator verbraucht Energie nur bedarfsorientiert

Im Gegensatz zu hydraulischen Systemen ruft die Wankstabilisierung elektrischen Strom nur bedarfsorientiert ab (Power-on-Demand). Der Elektromotor nimmt nur dann Leistung auf, wenn sich der Schwenkaktor verdreht und dabei ein Moment aufbaut. Um das Moment zu halten, müssen nur geringe elektrische Widerstandsverluste ausgeglichen werden.

Für den Serienanlauf des neuen Systems hat das Unternehmen an seinem Standort in Schweinfurt zwei Fertigungslinien aufgebaut. Die einzelnen Anlagen sind nach Industrie-4.0-Kriterien modular ausgelegt: Dadurch sollen weitere Serienanläufe und künftige, weiterentwickelte Generationen der Technologie integriert werden können. (kj)

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