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Nachhaltigkeit

Einmal sauber um die Welt

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Fliegendes Versuchslabor für Chemieunternehmen

Nirgends sind die Anforderungen bei der Entwicklung neuer Hightech-Materialien höher als in der Luftfahrt. So können bei der Solar Impulse 2 gleich mehrere Chemieunternehmen ihre Kunststoffe unter Beweis stellen: Bayer Material Science war unter anderem für die komplette Gestaltung der Cockpithülle verantwortlich. Dabei wurde der extrem leistungsfähige Dämmstoff Baytherm Microcell für die Flugzeugtür verwendet. Dessen Isolierleistung ist noch einmal um 10 % höher als der momentane Standard. Die restliche Cockpithülle besteht aus einem anderen Polyurethan-Hartschaum. Außerdem liefert das Unternehmen einen Verbundwerkstoff aus Polyurethan und Carbonfasern für den Türverschluss sowie dünne Platten aus dem Hochleistungskunststoff Polycarbonat für das Fenster. Außerhalb des Cockpits wird der Hartschaum zur Dämmung der Batterien genutzt.

Insgesamt 140 im Abstand von 50 cm angebrachte Carbonfaserrippen geben dem Flügel seine aerodynamische und widerstandsfähige Form. Die Flügeloberseite ist mit einer Haut aus gekapselten Solarzellen, die Flügelunterseite mit einem flexiblen, extrem widerstandsfähigen Film überzogen. Für den Schutz der Solarzellen hat Solvay ein dünnes, UV-resistentes, wasserdichtes Harz entwickelt. Diese sind zunächst spröde und besitzen keinen mechanischen Widerstand. Sobald sie mit dem Harz überzogen sind, können sie in die gebogene Form der Tragflächen gebracht werden, ohne zu brechen. Weiterhin entwickelte Solvay intelligente Fasern für die Kleidung der Piloten. Diese Fasern strahlen bei Kälte Infrarotwärme zurück auf die Haut und verhindern bei hohen Temperaturen ein Schwitzen des Piloten.

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Der Rumpf des Solarflugzeuges besteht zu 83 % aus ultraleichten Verbundstoffen. Die Ingenieure setzen die neue Thin-Ply-Technologie ein, mit der besonders dünne Materialschichten erreicht werden können, und haben den Klebeprozess optimiert. Dank der Thin-Ply-Technologie, die von dem Schweizer Unternehmen North TPT entwickelt wurde, wird das Solarflugzeug mit einer Kohlenstoff-Sandwich-Struktur anstelle von epoxidverstärktem festem Kohlenstoff gebaut. Diese Innovation erlaubt eine Reduzierung des Gewichts bestimmter Kohlenstoffschichten von 100 g/m² auf 25 g/m².

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