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Industrie 4.0 Einblick in die digitale Zukunft

| Autor: Jan Vollmuth

Wenn die SPS IPC Drives 2015 vom 24. bis 26.11.2015 in Nürnberg ihre Pforten öffnet, steht unter anderem auch das Über-Thema Industrie 4.0 im Mittelpunkt.

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Vorreiter für den Einsatz digitaler Produktionstechniken: die Automobilindustrie.
Vorreiter für den Einsatz digitaler Produktionstechniken: die Automobilindustrie.
(Bild: Phoenix Contact)

Ende November 2015 versammelt sich in Nürnberg wie in jedem Jahr die Haut Voile der Automatisierungsbranche, um dem internationalen Fachpublikum die neuesten Thesen, Trends und Technologien zu präsentieren. In diesem Jahr haben über 1600 Aussteller aus dem In- und Ausland ihre Teilnahme angekündigt, darunter alle Key Player der Branche.

In deren Kielwasser hat nun das beherrschende Thema der Branche Nürnberg erreicht: Industrie 4.0 – die vernetzte, durchgehend digitalisierte Produktion – steht während der diesjährigen SPS IPC Drives auf vielen Ausstellungsständen im Fokus. Dies spiegelt wider, dass immer mehr Unternehmen aus dem Maschinenbau und anderen Industriebranchen die ersten Hürden auf dem Weg zu einer vernetzten Produktion bereits genommen haben und Industrie-4.0-fähige Ergebnisse vorzeigen können.

Den Elfenbeinturm verlassen

Damit verlässt die Industrie 4.0 ihren Elfenbeinturm und nimmt Praxisgestalt an. So teilte der VDMA erst Ende Oktober mit, dass die Plattform Industrie 4.0 ihr ursprüngliches Ziel, bis zum nationalen IT-Gipfel in diesem November 100 „use cases“ benennen zu können, deutlich übertreffen wird. „Wir werden dort weit mehr als 100 Anwendungsbeispiele präsentieren, bisher haben wir rund 260 „use cases“ gesammelt“, sagte Professor Dr. Peter Post, Mitglied im Lenkungskreis Plattform Industrie 4.0 und Leiter Forschung des Esslinger Maschinenbauunternehmens Festo AG & Co. KG, auf der Konferenz „Disruption – die digitale Transformation der Wirtschaft“ des Frankfurter-Allgemeine-Forums.

„Der Prozess Industrie 4.0 geht mit Riesenschritten voran“, betonte Post – auch wenn dies in der Öffentlichkeit manchmal anders dargestellt werde. Eine Studie der Impuls-Stiftung des VDMA hätte zudem jüngst ergeben, dass sich im Maschinenbau knapp 60 % der Unternehmen mit Industrie 4.0 beschäftigen, davon rund ein Drittel intensiv. Das sind doppelt so viele wie im gesamten Verarbeitenden Gewerbe.

Beste Voraussetzungen

Ähnlich zuversichtlich äußerten sich auf der zweitägigen Konferenz Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Matthias Machnig. Deutschland habe im Vergleich zu anderen Industrienationen „die besten Voraussetzungen“, um die vernetzte Produktion flächendeckend einzuführen, sagte Wanka mit Blick auf den hohen Industrialisierungs- und Automatisierungsgrad des Landes. Damit habe Deutschland einen wertvollen Startvorteil.

„Wir sind in der Lage, aus der klassischen Produktion den Weg in die Digitalisierung zu gehen“, bekräftigte Machnig. Von den Unternehmen forderte er: „Wir müssen in der Lage sein, die Schlüsseltechnologien, die man für Industrie 4.0 benötigt, zu produzieren und auch zu verstehen.“

Damit auch die Fachbesucher der SPS IPC Drives diese Technologien besser verstehen und einzusetzen lernen, stellen die Messeveranstalter erstmals eine eigene „Industrie 4.0 Area“ in Halle 3A bereit:

  • Am Gemeinschaftsstand und Forum „Automation meets IT“ werden datenbasierte Geschäftsmodelle sowie IT-basierte Lösungen aus der Automatisierung vorgestellt.
  • Der Gemeinschaftsstand „MES goes Automation“ zeigt, wie durch den Einsatz von MES die Auftragsabwicklung und Fertigungsprozesse optimiert werden.
  • Die Sonderschaufläche von Smart Factory veranschaulicht herstellerübergreifend die intelligente Fabrik.

Lassen wir uns überraschen

Daneben greifen zahlreiche Hersteller das Thema auf: So stellen z. B. Siemens die „Digitalisierung der industriellen Wertschöpfungskette“ in den Mittelpunkt, ABB das Internet of Things, Bosch Rexroth Automatisierungslösungen für Industrie 4.0. Gleiches gilt für Unternehmen des Spitzenclusters It's OWL von „B“ wie Beckhoff bis „W“ wie Wittenstein.

Angesichts dieser Informationsvielfalt verspricht die SPS IPC Drives 2015 einen spannenden Einblick in den aktuellen Stand der Industrie 4.0 – lassen wir uns überraschen. (jv)

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Über den Autor

 Jan Vollmuth

Jan Vollmuth

Redakteur, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht