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3D-Druck

Ein 3D-Drucker, der Silicone industriell druckt

| Redakteur: Katharina Juschkat

Wacker stellt einen 3D-Drucker vor, der Silicone industriell drucken soll. Vor allen für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie ist das Verfahren interessant, aber auch medizinische Anwendungen sollen davon profitieren.

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Eine Dichtlippe aus Siliconkautschuk, hergestellt mit Hilfe des 3D-Druck-Verfahrens von Wacker.
Eine Dichtlippe aus Siliconkautschuk, hergestellt mit Hilfe des 3D-Druck-Verfahrens von Wacker.
(Bild: Steffen Wirtgen / Wacker Chemie)

Der industrielle 3D-Drucker für Silicone Aceo Imagine Series K von Wacker soll schneller als bisherige Prototypen drucken. „Der Drucker basiert auf der Aceo-Technologie, einem von Wacker entwickelten Drop-on-Demand-Verfahren“, erklärt Bernd Pachaly, Leiter der Wacker-Siliconeforschung und verantwortlich für das Aceo-Team. „Damit können Bauteile oder Baugruppen mit komplexen Geometrien produziert werden, auch ‚Impossible Products‘, die bislang nicht herstellbar waren.“

3D-Druck bei medizinischen Anwendungen gefragt

„Die wichtigsten Abnehmerbranchen für 3D-Druck sind derzeit die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie“, sagt Pachaly, der 2014 gemeinsam mit seinem Team mit der Entwicklung einer Systemlösung für den 3D-Druck mit Siliconen begonnen hatte. Am schnellsten wächst die additive Fertigung derzeit bei medizinischen Anwendungen. Biomodellierung und individualisierte, kundenspezifische Geometrien seien besonders aussichtsreich. „Gerade für solche Anwendungen können Silicone ihre vorteilhaften Eigenschaften zeigen“, sagt der Forschungsleiter. „Silicone sind hitzebeständig, kälteflexibel, transparent und biokompatibel. Außerdem lassen sie sich beliebig einfärben und dämpfen gut.“

Mit dem neuen Drucker lassen sich Prototypen und Kleinserien schnell und effizient fertigen. Produktdesignern soll das 3D-Druckverfahren faszinierende Möglichkeiten bieten. Die Technologie nutzt ein Drop-on-Demand-Verfahren. Auf einer Unterlage deponiert der Druckerkopf winzige Silicontröpfchen. Schicht für Schicht entsteht auf diese Weise das Werkstück. Das Silicon ist so formuliert, dass die Tröpfchen zusammenfließen, bevor der Vernetzungsprozess aktiviert wird, was mittels ultravioletten Lichts geschieht. Aus den Silicontröpfchen und -schichten entsteht so ein homogenes Werkstück, das sich von Teilen aus Spritzguss kaum unterscheidet. Unter Einsatz von wasserlöslichen Stützmaterialien lassen sich auch Überhänge und innenliegende Gitterstrukturen erzeugen.

In Webshop und Technologiezentrum eigene Designs verwirklichen

Unter der Marke Aceo bietet Wacker auch Dienstleistungen für 3D-Druck mit Silicon an. In einem Webshop können Kunden ihre Designs hochladen und 3D-gedruckte Siliconformteile bestellen. Diese werden in der Print-Fab produziert und versandt. Das Team steht für Beratungs- und Entwicklungsdienstleistungen bereit, wenn Fragen zum Design und zur Fertigung von Siliconformteilen oder -baugruppen aufkommen.

In der Nähe des Stammwerks im oberbayerischen Burghausen betreibt der Chemiekonzern ein eigenes 3D-Technologiezentrum, den sogenannten Aceo-Campus. Hier können Kunden in einem Open Print Lab eigene Produktideen testen und verwirklichen. (kj)

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