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Dünnringlager Dünnringlager: Integrierte Lösungen statt vieler Einzelteile

Redakteur: Ute Drescher

In Maschinen und Anlagen sind Dünnringlager oft Bestandteil komplexer Baugruppen. Für die anwendungsspezifische Modifizierung und die fachgerechte Montage der Bauteile ohne langwierige Trial-and-Error-Prozesse ist besonderes Know-how erforderlich. Als Spezialist für die schlanke Lagertechnik bietet Rodriguez integrierte Lösungen mit sämtlichen Umbauteilen. Das spart Anwendern Zeit in Konstruktion und Entwicklung sowie hohen Kostenaufwand.

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Für Dreheinheiten in Computertomografen (CT) mit Lager, Antrieb und hochpräzisen Umbauteilen sind perfekt aufeinander abgestimmte und fachgerecht montierte Komponenten maßgeblich.
Für Dreheinheiten in Computertomografen (CT) mit Lager, Antrieb und hochpräzisen Umbauteilen sind perfekt aufeinander abgestimmte und fachgerecht montierte Komponenten maßgeblich.
(Bild: Rodriguez)

Dünnringlager sind bewährte Maschinenelemente für Konstruktionen mit besonderen Anforderungen an eine leichte und kompakte Bauweise. Doch zeigt die Praxis, dass in vielen Anwendungen die fachgerechte Montage der sensiblen Lagertechnik und die einwandfreie Funktionalität der oft sehr anspruchsvollen Bauteilperipherie aufwändige Prozesse sind; ein vergleichsweise einfaches Bauteil wird zu einem zeit- und kostenintensiven Detail. Abhilfe schafft ein entsprechendes Angebot der Rodriguez GmbH, Eschweiler: Dünnringlager als integrierte Lösungen.

Unterm Strich: wirtschaftlich

Die Eschweiler verzeichnen einen kontinuierlichen Zuwachs in diesem Bereich. Denn das Angebot überzeugt nicht nur technisch, sondern auch durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Darüber hinaus rechnet sich die integrierte Lösung auch im Hinblick auf Beschaffungsprozesse: Herstellersuche, Anfragen von Preisen, Verfügbarkeit und Lieferzeit, Angebote prüfen, Auftragsplatzierung, Wareneingangsprüfung, Kosten- und Bestandsbuchungen – die Bearbeitungsvorgänge lassen sich durch den Bezug aus einer Hand reduzieren und damit auch die Prozesskosten, die aus dem administrativen Aufwand bei der Beschaffung von vielen Kleinteilen resultieren.

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Die Gesamtwirtschaftlichkeitsbetrachtung kann auch bei generationsübergreifenden Lösungen ähnlich ausfallen. Denn rechnet man den Aufwand für eine Rekonstruktion zur Anpassung an eine neue, leistungsfähigere Produktgeneration gegen, amortisiert sich die integrierte Lösung schnell. So konnten bei einem Kunden aus der Medizintechnik beispielsweise aufgrund des Rodriguez-Know-hows im Vergleich zur bisherigen Ausführung sechs Bauteile und damit weitere Kosten eingespart werden.

Technisch einwandfrei

Ebenfalls ein Beispiel aus der Medizintechnik sind Dreheinheiten in Computertomografen (CT) mit Lager, Antrieb und hochpräzisen Umbauteilen. Aufeinander abgestimmte und fachgerecht montierte Komponenten sind hier maßgeblich, denn für eine einwandfreie Darstellung des Schnittbildes muss sich die Röntgeneinheit kontinuierlich exakt spiralförmig um den Patienten drehen. Beim Einbau des Dünnringlagers ist die Klemmkraft bzw. die axiale Klemmung äußerst präzise einzustellen, was spezielle Kenntnisse und Erfahrung im Mechanikbereich erfordert. Minimale Geräuschentwicklung ist ebenfalls eine wichtige Vorgabe für die Dreheinheit; hierfür wurde die Laufbahn der Dünnringlager speziell bearbeitet. „Jeder hat seine Kernkompetenzen, und dies ist unsere“, so Schulz. „Das Lager verfügt über alle Eigenschaften, die im CT oberste Priorität haben: 100 % Funktionssicherheit bei höchster Laufgenauigkeit und geringste Geräuschemissionen.“ Der CT-Hersteller hat einen Zeit- und Kostenvorteil: Er kann ein komplett vormontiertes und geprüftes Lager- und Antriebssystem direkt verbauen – ohne zusätzlichen bzw. eigenen Montage- und Prüfaufwand. „So kann er seine Kapazitäten auf sein Kerngeschäft fokussieren“, betont Schulz.

Um diese Lösungen zu realisieren, verfügt Rodriguez neben Produkten für jeden Bedarf über eine leistungsstarke interne Fertigung nach dem neuesten Stand der Technik und vor allem das nötige Anwendungs- und Engineering-Know-how. Das nutzen auch Kunden aus dem Bereich Luftfahrttechnik. Dafür sind Dünnringlager prädestiniert, denn hier gilt besonders: Klein und leicht muss es sein. Neben Leistungsvorgaben wie Drehzahlen definieren bestimmte Betriebsbedingungen kundenseitige Anforderungen an Rundlaufgenauigkeit oder Steifigkeit eines Lagers; wie Erschütterungen bei Start- und Landephasen von Luftfahrzeugen oder durch Luftturbulenzen ebenso wie große Temperaturschwankungen, aber auch spontane Schockeinwirkung durch beispielsweise Vogelschlag. Hier hat Rodriguez ein 1,5"-Lager mit Gehäuseumgebung als integrierte Lösung entwickelt und die Funktionalität der Baugruppe auf Praxistauglichkeit zuverlässig geprüft. „Neben den Rahmenbedingungen der Anwendung sagt uns der Kunde, wie die Schnittstelle genau aussieht und kauft dann die entsprechende Lösung quasi als Blackbox“, erklärt der Rodriguez-Geschäftsführer. „Passungssitz, axiale Klemmung usw. – das ist unser Part. Das Handling und die Montage bei so einer filigranen Komponente sind nicht ohne. Dabei bringt einen nur das Know-how schnell zum Ziel.“ Das gilt beispielsweise auch für die richtige Werkstoffkombina- tion der einzelnen Bauteile; denn im Hinblick auf die Materialausdehnung bzw. -schrumpfung bei unterschiedlichen Betriebstemperaturen spielt das ebenfalls eine wichtige Rolle.

Denn sie wissen, was sie tun

Ein besonders anspruchsvoller Bereich sind auch nanometergenaue Positioniersysteme in der Halbleiterindustrie oder der Biotechnologie; selbst Teilbereiche der Werkzeugmaschinen-Industrie können heute nicht mehr auf Positioniersysteme dieser Art verzichten. Für eine Reinraumanwendung hat Rodriguez einen angetriebenen Drehtisch mit kundenspezifisch modifizierten Kaydon-Dünnringlagern aus Edelstahl entwickelt. Zum Leistungsumfang gehörten die Fertigung der Aluminium-Umbauteile, die Beschaffung der Messmodule, das Veredeln der Dünnringlager mit speziellem Reinraumfett, die Montage der kompletten Einheit inklusive des Messsystems sowie die vollständige Qualitäts- und Funktionalitätsprüfung – selbst die des Messmoduls. Alle Werte werden protokolliert und an den Kunden weitergegeben. Die kompakten Präzisionsdrehtische zeichnen sich durch exzellente Wiederholbarkeit, hohe Auflösung und hervorragende Ablaufgenauigkeit aus. Der Einsatz von Schulterlagern ermöglicht hohe Belastbarkeit und Spielfreiheit. „Die Wahl des Lagertyps richtet sich natürlich in erster Linie nach den Rahmenbedingungen. Gibt es dabei Alternativen, obliegt uns die Entscheidung, welcher zum Einsatz kommt“, so Schulz. Bei zunehmend höheren Drehzahlen kann beispielsweise eine zukunftsorientierte integrierte Lösung mit Schulterlagern bereits die Anforderungen der nächsten Produktgeneration des Kunden erfüllen. So kann die gesamte Einheit in der bestehenden Bauweise übernommen werden, eine Rekonstruktion ist nicht erforderlich.

Zudem bietet das mittelständische inhabergeführte Unternehmen höchste Flexibilität im Hinblick auf kundenspezifische Lösungen und Stückzahlen. Im Gegensatz zu auf Massenproduktion ausgerichteten großen Anbietern ist den Eschweilern „keine Stückzahl zu klein“. (ud)

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