Rohstoffe Drohende Preisanstiege durch andauernde Materialknappheit

Autor / Redakteur: dpa-AFX / Peter Königsreuther

Das Problem der herrschenden Materialengpässe ist offensichtlich immer noch nicht aus der Welt geschafft. Das ergab laut dpa eine Analyse des Ifo-Instituts.

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Das waren noch Zeiten! Leider ist es mit der Materialversorung für die deutsche Industrie nicht mehr gut bestellt – mit steigendem Druck für alle, wie das Ifo-Institut jetzt analysiert hat.
Das waren noch Zeiten! Leider ist es mit der Materialversorung für die deutsche Industrie nicht mehr gut bestellt – mit steigendem Druck für alle, wie das Ifo-Institut jetzt analysiert hat.
(Bild: dpa)

Der erhebliche Teile- und Materialmangel, an dem die deutsche Industrie seit Monaten leidet, hat nach Angaben des Ifo-Instituts nochmals deutlich zugenommen. In der monatlichen Konjunkturumfrage des Münchener Instituts klagte demnach eine Rekordzahl von Befragten Unternehmen (genau 77,4 Prozent) über Nachschubprobleme bei Vorprodukten und Rohstoffen. Im August 2021 waren es „nur“ 69,2 Prozent, erinnert das Institut. Der Flaschenhals auf der Beschaffungsseite wird immer enger, registrierte heute der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist, dass immer mehr Unternehmen die Preise erhöhen werden, heißt es weiter.

Deutscher Automobil- und Maschinenbau am härtesten betroffen

Unter den Lieferengpässen leidet demnach vor allem die deutsche Automobilindustrie, weil in dieser Branche nahezu alle Unternehmen (96,7 Prozent) über Probleme berichteten. Im Maschinenbau waren es laut Ifo-Umfrage fast neun von zehn Unternehmen (89 Prozent). In der chemischen Industrie beklagten gut zwei Drittel (67 Prozent) die Situation. Sogar den Getränkeherstellern geht es nicht besser, auch wenn sie in geringerem Umfang betroffen sind. Denn in dieser Sektor meldeten immerhin 38 Prozent der Befragten Materialengpässe. Zwar mangle es nirgends an Aufträgen, aber die helfen auch nicht, wenn man kein Material hat, um die Produkte zu bauen und zu liefern, betonte Wohlrabe. Das Ifo-Institut hatte zuletzt wegen der Lieferprobleme seine Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 2,5 Prozent gesenkt. Ursprünglich hatten die Münchener Ökonomen eine kräftige Erholung der deutschen Wirtschaft erwartet. Aber das sieht nun offensichtlich wieder anders aus.

Wie heute außerdem bekannt wurde, vermuten US-amerikanische Behörden, speziell mit Blick auf den prägnanten Chipmangel, dass diese Produkte irgendwo gehortet werden könnten. Die US-Regierung will das Recht auf Auskunft, wird von einigen Medien gemeldet.

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