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Anschlusstechnik Digitale Services für Elektroingenieure

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing.(FH) Anke Steinkemper / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Um Elektroingenieure beim Design-in-Prozess zu unterstützen, bietet Phoenix Contact Services, die aufgrund der digitalen Transformation immer weiter ausgebaut werden.

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Mit digitalen Services will Phoenix Contact den Design-Prozess vereinfachen. Dazu zählen Konfiguratoren, technische Daten, kostenlose Produktmuster.
Mit digitalen Services will Phoenix Contact den Design-Prozess vereinfachen. Dazu zählen Konfiguratoren, technische Daten, kostenlose Produktmuster.
(Bild: Phoenix Contact)

Längst vergessen ist die Zeit, in der wir uns Versandkataloge zusenden ließen, um keinen Trend zu verpassen. Während im Konsumentenbereich der Online-Handel erhebliche Marktanteile gewinnen konnte, besteht im B2B-Bereich noch Nachholbedarf.

Umfangreiche Papierkataloge für Geräteanschlusstechnik und Elektronikgehäuse werden bei Phoenix Contact allerdings schon seit Jahren nicht mehr gedruckt und auch die DVD war nur ein Zwischenschritt. Wo etwa 60.000 Komponenten für potenzielle Anwender schnell und einfach gefunden werden und umfassend dokumentiert sein müssen, kommt der digitale Zwilling ins Spiel: Alle relevanten Informationen stehen online zur Verfügung.

Online-Konfiguration im Bereich der Leiterplatten-Anschlusstechnik

Intuitive Online-Konfiguratoren, kundenspezifische Anpassungen und individuelle Neuentwicklungen unterstützen den Geräte-Entwickler.
Intuitive Online-Konfiguratoren, kundenspezifische Anpassungen und individuelle Neuentwicklungen unterstützen den Geräte-Entwickler.
(Bild: Phoenix Contact)

Im Bereich der Leiterplatten-Anschlusstechnik unterstützt beispielsweise ein Online-Konfigurator den Geräteentwickler. Aus über 700 Produktfamilien findet er über diverse Parameter – etwa Strom, Spannung und Querschnitt – schnell zum passenden Produkt, das er online auf seine Bedürfnisse hin ausrichten kann. Neben der grünen Grundfarbe kann er aus einem erweiterten Produktspektrum auch andere Farben sowie Farb-Kombinationen wählen. Dabei kann er den Steckverbinder oder die Leiterplatten-Anschlussklemme mit einer Bedruckung versehen. Durch eine wählbare Codierung ist der Steckverbinder zusätzlich gegen Fehlstecken im Feld geschützt.

Ist die Individualisierung abgeschlossen, kann die Konfiguration unter einer Solution-ID abgespeichert werden. Über das Online-Formular kann der Entwickler in der jeweiligen Länder-Repräsentanz von Phoenix Contact ein Angebot einholen. Erledigen kann das aber auch der zuständige Einkäufer, der die gewünschte Konfiguration mittels einer „send-to-a-friend“-Funktion von seinem Kollegen aus der Entwicklung erhält. Dieser kann sich dann wieder seiner Entwicklung zuwenden, indem er sich die 2D- und 3D-Daten zu seiner Konfiguration in verschiedenen Formaten – von Iges über Step bis hin zu DXF – herunterlädt. Auch die technischen Daten dieser digitalen Produktvariante sind online verfügbar.

Vorkonfektionierte Steckverbindertypen

Das Kabel, mit dem ein Steckverbinder verbunden wird, kann durchaus schon beim Hersteller vorkonfektioniert werden. Dies bietet sich an, wenn die Strecken zwischen einzelnen Geräten vordefiniert sind – etwa in der Gebäudetechnik von Schaltgerät zu Schaltgerät. Aber auch bei größeren Schaltschrankverdrahtungen sind Parameter wie Leitungslänge, Querschnitt oder Farbanordnung häufig schon definiert. Daher bietet Phoenix Contact auch zahlreiche vorkonfektionierte Steckverbindertypen im Leiterplattenbereich von IP20 bis hin zu solchen für große Feldverdrahtungen – etwa für Motoranschlüsse oder für Sensor-/Aktor-Verkabelungen – im IP67-Umfeld an. Um Anfragen hier schneller bearbeiten zu können, gibt es in einigen Produktbereichen Online-Konfigurationen, bei denen der Kunde Leitungs- und/oder Litzentypen, Leitungslänge und Steckerköpfe auswählt und dann die Bestellung in der gewünschten Menge online auslöst.

Elektronikgehäuse mit System

Gehäusesysteme werden gern mit einem Baukasten verglichen, aus dem jeder Kunde seine Lösung schnell und einfach erstellt – dabei unterstützt Phoenix Contact mit einem intuitiven Gehäuse-Konfigurator. Per Drag-and-drop kann sich der Entwickler seine Gehäuselösung intuitiv zusammenstellen und in Echtzeit visualisieren lassen. Dabei sorgt eine Wissensbasis in Hintergrund dafür, dass nur sinnvolle Lösungen angezeigt werden. Ergebnis des Prozesses ist eine Stückliste mit Artikelnummern, die sich als Datei herunterladen lässt oder direkt in den Bestellprozess übergeben wird. Alle relevanten Informationen, beispielsweise Gehäusedaten und Leiterplattenkonturen, stehen dem Entwickler hier im 3D-Austauschformat zum Download zur Verfügung.

Gehäuse-Abdeckungen aus dem 3D-Drucker: Der ICS-Cover-Konfigurator erstellt ein individuelles Gehäuse-Design in wenigen Schritten.
Gehäuse-Abdeckungen aus dem 3D-Drucker: Der ICS-Cover-Konfigurator erstellt ein individuelles Gehäuse-Design in wenigen Schritten.
(Bild: Phoenix Contact)

Noch einen Schritt weiter geht Phoenix Contact bei der neuen Gehäusefamilie ICS. Auch hier stellt der Interessent zunächst sein Gehäuse aus den Standard-Komponenten zusammen. Für eine noch individuellere Ausprägung, etwa passend zum Corporate Design, kann sich der Kunde seine Gehäuse-Abdeckung (Cover) kundenspezifisch quasi selbst erstellen. Beim Tochterunternehmen Protiq steht dafür der „ICS Cover Konfigurator“ zur Verfügung, mit dem programmgestützt ein neues Design erstellt und ein Muster aus dem 3D-Drucker geordert werden kann. Ein flexibles Werkzeugsystem setzt dann das Cover schnell und kostenoptimiert im Spritzgusswerkzeug um.

Persönliche Beratung bei kundenspezifischer Neuentwicklung

Digitale Services bieten vielerlei Möglichkeiten, sich zu in­formieren, zu vergleichen und auszuwählen. Doch mit steigender Komplexität der Anforderungen muss auch die Schnittstelle zwischen der digitalen und analogen Welt passen. Sollte sich für spezielle Anforderungen keine Lösung aus dem Standard- und Varianten-Produktprogramm finden, ist auf dem Weg zur kundenspezifischen Neuentwicklung immer noch die persönliche Beratung der entscheidende Faktor.

Entlang des Produktlebenszyklus unterstützt Phoenix Contact seine Kunden weltweit von der ersten Idee über die Realisierung bis in die Serienproduktion von Komponenten und Systemlösungen. Das Angebot reicht von kundenindividueller Leiterplatten-Anschlusstechnik über geschützte Steckverbinder für den Außeneinsatz bis hin zu maßgeschneiderten Industriegehäusen im Wunsch-Design.

Digitaler Zwilling versus Produktmuster

Mit dem digitalen Zwilling kommt man meist schon recht weit. Stößt dieser an seine Grenzen, wird häufig ein Produktmuster benötigt. Phoenix Contact bietet hierfür einen Musterservice. Hat der Entwickler seine individuelle Lösung anhand der technischen Eigenschaften selektiert oder kennt er bereits die Artikelnummer des gewünschten Artikels, kann er dessen Detailseite auch direkt über das Suchfenster aufrufen. Ist der Artikel als Muster für den Direktversand verfügbar, findet der Interessent auf der Artikel-Detailseite stets an der gleichen Position das Bestellformular.

Mehr als 3000 Artikel bietet Phoenix Contact als persönliches Produktmuster per kostenfreiem Direktversand.
Mehr als 3000 Artikel bietet Phoenix Contact als persönliches Produktmuster per kostenfreiem Direktversand.
(Bild: Phoenix Contact)

Der Bestellprozess ist einfach, weil die Online-Anforderung auch ohne Zugangs- oder Kundendaten möglich ist. Das gewünschte Produkt wird kostenfrei zugestellt – per Direktversand und ohne Gebühren. In wenigen Schritten gelangt der Interessent zu seinem persönlichen Produktmuster.

Digitalisierungsstrategie von Phoenix Contact

Um die digitale Transformation in den Industrien voranzutreiben, hat sich Phoenix Contact schon früh positioniert: unter anderem mit einer neuen Unternehmensarchitektur, ausgelagerten Think Tanks und einer Cloud-basierten Steuerungsarchitektur. Dazu gehören auch international abgeglichene und auf die regionalen Märkte ausgerichtete Vermarktungsstrategien, effiziente Datenpflege- und Konfigurationsprozesse, teil-automatisiert generierte Datenblätter sowie eine verbesserte Nutzerführung auf Web-Portalen.

Mit derartigen Maßnahmen verfolgt auch das Geschäftsgebiet Geräteanschlusstechnik von Phoenix Contact das Ziel, seine Kunden weltweit noch schneller und effizienter mit Daten und Produkten zu versorgen – und dazu zählen auch die zunehmenden digitalen Services.

Buchtipp

Das "Praxishandbuch Steckverbinder" ist ein Nachschlagewerk für die Geräteentwicklung und für den Einsatz von Steckverbindern. Entwickler und Anwender erhalten Informationen zu Materialien, physikalischen Grundlagen, Kontaktoberflächen, Abschirmmaßnahmen und vielem mehr. Spezielle Kapitel beleuchten die Königsdisziplinen der elektrischen Steckverbinder: Leistungselektronik einerseits und hohe Datenraten auf der anderen Seite.

Mehr erfahren bei Vogel Fachbuch

* Dipl.-Ing.(FH) Anke Steinkemper ist im Service Center PCB Connectors, Device Connectors bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg tätig.

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