Digital Manufacturing Die Produktentstehung vor Augen

Autor / Redakteur: Stefanie Michel * / Stefanie Michel

Der Einsatz von CAD- und PLM-Software ist in vielen Unternehmen schon selbstverständlich, Software zum Digital Manufacturing jedoch die Ausnahme. Deshalb wollen Dassault Systèmes und Sogeti zeigen, welcher Nutzen sich dahinter verbirgt.

Anbieter zum Thema

Schnelle Produktentwicklung, komplexe Konstruktionen, bestes Preis-Leistung-Verhältnis und hohe Qualität – eine Herausforderung, der Konstrukteure und Ingenieure nur mit spezialisierter Software begegnen können. Mit dem Einsatz von 3D-CAD- und PLM-Software können Produkte bereits schneller entwickelt werden, doch die Herstellung dieser Produkte bleibt von einem Softwarepaket zur Simulation und Analyse oft unberührt.

Mit Delmia von Dassault steht eine Simulationssoftware für den digitalen Fertigungsprozess zur Verfügung, die komplette Fertigungssysteme erstellt, simuliert und optimiert. Solche Systeme sind bisher aufgrund ihrer Komplexität wenig verbreitet – abgesehen von der Luftfahrt- und der Automobilindustrie. Da sie jedoch ein hohes Potential an Kosten- und Zeitersparnis in sich bergen, zeigen Yves Coze, Vice-President Sales EMEA South Delmia, und Nicolas Kawski, technischer Leiter am Sogeti High Tech‘s Simulation Department in Frankreich, in ihrem Buch „Virtual Concept > Real Profit with Digital Manufacturing and Simulation“, was man unter Digital Manufacturing versteht und welche Möglichkeiten es eröffnet.

Produktion in der virtuellen Welt

„Heute ist ein neues Auto ohne unser Verfahren nicht mehr denkbar. Das gilt ebenso für den Flugzeugbau“ sagt Yves Coze stolz. Er berichtet auch, dass in China bereits komplette Fabriken mit Hilfe von Digital Manufacturing errichtet werden. Doch in Europa hat es sich noch nicht durchgesetzt - auch deshalb, weil man sich bisher zu sehr auf den Automobil- und Flugzeugbau fokussiert hatte. Es wäre sinnvoll, ein solches Verfahren ebenso in anderen Branchen, wie beispielsweise im Schiffbau oder im Energiesektor (Offshore-Windkraftanlagen), einzusetzen

Coze erklärt, dass sich mit einer Manufacturing-Lösung wie Delmia die gesamte Produktion in einer virtuellen Welt definieren, planen und simulieren lässt, um davon auf die reelle Welt zu schließen. Das klingt zunächst sehr theoretisch und wenig greifbar, doch die Autoren können das Gegenteil beweisen.

Einfacher aus verschiedenen Varianten wählen

Ein Beispiel von Coze und Kawski veranschaulicht das „Wesen“ der Software: Man stelle sich einfach den Bau einer Brücke vor. Weiß man schon, wie man sie konstruieren möchte? Jede Variante lässt sich simulieren: die schnellste, die günstigste, vielleicht sogar die nachhaltigste oder sicherste. Das erleichtert die Entscheidung.

Der komplette Entstehungsprozess lässt sich nun in einzelne Abschnitte gliedern, in denen man bestimmte Schritte, zeitliche Abfolgen und Partner definieren kann. Wie weit der Bau der Brücke in drei Monaten fortgeschritten ist? Kein Problem; das ist in der Simulation hinterlegt. Selbst „Worst-Case“-Szenarien lassen sich vorab berechnen: fällt beispielsweise ein Zulieferer aus oder liefert zu spät, ist es möglich die Folgen für die Prozesskette zu ermitteln.

Dies vermittelt nur einen groben Überblick über die Funktionen und Möglichkeiten, die sich durch Digital Manufacturing eröffnen. Ebenso lassen sich Anlagen überprüfen, ob sie überhaupt funktionieren, ob neue Produktionsmittel benötigt werden oder was alles kosten wird.

Digital Manufacturing und Simulation sparen Zeit und Geld

Viele Möglichkeiten also, die sich mit einer Software wie Delmia eröffnen. Besonders in Krisenzeiten zählt für Unternehmen jedoch nur ein Argument: Kosten einsparen - und das ist zweifellos möglich. Man denke nur an Crash-Simulationen in der Automobilindustrie. Die Crash-Simulationen sind bereits so realitätsnah, dass auf viele tatsächliche Crashs komplett verzichtet werden kann. Das spart viel Geld und Zeit.

Und genau das möchte auch das Buch zeigen: ohne zu technisch zu werden, will es Konstrukteuren, Ingenieuren und Unternehmen anhand von Beispielen darlegen, welche Vorteile die Einführung von Digital Manufacturing mit sich bringen. Dabei kommen Anwender aus den unterschiedlichen Branchen zu Wort, die sowohl über die Bedeutung von Digital Manufacturing und Simulation sowie über die Zukunft der Fertigung berichten. Wer dann tiefer einsteigen will, dem seien die wirklich sinnvollen und interessanten Verweise und Literaturangaben im Anhang zu empfehlen.

* Stefanie Michel ist Redakteurin der konstruktionspraxis

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:336142)