Crowd Engineering Die Neuerfindung von Konstruktionsprozessen

Autor / Redakteur: Thomas Vorsatz und Claas Blume / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Vor kurzem startete der Clous, ein Online-Marktplatz für industrielle Konstruktionsprozesse. Welche Vorteile dieser hat, wie Anwender, also Unternehmen mit Engineering-Bedarf, und Engineering-Dienstleister Teil von Clous werden können und wie Sie mit Clous arbeiten, zeigen wir hier.

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Clous.Engine und Clous.Platform ebnen den Weg für eine neue Art des verteilten Konstruierens zu werden – unabhängig von Ort, Zeit und CAD-System.
Clous.Engine und Clous.Platform ebnen den Weg für eine neue Art des verteilten Konstruierens zu werden – unabhängig von Ort, Zeit und CAD-System.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Clous GmbH, ein Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), bringt Unternehmen mit Engineering-Bedarf und CAD-Ingenieurdienstleister und -Freelancer auf einer neuen Plattform namens Clous.Platform zusammen. Die Software Clous.Engine zerlegt komplexe CAD-Modelle automatisiert in kleinere Aufgaben, erlaubt deren Anreicherung durch Auftragsdaten wie Preis, Zieltermin und Beschreibung und vergibt sie über die Clous.Platform an unterschiedliche Dienstleister.

In diesem Artikel wird die Vorgehensweise der Akteure Auftraggeber als Engineering-Dienstleistung-suchendes Unternehmen und Auftragnehmer als Engineering-Dienstleister im Clous-Prozess mit der Clous.Engine und der Clous.Platform anhand eines Industriepiloten aufgezeigt. Das Feedback der Anwender, das mittels Testbogen aufgenommen wurde, sowie eigene Beobachtungen der Akteure in der Anwendung bestätigen die intuitive Nutzung auch durch Erstanwender und verdeutlichen das Potential zur Zeit- und Kosteneinsparung bei der Verwendung von Clous zur Verteilung von Konstruktionsaufträgen an Dritte für die parallele Bearbeitung.

Freiraum für Konstrukteure schaffen

Ein Unternehmen, das CAD-Konstruktionen benötigt, kann diese statt von der eigenen Konstruktionsabteilung auch von Dienstleistern und Freelancern der Clous.Community anfertigen lassen. In der Regel nutzen die Unternehmen dabei Clous nicht für die Konstruktion des Gesamtproduktes, sondern für ausgewählte Komponenten. Insbesondere Routinekonstruktionen und solche mit hohem repetitiven Charakter können sehr leicht, schnell und in der Regel sogar kostengünstiger als in-house, ausgelagert werden. Damit haben die Konstrukteure, die diese Aufgaben bisher im eigenen Unternehmen übernommen haben, Hände und Kopf wieder frei für innovative Tätigkeiten.

Die Abbildung zeigt das Zusammenspiel von Clous.Engine, Clous.Platform und Clous.Community.
Die Abbildung zeigt das Zusammenspiel von Clous.Engine, Clous.Platform und Clous.Community.
(Bild: Clous)

Wie funktioniert der Konstruktionsprozess mit Clou?

  • Um CAD-Konstruktionen oder Zeichnungen mithilfe der Cl ous.Community anfertigen zu lassen, startet der verantwortliche Konstrukteur einfach die Clous.Engine – eine Windows-Applikation, die sich sodann mit dem CAD-System auf dem PC des Konstrukteurs verbindet. Über die CAD-Software-eigenen Schnittstellen werden zukünftig alle gängigen CAD-Programme angesprochen und unterstützt werden.
  • Mithilfe der Clous.Engine kann der Konstrukteur, im folgenden Auftraggeber (AG) genannt, CAD-Modelle, die in der CAD-Anwendung der Wahl geöffnet sind, in kleine Teile zerlegen lassen nach verschiedenen Verfahren. Aus jedem Teilergebnis dieser Zerlegung entsteht dann je eine Aufgabe. Jede Aufgabe kann in der Clous.Engine mit Metadaten und zusätzlichen Informationen und Daten für den Dienstleister, im folgenden Auftragnehmer (AN) genannt, angereichert werden: CAD-Modelle, Konstruktionsrichtlinien, Beispiele, Videos, Berechnungstabellen sowie eine Detailbeschreibung der zu leistenden Konstruktionsaufgabe und natürlich eine Vergütung für diese Aufgabe, die der Dienstleister später erhält. Wie das in der Anwendung genau aussieht, ist weiter unten im Artikel im Praxisbeispiel beschrieben.
  • Alle Aufgaben gebündelt ergeben einen Auftrag, in dem dann auch der Liefertermin für die Aufgabenerledigung gespeichert ist. Alle diese Daten entstehen vorerst auf dem Computer des Auftraggebers.
  • Nun können diese Daten über die Clous.Engine auf die Clous.Platform hochgeladen werden, sind vorerst aber noch für die Clous.Community unsichtbar.
  • Nach der Veröffentlichung des Auftrages und somit all seiner Aufgaben und der damit verbundenen Dateien werden diese Aufgaben sichtbar für die Clous.Community und können dann von Dienstleistern, also Auftragnehmern, zur Bearbeitung angenommen werden.
  • Der Auftraggeber steuert in der Auftragsdefinition, wie viele Aufgaben dieses Auftrages durch einen einzelnen Auftragnehmer angenommen und bearbeitet werden können.
  • Die Dateien jeder Aufgabe sowie die Detailaufgabenbeschreibung werden für einen Auftragnehmer erst sichtbar, wenn er die Aufgabe zur Bearbeitung angenommen hat. Hierbei ist dann ein Werkvertrag entstanden.
  • Der Auftragnehmer lädt sich nun die Aufgabendateien auf seinen lokalen Computer herunter und bearbeitet die Aufgabe. In der Regel ist dabei also eine CAD-Konstruktion und/oder Zeichnung zu erstellen auf Basis von Vorgaben des Auftraggebers und in der Regel auf Basis von mitgelieferten CAD-Modellen, die z.T. aus der Zerlegung mithilfe der Clous.Engine stammen.
  • Die fertigen Konstruktionsdateien lädt der Auftragnehmer über den Webbrowser wieder hoch und ändert den Status auf „Fertig“, sodass der Auftraggeber informiert wird. Dieser kann jederzeit über den Webbrowser oder die Clous.Engine den Status aller Aufgaben überwachen und zu jedem Zeitpunkt auch hochgeladene Ergebnisse einsehen, herunterladen, prüfen und ggf. eine Überarbeitungsaufforderung (Engineering Change Request) über die Clous.Engine an den Auftragnehmer auslösen, wodurch dieser wiederum informiert wird und die Aufgabe entsprechend überarbeitet.
  • Wenn die Aufgabenergebnisse vom Auftraggeber abgenommen werden, erfolgt die Zahlungsaufforderung an den Auftraggeber und die Zahlung durch diesen an den Auftragnehmer.
  • Letztlich bewertet der Auftraggeber den Auftragnehmer bzw. dessen Arbeitsergebnis nach vorgegebenen Kriterien, wobei ein Teil der Gesamtbewertung auch auf Basis von objektiven Kriterien wie z.B. Liefertreue, Anzahl der Revisionen u.ä. erfolgt.
  • Der Auftraggeber kann nun die Ergebnis-CAD-Konstruktionen jeder der Aufgaben des Auftrages auf seinem Computer speichern und auch direkt ohne Umwege durch die Synthese-Funktion der Clous.Engine in sein geöffnetes CAD-Modell einbauen lassen und erhält damit die fertige CAD-Konstruktion direkt in seiner CAD-Anwendung.

Der Clous-Prozess für Auftraggeber mit Clous.Engine und CAD-Software sowie Dienstleister mit Webbrowser und CAD-Software.
Der Clous-Prozess für Auftraggeber mit Clous.Engine und CAD-Software sowie Dienstleister mit Webbrowser und CAD-Software.
(Bild: Clous)

Die Software im Anwendertest

Im April 2020 fand ein Pilot mit der Meissner AG, einem bekannten Werkzeugbauunternehmen aus Mittelhessen, statt. Hierbei galt es, den Clous-Prozess aus Sicht des Auftraggebers und Auftragnehmers in puncto Usability und Funktionalität zu beleuchten. Als Anwendungsfall wurde hier die CAD-Konstruktion von Teilen eines Blasformwerkzeuges gewählt. Der Auftrag, den ein ausgewählter Meissner-Konstrukteur in der Rolle des Auftraggebers anlegte, bestand darin, 10 Stahleinsätze für das Blasformwerkzeug auf Basis einer Formfläche des im Werkzeug zu fertigenden Produktes und eines Startmodells des Stahleinsatzes (auch Stahlkante oder Stahlschneidkante genannt) zu konstruieren.

Rendering eines geöffneten Blasformwerkzeuges.
Rendering eines geöffneten Blasformwerkzeuges.
(Bild: Meissner)

Das ist eine repetitive Konstruktionstätigkeit, bei der ein Start-CAD-Modell dieser Stahlkante an die Formfläche angepasst wird. Die Formfläche selbst steht dabei jedem Konstrukteur (Auftragnehmer) nach der Zerteilung durch die Clous.Engine nur als kleiner Ausschnitt zur Verfügung und definiert damit auch die Dimensionen des zu konstruierenden Stahleinsatzes. Zwei der vier Konstrukteure, die die Aufgaben bearbeiteten, stammen aus anderen Konstruktionsabteilungen und waren somit a priori nicht mit der Materie „Blasformwerkzeuge“ vertraut. Das war wichtig, um auch aufzuzeigen, welche Informationen der Auftraggeber an die Aufgaben anhängen muss, damit der Auftragnehmer selbstständig die Aufgabe lösen, also die CAD-Konstruktion nach geometrischen und technologischen Randbedingungen ausführen, kann.

Das Bild zeigt die prinzipielle Vorgehensweise bei der verteilten Konstruktion von Stahleinsätzen (hier zur Vereinfachung mit nur 4 Teilstücken).
Das Bild zeigt die prinzipielle Vorgehensweise bei der verteilten Konstruktion von Stahleinsätzen (hier zur Vereinfachung mit nur 4 Teilstücken).
(Bild: Clous)

Schnelle Einarbeitung, schnelle Konstruktionsergebnisse

Am Ende des Prozesses stehen dem Auftraggeber dann 10 Stahleinsätze ähnlich wie unten abgebildet im Zusammenbau digital zu Verfügung. Vier Konstrukteure haben zehn Stahleinsätze in weniger als je 4 Stunden erstellt. Zehn Konstrukteure hätten alle Einsätze dann in ca. 2 Stunden (wenn alle zeitgleich arbeiten) erstellt.

Exemplarisches Modell für Stahleinsätze, 8 Stück im Zusammenbau.
Exemplarisches Modell für Stahleinsätze, 8 Stück im Zusammenbau.
(Bild: Clous)

Im Vorfeld wurden sowohl der auftraggebende Konstrukteur, also der Anwender der Clous.Engine, in 15 Minuten anhand eines Beispiels durch die Clous GmbH geschult, die Clous.Engine zu bedienen. Die Konstrukteure in der Rolle Auftragnehmer schauten ein 3-minütiges Videotutorial zur Bedienung der Clous.Platform-Oberfläche. Darüber hinaus wurden fünf Benutzerkonten auf der Clous.Platform eingerichtet, eines in der Plattformrolle "Auftraggeber" und vier in den Plattformrollen "Auftragnehmer". Beide Rollen erlauben nur bestimmte Sichten und Rechte auf die Daten auf der Clous.Platform.

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Dabei durchliefen die Meissner-Konstrukteure in ihren Rollen folgende Schritte:

  • 1. Erstellen eines Konstruktionsrichtlinien-Auszugs
  • 2. Zerteilung der Formfläche mithilfe der Clous.Engine
  • 3. Erstellen von Auftrag und Aufgaben mittels Clous.Engine
  • 4. Anreicherung der Aufgaben um Metadaten und Zusatzdokumente und -modelle
  • 5. Freigabe der Aufgaben auf der Clous.Platform
  • 6. Annahme und Bearbeitung der Aufgaben durch Meissner-Konstrukteure in der Rolle der Auftragnehmer
  • 7. Rückführung der Auftragsergebnisse auf die Clous.Platform
  • 8. Synthese der Aufgabenergebnisse in das Gesamt-Werkzeug-CAD-Modell

Die Clous.Engine war bei Messner mit Catia verbunden.
Die Clous.Engine war bei Messner mit Catia verbunden.
(Bild: Clous)

Nach dem Start der Clous.Engine (die Clous.Engine wurde auf einem Windows-PC der Clous GmbH ausgeführt und der Konstrukteur bediente sie per Team-Viewer-Zugriff) und der Nutzerauthentifizierung verbindet der Anwender die Clous.Engine mit dem gewünschten CAD-System.

Das Bild zeigt die Auftragsmetadatenbeschreibung.
Das Bild zeigt die Auftragsmetadatenbeschreibung.
(Bild: Clous)

Schutz des geistigen Eigentums

Im nächsten Schritt wurde der Auftrag angelegt und dann auf den Server als Container hochgeladen. Ab diesem Zeitpunkt konnten dann Aufgaben samt ihren Dateien in diesem Container gefüllt werden. Alternativ können auch erst die Aufgaben erzeugt werden. Diese bleiben dann so lange lokal bis ein Auftrag dazu angelegt wurde. In diesem Fall wurde die Anzahl der sichtbaren Aufgaben auf vier beschränkt, d.h. dass jeder Auftragnehmer maximal vier Aufgaben aus dem Auftrag annehmen kann, ergo nur einen Teil des Gesamtmodells zu Gesicht bekommt. Diese Steuerung der Datenfreigabe ist ein wichtiger Aspekt des Know-how- und IP-Schutzes. Um sicherzustellen, dass nur Meissner-Konstrukteure diese Aufträge annehmen können, ist der Haken bei „firmeninterner Auftrag“ gesetzt. Die Vergütungssumme im Bild dient hier nur der Kontrolle (bzw. später auch der Freigabe durch Vorgesetzte über dieses Auftragsvolumen) und wird aktualisiert, sobald die Aufgaben mit ihren Einzelvergütungen dem Auftrag zugeordnet sind.

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Aufgabenerzeugung durch CAD-Partitionierung

Im nächsten Schritt wurde nun die Formfläche als zu teilendes Objekt ausgewählt, die Skizze mit den Teilungskurven als Teilungsskizze und die meisten anderen Objekte in dieser CAD-Datei als zu löschen markiert, da sie u. U. Unternehmens-Know-how offenbaren würden, oftmals aber gar nicht nötig bzw. sogar irritierend für die Ausführung der Konstruktionsarbeit durch die Auftragnehmer ist. Die Teilungskurven sind vom Auftraggeber nach technologischer Expertise gezielt gelegt. Entlang dieser wurde anschließend durch den Algorithmus eine rekursive Teilung der Gesamtfläche in insgesamt zehn Teile vollzogen.

Wie in der Abbildung zu sehen ist, wurde jede Aufgabe dann um einen Detailbeschreibungstext, der die Aufgabendefinition enthält, sowie Vergütung und folgende Dateien ergänzt und mit einem Dokumenttypen zur sinnvollen Verwaltung im PDM-System der Clous.Platform versehen.

Dateien, die jeder Aufgabe zugeordnet und den Auftragnehmern zur Verfügung gestellt werden.
Dateien, die jeder Aufgabe zugeordnet und den Auftragnehmern zur Verfügung gestellt werden.
(Bild: Clous)

Diese Aufgaben wurden dann dem Auftrag „Konstruktion BF-Stahleinsatz Catia“ zugeordnet, alle Daten auf die Clous.Platform hochgeladen und dort zur Bearbeitung durch die Clous.Community, in diesem Falle also die vier Meissner-Konstrukteure, freigegeben.

Formfläche mit Teilungsskizze: Catia V5 (links) und Clous.Engine (rechts).
Formfläche mit Teilungsskizze: Catia V5 (links) und Clous.Engine (rechts).
(Bild: Clous)

Ergebnis-Teilmodelle der Formfläche nach der Zerlegung in Catia (links) und entsprechend erzeugte Aufgaben mit Metadaten und Zusatzmodellen rechts in der Clous.Engine.
Ergebnis-Teilmodelle der Formfläche nach der Zerlegung in Catia (links) und entsprechend erzeugte Aufgaben mit Metadaten und Zusatzmodellen rechts in der Clous.Engine.
(Bild: Clous)

Projektüberwachung und -steuerung sowie Zugriff per Webbrowser

Der Auftraggeber konnte sowohl über die Clous.Engine als auch die Clous.Platform per Webbrowser jederzeit seine Projektdaten und vor allem die Verlaufsanzeige nutzen, also wusste auch von unterwegs jederzeit, wo sein Konstruktionsprojekt steht.

Projektansicht im Webbrowser (links) und in der Clous.Engine (rechts) aus Sicht des Auftraggebers.
Projektansicht im Webbrowser (links) und in der Clous.Engine (rechts) aus Sicht des Auftraggebers.
(Bild: Clous)

Die Clous.Platform erfüllt die Aufgabe der Auftragsvermittlung und Vertragsabschluss zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, der Datenhaltung und Verteilung, der Kommunikation mit dem Auftraggeber sowie später auch dem Payment. Die Clous.Community-Konstrukteure benötigten für den Zugriff auf die Daten und auch den späteren Upload ihrer Arbeitsergebnisse lediglich den Webbrowser.

Sicht auf die Clous.Platform im Webbrowser durch Auftragnehmer. Eine verfügbare Aufgabe zur Bearbeitung.
Sicht auf die Clous.Platform im Webbrowser durch Auftragnehmer. Eine verfügbare Aufgabe zur Bearbeitung.
(Bild: Clous)

In der Abbildung links ist eine letzte verfügbare Aufgabe (von insgesamt zehn) angezeigt, bevor der Auftragnehmer diese Aufgabe angenommen hat. Dazu wählte er die Aufgabe einfach aus und setzte den Status auf Umsetzung. Dadurch entsteht im Regelfall der Vertrag und der Auftragnehmer ist nun in der Pflicht, die Arbeit zu leisten. Gleichzeitig erhält er somit den Zugriff auf die angehängten Aufgabendateien. Über das Dokumentenobjekt im Browser kann der Auftragnehmer die zur Verfügung gestellten Dateien herunterladen, bearbeiten und dorthin auch die Ergebnisdateien, also in der Regel CAD-Konstruktionsdateien, wieder hochladen. Abschließend setzt der Auftragnehmer den Status auf Fertig, wodurch dem Auftraggeber signalisiert wird, dass die Aufgabe aus Sicht des Auftragnehmers erledigt ist und er das Ergebnis prüfen kann.

Statuswechsel auf "Umsetzung" stellt den Werksvertrag zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber her und gibt die Aufgabendateien dem Auftragnehmer frei.
Statuswechsel auf "Umsetzung" stellt den Werksvertrag zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber her und gibt die Aufgabendateien dem Auftragnehmer frei.
(Bild: Clous)

Seminartipp

Im Seminar Patentrecht für Ingenieure und Konstrukteure lernen Teilnehmer, wie sie Patente richtig lesen und auslegen. Zudem geht es um die Möglichkeiten, Innovationen schützen zu lassen, den Ablauf von der Idee bis zum Patent, strategische Entscheidungen zu Kosten und Nutzen sowie die Verletzung eigener Schutzrechte und Schutzrechte Dritter bei Produktneueinführungen.

Zusammenfügen aller Teilkonstruktionsergebnisse

Nach Einzelteilprüfung jedes Teilergebnisses durch den auftraggebenden Konstrukteur bei Meissner wurden nach Statuserreichen 100% des Auftrages dann mithilfe der eingebauten Synthesefunktion der Clous.Engine alle Teilergebnisse in das Gesamtwerkzeug-CAD-Modell (im Bild ist der Rest des Werkzeuges aus Geheimhaltungsgründen nicht angezeigt) in Sekundenschnelle eingebaut.

Ergänzendes zum Thema
Userfeedback & Erkenntnisse aus dem Projekt bei Meissner

Im Zuge dieses Piloten wurden die Anwender von Clous.Platform und Clous.Engine bezüglich der Usability direkt im Anschluss befragt. Basis für den Fragebogen war ein SUS-Test (System-Usability-Scale-Test). Ein Testbogen galt dem Auftraggeber für die Benutzung der Clous.Engine und der Clous.Platform und bestand aus 85 Fragen. Ein weiterer Testbogen den Auftragnehmern für die Benutzung der Clous.Platform und bestand aus 29 Fragen.

Die Ergebnisse der Befragungen lassen folgende Hauptschlüsse und Erkenntnisse zu:

  • Bereitschaft, die Clous.Platform-Website häufiger zu nutzen, ist deutlich signalisiert.
  • Die einfache Bedienung der Clous.Platform ist von allen Befragten bestätigt.
  • Das 3-minütige Videotutorial zur Bedienung der Clous.Platform ist vollständig ausreichend.

Hier einige Zitate aus der Befragung:

  • „Einfacher, unkomplizierter Aufbau der Seite, sodass man schnell wusste wo was zu finden ist.“
  • „Übersichtlicher Aufbau, schnelles zurechtfinden gewährleistet“
  • „durch die Übersichtlichkeit muss man in Untermenüs arbeiten, was aber vertretbar ist.“

Verbesserungswünsche:

  • „Evtl. einen zentralen Ort schaffen, was die Aufgabe ist und wie diese zu lösen ist. Momentan gibt es die Beschreibung in den Stammdaten und die heruntergeladenen PDF Lastenheft. Dieses könnte man eventuell zusammenfassen.“
  • „Struktur des Lastenheftes anpassen entsprechend dem konstruktiven vorgehen. Beschreibung in welchem Part was enthalten ist.“

Clous.Engine nach Einführung leicht bedienbar

Die Auswertung der Usability der Clous.Engine konnte leider nicht erfolgen, da der betreffende Mitarbeiter des Piloten für die Befragung anschließend nicht mehr zur Verfügung stand.

Aus der direkten Beobachtung und der Liveverfolgung der vorgenommenen Handlungen des Meissner-Konstrukteurs als Auftraggeber kann jedoch resümiert werden, dass die Clous.Engine nach kurzem Anlernprozess ohne weitere Rückfragen zu bedienen war. Der Anwender hat gelegentlich die Kontexthilfe in der Clous.Engine zu Rate gezogen, wenn er bei Entscheidungen unsicher war.

Konstruktionsrichtlinien sind kompliziert und nicht immer aktuell

Obwohl das Unternehmen sog. Konstruktionsrichtliniendokumente pflegt, aus denen hervorgeht, wie in den Domänen Konstruktionen auszuführen sind, bedurfte es hier der Unterstützung durch die Clous GmbH. Der Auftraggeber kennt sich in der Materie Blasformwerkzeugbau bestens aus und weiß im Schlaf, wie die Stahleinsätze auszulegen und zu konstruieren sind. Ein Teil dieses Wissens ist verschriftlicht – aber eben nicht alles. Darüber hinaus schien es nicht so leicht, das Konstruktionsrichtliniendokument für Stahleinsätze aus den vielen vorliegenden Dokumenten heraus zu erstellen bzw. eine umfangreiche Richtlinie gezielt einzukürzen, um nur so viel Wissen an den Auftraggeber preiszugeben, wie nötig war, aber wiederum genügend, um auch einen CAD-Konstrukteur ohne spezielles Vorwissen zu Blasformen und Stahleinsätzen zu befähigen, die Konstruktionsleistung zu erbringen.

Stahleinsätze als Teilergebniskonstruktionen direkt von der Clous.Platform über und mithilfe der Clous.Engine ins Werkzeugmodell verbaut.
Stahleinsätze als Teilergebniskonstruktionen direkt von der Clous.Platform über und mithilfe der Clous.Engine ins Werkzeugmodell verbaut.
(Bild: Clous)

Danksagung

Die Meissner AG hat bei der Entwicklung der Prozessschritte als zukünftiger Anwender wichtige Eingaben und Hinweise zur Gestaltung des Workflows geliefert und die Teilergebnisse evaluiert, um die Schritte abzusichern. Darüber hinaus hat sie mit dem Startmodell der Stahlschneidkante ein intelligentes Modell bereitgestellt, dass die Schnittstellen an der Übergabe von Kühlfluiden zwischen zwei Stahleinsätzen und die Platzierung der Stahlschneidkanten im Raum abbildet. Last but not least haben die Konstrukteure der Meissner AG freundlicherweise Werkzeugdaten bereitgestellt und Startmodelle geliefert, sodass dieser Pilot überhaupt erst möglich wurde. Wir bedanken uns bei der Meissner AG für die Zusammenarbeit und die Erlaubnis, die Daten hier zu publizieren.

* Thomas Vorsatz und Claas Blume, Geschäftsführer, Clous GmbH

(ID:46838405)