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Studie

Die Akademisierung verschärft den Fachkräftemangel

| Redakteur: Melanie Krauß

Mehr als jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland hat mittlerweile einen Hochschulabschluss. Unternehmen haben jedoch zunehmende Probleme, Stellen für Fachkräfte zu besetzen. Das ergab eine Studie der Manpowergroup.

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(Bild: gemeinfrei (Pixabay, Pourqouipas) / CC0)

Mehr als die Hälfte (51 %) der deutschen Unternehmen haben Probleme bei der Stellenbesetzung. Dabei macht sich die zunehmende Akademisierung der Gesellschaft bemerkbar. 15 % der Personaler haben die größten Schwierigkeiten dabei, Facharbeiter wie Elektriker, Schweißer oder Mechaniker zu rekrutieren. Selbst Ingenieure zu finden erscheint Entscheidern deutlich leichter, 4 % sehen hier Engpässe. IT-Fachkräfte folgen auf dem dritten Platz, da 3 % am längsten nach ihnen suchen müssen. Das sind die Ergebnisse der Studie "Fachkräftemangel 2018", für die in Deutschland im Auftrag der Manpowergroup rund 800 Teilnehmer befragt wurden.

Im Vergleich zum vorherigen Jahr sei das Problem sogar noch gestiegen, sagen 17 % der Befragten. 47 % hatten ähnliche Schwierigkeiten wie im Jahr zuvor, ihre Stellen zu besetzen. „Seit 2007 ist die Anzahl der erwerbstätigen Akademiker um rund 2,6 Millionen auf neun Millionen gestiegen; ihr Anteil liegt jetzt bei 22 %“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpowergroup. „Inzwischen hat in Deutschland mehr als jeder fünfte Erwerbstätige einen Hochschulabschluss. Viele Firmen haben hingegen große Schwierigkeiten, Azubis zu finden.“

Die Gründe für unbesetzt Jobs sind den Unternehmen zufolge:

  • Zu wenige oder keine Bewerber auf die Stellenausschreibung (34 %),
  • Mangel an Kandidaten mit der geforderten Qualifikation (27 %),
  • fehlende Soft-Skills wie zum Beispiel Flexibilität, Anpassungsfähigkeit oder eine professionelle Arbeitseinstellung (7 %),
  • fehlende Berufserfahrung der Bewerber (7 %),
  • oder eine zu hohe Gehaltsvorstellungen der Bewerber (7 %)

Dabei fällt auf, dass Faktoren, die die Unternehmen durch Schulungen oder Verhandlungen selbst beeinflussen können, bei den Personalern weniger stark ins Gewicht fallen. Dementsprechend wird hier von den Unternehmen auch am ehesten angesetzt, um der Herausforderungen des Fachkräftemangels etwas entgegenzusetzen. „Heute kommt es weniger darauf an, was Bewerber bereits wissen, sondern wie hoch ihre Bereitschaft ist, schnell dazuzulernen“, so Brune. „Das erkennen Unternehmen und bieten mehr Weiterbildungen an, um die richtigen Talente zu entwickeln statt zu finden.“

Diese Strategien wenden Unternehmen an, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken:

  • Den Mitarbeitern zusätzliche Weiterbildungen anbieten (57 %),
  • geforderte Qualifikationen anpassen und sich auch mit weniger Berufserfahrung zufrieden geben (47 %),
  • außerhalb des gewohnten Talentpools suchen und den Kandidatenkreis erweitern, zum Beispiel auf ältere oder jüngere Bewerber oder auf das Ausland (42 %)
  • flexible Arbeitsmodelle wie Home Office anbieten (41 %),
  • mehr Urlaub anbieten (39 %),
  • Betriebsrente anbieten (39 %),
  • Zeitarbeiter oder Freelancer einstellen (32 %)
  • oder ein höheres Gehalt anbieten (28 %).

Neben der formalen Qualifikation und der Berufserfahrung werden Soft Skills bei der Einstellung immer wichtiger. Da die Teamarbeit zunimmt, legen 89 % der Entscheider Wert auf die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Kollegen. 80 % sagen, dass ihnen die Fähigkeit zur schriftlichen und mündlichen Kommunikation wichtig ist. Gern gesehen ist bei 72 % der Chefs auch eine selbstständige Arbeitsweise. Die Orientierung der Tätigkeit am Bedarf des Kunden ist zudem 67 % wichtig, zwei Drittel legen Wert auf das Talent zur Problemlösung.

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